Mich hatte das Spiel eigentlich von Beginn an in seinen Bann gezogen.
Hm. Schade. Ich bezweifle das sich deine Meinung über den Titel noch großartig ändern wird. Die Regie von The Witcher 3 gibt bereits in den ersten Stunden das Pacing vor das über die komplette Spieldauer gehalten wird. Das ist auch eine der zahlreichen Stärken des Spiels, die kontinuierliche Durchzeichnung der moralischen Grautöne. Kämpferische & erzählerische Highlights wechseln sich immer mal wieder mit leisen Passagen ab. Sozialkritik, Romantik, Freundschaft, Humor, politische & wirtschaftliche Aspekte, all das und vieles mehr wird bereits in den ersten Stunden ansprechend aufgegriffen und fortlaufend weitergesponnen.
Die Kritik bezüglich der Steuerung und des Inventardesigns kann ich gut nachvollziehen. Ich will & kann jedoch überhaupt nicht verstehen wie man etwas anderes als pure Liebe für die Inszenierung empfinden kann.
Schlecht ist das Spiel auf keinen Fall, ich habe sogar Lust, jetzt am Morgen zu zocken, was für mich nicht selbstverständlich ist.
Ich hatte, denke ich, einfach nur eine sehr hohe Erwartungshaltung.
Tolle Inszenierung? Durchaus, hat mich aber nicht so gepackt wie die Telltale Games oder Life is Strange. Dass das Setting mir nicht so zusagt, liegt aber an mir. Ich ziehe jedes andere Setting einem Mittelalter-Fantasy-Setting vor.
Story? Ich bin ein (Anti-)Held und töte Monster... Hm.
Design und Gameplay. Finde ich in anderen Spielen deutlich besser gelöst, wie z.B. das Levelsystem, Menüführung, Steuerung, etc.
Hier gab's ja mal die Diskussion, ob Witcher 3 oder Fallout 4 das bessere Spiel sei und sich das Forum in 2 Lager teilte.
Nun weiß ich wohl, dass ich eher der Bethesda-Typ bin.
Da fühlt sich einfach alles gut und richtig an, ich will alles erleben, mich mit allem beschäftigen und am liebsten jeden Stein umdrehen.
Und da tut sich beim Witcher einfach nichts.
Hauptquest irgendwie fix durchspielen und gut ist's dann.