Ich versuche mal zu erklären, weshalb mich Avatar so begeistert hat. Das wirst du am Ende vielleicht anders sehen, was ja auch vollkommen in Ordnung ist, aber möglicherweise macht es das für dich nachvollziehbarer:
Für mich war das immer ein Film, der stets auf seine Technik reduziert wurde, aber in meinen Augen deutlich mehr zu bieten hat. Klar, die Geschichte bekommt keine Innovationspreise, aber wenn man mal ehrlich ist, trifft das doch auf fast alle großen Blockbuster zu. Weshalb das bei Avatar immer angekreidet wurde, hat sich mir nie erschlossen.
Avatar war für mich ein Beispiel dafür, wie man Technik sinnvoll einsetzt, um eine Welt zum Leben zu erwecken und wo die Effekte nicht zu reinem Selbstzweck verkommen. Pandora wäre nie so lebendig, so greifbar gewesen, wenn man nicht in dem Ausmaß auf digitale Effekte hätte setzen können. Cameron hat mich mit seinem Film in ein anderes Setting entführt, welches für mich "echt" wirkte und am Ende ist das ja auch Sinn und Zweck von vielen Filmen. Eskapismus von der Realität, die Leute kurzzeitig entführen, ihnen eine Auszeit bieten und sie unterhalten. Weil Cameron zudem die einzelnen Elemente der Flora und Fauna mit Hintergrundinformationen bereichert hat (von denen wir zugegebenermaßen im Film nicht so wahnsinnig viel mitbekommen), hat das Ökosystem auch eine gewisse innere Logik und wirkt nicht aus optischen Gesichtspunkten wild zusammengeklatscht. Das hat mich einfach begeistert und wirklich abgeholt. Die Effekte waren für mich immer Mittel zum Zweck. Das sollte in meinen Augen immer der Grund für den Einsatz von Effekten sein, ansonsten verkommt ein Film schnell zu einem reinen Effektspektakel.