Es passt aber als Antwort auf deinen Einwand:
Die wenigsten Polizisten werden sagen "eigentlich war der Kerl keine Gefahr für mein Leib und Leben, aber ich hab trotzdem geschossen weil er schwarz war".
Nein, es passt eben gerade nicht, weil man den Anteil der von Polizisten erschossenen Schwarzen und Weißen im Verhältnis zum Bevölkerungsanteil ermitteln kann, und da ersterer deutlich höher als letzterer ist, ergibt sich daraus beweisbar eine überproportionale Kriminalisierung von Schwarzen in den USA.
Du kannst aber nicht ermitteln, ob ein Mann, der einer Frau etwas herablassend erklärt, das tut, weil sie eine Frau ist, oder weil er generell gerne klugscheisst. Du kannst noch nicht einmal seriös den Anteil von klugscheissenden Männern gegenüber Männern, Männern gegenüber Frauen, Frauen gegenüber Männern und Frauen gegenüber Frauen ermitteln und hast deshalb keinerlei Anhaltspunkte, ob Mansplaining tatsächlich einen überproportionalen Anteil am Klugscheissen hat, selbst wenn man das Klugscheissen eines Mannes gegenüber einer Frau generall als Mansplaining bezeichnen will.
Wenn es aber gar nicht überproportional oft vorkommt, ist es auch als Problem nicht existent und damit nicht wert, eine eigene Bezeichnung (und damit überproportionale Aufmerksamkeit) zu bekommen, genauso wenig wie Morde durch latzhosetragende Rednecks oder Vergewaltigungen von Justin Bieber-Fans eigene Bezeichnungen bekommen.
Nein, das ist das was du darunter auffasst, weil du nicht anerkennst, dass es tatsächlich ein solches Phänomen geben kann oder dass es von Frauen so empfunden werden kann.
Mit Ersterem hast du recht, aber letzteres erkenne ich natürlich sehr wohl an, genau das ist meiner Ansicht nach ja schliesslich der Grund, weshalb der Begriff Mansplaining überhaupt eingeführt wurde. Das Problem ist nur, dass "etwas empfinden" keinerlei Beweiskraft hat und auch niemals bewiesen werden kann und die Existenz des "Mansplainings" damit schlicht Glaubenssache ist... und ich glaube eben nicht zuletzt aufgrund meiner eigenen Erfahrungen daran, dass das Mansplaining allenfalls einen verschwindend geringen Anteil am "normalen" Klugscheissen hat und deshalb nichts weiter als ein künstlich aufgeblasenes Pseudo-Problem ist.