ArmA 2
Der ultimative Militär-Sandkasten. Mithilfe von Einzelsituationen, Editor und Mods baue ich mir Stück für Stück eine Wunschkampagne zusammen, die ausschließlich aus subtilen Missionstypen besteht. Im 3rd-Person-Modus und mit einem Steuerungshybriden, sprich Xbox-Controller für das allgemeine Gameplay und Tastatur für weitergehende Sonderaktionen, visiere ich pures Ghost Recon-Feeling an. Mit Faszination, allen Tutorials und etwas Übung im Rücken verliert die Komplexität seinen anfänglichen Schrecken und weiß rasch mit intensiven Infiltrationen und Schusswechseln zu überzeugen. Das Prinzip des schnellen Sterbens kann befreiend wirken, denn entweder erfüllt man seine Aufgabe perfekt oder gar nicht. Diese Philosophie wird von einigen vorgefertigten Showcases demonstriert und dient mir als Essenz für eigene Ideen.
Die weitläufigen Open-Worlds von Takistan und Zargabad im Stile des Nahen Ostens hatte ich bislang auch nur vergleichbar in TPP, bieten aber mit zahlreichen Landschaftsformen enorm viel Rohmaterial. Dank Zivilleben, Straßenverkehr und ganzen Stadtbezirken kommt trotz älterer Technik eine stimmige Atmosphäre rüber, die für Modern Military perfekt geeignet ist. Die Hälfte der bisherigen Spielzeit habe ich damit verbracht, geeignete Standorte auszuspähen und mich mit allen Einheiten, Waffen und Fahrzeugen vertraut zu machen. Im Editor schließlich verbinde ich Gegnerrouten, Trigger, Witterungsverhältnisse und Module, um zumindest eine oberflächlich anspruchsvolle Aufgabenstellung im Stile klassischer Nacht-und-Nebel-Aktionen zu erschaffen. Allerdings muss ich erst viele Zusammenhänge und Ingame-Skripte studieren, damit die Wachposten im Haus spawnen und nicht auf dem Dach…
Das Ausloten der Möglichkeiten wird noch sehr viele Stunden in Anspruch nehmen. Die beinahe amateurhaften Kampagnen, die häufig den Einsatz strohdoofer KI und Panzer umfassen, üben hingegen keinen Reiz auf mich aus. Wenn ich irgendwo einmarschieren will, werde ich in jedem Mainstream-Shooter besser unterhalten. Kurz gefasst: ArmA bietet sensationellen Umfang, bleibt aber beim Drumherum staubtrocken. Alles wirkt auf mich wie ein großes Proof of Concept, in dem jeder Thematik-Liebhaber sein persönliches Heil finden kann. Man spielt es so lange, bis die Militär-Fantasien erstmal wieder gestillt sind. Ich will das aber im AAA-Style. Ich will Wildlands. Damit wird sich dieses Sub-Genre selbst ein Denkmal setzen. Doch bis dahin tobe ich mich hier aus.