Ich verdiene zwischen 1500 und 1600 Euro netto, da geht aber noch etwas wegen Altersvorsorge und Firmenfitness von ab, alles natürlich auf freiwilliger Basis.
Im Sommer habe ich das nächste Gehaltsgespräch und hoffe den nächsten Schritt nehmen zu können. Ich habe aktuell eine Bewerbung laufen TVöD E 14 – Pressesprecher eines Projekts vom Landesamt für Regionalentwicklung, allerdings befristet auf 4 Jahre. Wären mal eben fast 1300 Euro brutto mehr, da würde ich schon zuschlagen. Aber ich gehe nicht davon aus, dass es was wird, da die Stelle wahrscheinlich von einem Master-Absolventen besetzt werden muss, egal ob ich’s auch drauf hätte.
Ansonsten, zu der Frage ob ich mich fair entlohnt fühle: Es geht. Meine Freunde verdienen alle mindestens 1000 Euro brutto mehr. Ich habe ja so n Laberfach studiert, Soziologie und Politikwissenschaften und habe dann kurz vor’m Volo n Rückzieher gemacht, mich gegen den Master und für eine Ausbildung entschieden. Schon während dieser habe ich interimsmäßig den PR-Manager meiner jetzigen Firma gegeben und nachdem zwei Damen, die ich angelernt hatte, es nicht gebracht haben, letztendlich auch dann diese Stelle übernommen. Meine Abteilung ist toll, mein Vorgesetzter sowieso, die anderen Kollegen größtenteils auch und ich gehe gerne zur Arbeit. Leider hat das Marketing an sich beim Geschäftsführer einen schweren Stand, sodass ich immer um Sonder-Budgets kämpfen muss, wie Rocky im ersten Kampf gegen Clubber Lang. Dazu hat mein Vorgesetzter so ne Art Doppelrolle und mischt auch in einem Vertriebsgebiet noch mit. Das bestimmt größtenteils sein Interesse und sowas wie einen Projektplan, an dem man sich das Jahr über entlang hangeln kann, habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Das Arbeiten auf Zuruf mit viel Leerlauf dazwischen nervt mich halt etwas. Ich habe mich gut in die Branche und unser Unternehmen eingefunden und wäre schwer zu ersetzen – und ein möglicher Nachfolger wäre auch nicht günstiger, von daher würde ich schon sagen, dass ich mich unterbezahlt fühle.
Für einen Studierten ist das wirklich ein Hungerlohn.


