Drücke heut ganz fest den Spurs die Daumen. Hätte niemals gedacht das ich so etwas mal tun würde, aber der Hype um L'Pool geht mir dermaßen auf den Sack. Vor allem dieser mediale Kult außerhalb Englands. Wenn ich schon Sätze wie "L'Pool verdient es sich endlich selbst zu belohnen" lese. So als ob Liverpool ein Arbeiterklub wäre, der sich mit Fleiß, Disziplin und ehrlicher harter Arbeit selber den Weg nach ganz oben erarbeitet hat. Während Chelsea, Man City und co. die pösen und moralisch verachtenswerten Vereine sind (Feindbilder und so).
Liverpools Eigentümer haben ihren Sitz im amerikanischen Boston. So viel zu "Arbeiterklub". Worauf ich hinaus will: Liverpool hat sich den Weg nach oben genau so erkauft wie viele andere Vereine auch. Sie sind nicht die moralische Instanz, wie sie medial immer dargestellt werden. Wieso wird das nie so deutlich kommuniziert? Wenn Chelsea einen Titel holt, heißt es sofort "Geld schießt eben doch Tore". Wenn Liverpool einen Titel holt, ist es "ein Märchen". Obwohl finanziell beide Vereine auf einer Stufe sind. Wieso wird aus Liverpool immer so ein Kult gemacht?
Ich verachte zwar Daniel Levy, aber eines muss man ihm lassen: Was der da bei Tottenham mit vergleichsweise wenig Mitteln aufgebaut hat, ist sehr beachtlich. Letzten Sommer keinen einzigen Transfer getätigt, ein neues hochmodernes Stadion bauen lassen, den Mut gehabt Spieler wie Kane und Alli in jugen Jahren zu Führungsspieler zu machen - und nun könnte es sich mit einem CL-Pokal auszahlen.
Tottenham ist mehr oder weniger das, wie Liverpool medial dargestellt wird.