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MULTI Pneuma: Breath of Life

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

@MiXeR: Hab Deine Screenshots gesehen. :dhoch: Wie ist denn Dein Ersteindruck vom Spiel?
Auf der Gamescom hatte der Titel glaub ich etwas Probleme mit Tearing - ist dem nicht mehr so?
 
So, hier dann mal mein Ersteindruck. Vorweg: Das ist tatsächlich meine erste Berührung mit diesem Genre. Habe noch nie zuvor ein derartiges Rätsel-Ego-Adventure gespielt. Kann also leider keine Vergleiche ziehen und bin rätseltechnisch ein ziemlicher Neuling (ist sicher erwähnenswert, um den Schwierigkeitsgrad einschätzen zu können).

Also, visuell ist Pneuma fantastisch. Logisch, weil hier die Unreal Engine 4 werkelt, bei der vor allem die fabelhafte Beleuchtung heraussticht, und es zudem eine sehr schöne Architektur besitzt. Ansonsten sind die Umgebungen, was die Details angeht, eher steril und leblos gehalten - fast wie aus dem Engine-Baukasten. Vereinzelte Grafikfehler (bspw. unruhiges "Flackern" einzelner Texturen) gibt es auch selten. Aber ok, ist ja auch nur ein "kleiner" Indietitel, weshalb ich, vor allem in Anbetracht der sonstigen Grafikpracht, gerne über solche minimalen "Qualitätsprobleme" hinwegsehe.

Die Musik ist bisher ebenfalls angenehm. Die Off-Stimme hingegen ist eher penetrant "charmant". :D Labert mehr oder weniger durchgehend, gibt manchmal dezente Hinweise, philosophiert ansonsten aber frei herum. Und zwar in einer recht "schnellzüngigen" Weise. Habt ihr schon mal Zero Punctuation gesehen? Kommt der Stimmlage hier erstaunlich nahe. :D Von daher kann ich verstehen, dass dieser Spielaspekt häufiger kritisiert wird. Ich muss jedoch zugeben, dass ich die vorwitzige Philosophiererei irgendwie sympathisch finde, da sie im Kontrast zur ansonsten sehr ruhigen und hypnotisierenden Präsentation steht.

Zum Gameplay: Du betrittst ein Gebiet, in dem der Ausgang verschlossen ist und musst selbigen öffnen. Meist indem du auf einen "Schalter" schaust. Die Türen öffnen sich nämlich nur, wenn du sie (bzw. ihre jeweiligen Schalter) anguckst. Im Grunde ist das auch schon der Witz daran. Die Aufgabe besteht nun also darin, dich irgendwie durch das Level "zu gucken". Durch Anschauen lässt du beispielsweise auch Maschinen laufen oder beeinflusst Objekte. Es geht also eigentlich nur darum, die perfekten "Blickwinkel" zu finden, aus denen du alle benötigten Ereignisse auslösen kannst. Klassische Schalter oder Kisten-Verschiebe-Rätsel sind es also nicht unbedingt. Es geht vielmehr um das clevere Beobachten.

Beispielrätsel aus den ersten 10 Spielminuten: Eckiger Raum, eine verschlossene Türe, ein Hebel, drei Säulen. In zweien ein Loch, auf der dritten das "Schalter-Auge", das du anschauen musst, um die Tür zu öffnen, die sich (aus der Screenshotperspektive betrachtet) links hinter dir befindet. Ab zum Schalter, damit die Augen-Säule so hochfahren, dass man das Auge durch die beiden Löcher hindurch sehen kann und fertig. Weil sich die Tür aber nur bei Blickkontakt mit dem Auge öffnet und zudem in deinem Rücken befindet, heißt es rückwärts durch den Ausgang gehen, während du auf den Schalter starrst.

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Bisher läuft das Ganze noch sehr simpel ab. Konnte jedenfalls problemlos durch die verschiedenen Abschnitte marschieren und die Rätsel ohne größere Umschweife erledigen. Wenn man den Kern des Gameplays erfasst hat und über ein wenig logischen Menschenverstand verfügt, ist es fast schon zu einfach. Bin gespannt, ob der Schwierigkeitsgrad noch anzieht. Wäre wünschenswert, auch in Hinblick auf die damit verbundene Spielzeit. Bin nach nur einer Stunde nämlich schon in Kapitel 4 (von 7, inkl. Prolog). Wenn ich also weiter so anstandslos durch die Rätsel latschen kann, dann sehe ich nach insgesamt maximal 3 Stunden den Abspann, was schon ein wenig enttäuschend wäre.

Vor allem, weil die Welt wirklich ansehnlich und entspannend ist und mir die vorwitzige "Götter-Story" sogar recht gut gefällt.

Eindruck nach der Hälfte des Spiels in wenigen Worten: Hübsch, stimmungsvoll, erstaunlich sympathische Geschichte, witzige, aber bisher sehr simple Rätsel, (zu?) kurze Spielzeit.

Und noch ein paar Screenshots aus dem Screenshot-Thread:

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Zuletzt bearbeitet:
Zum Gameplay: Du betrittst ein Gebiet, in dem der Ausgang verschlossen ist und musst selbigen öffnen. Meist indem du auf einen "Schalter" schaust. Die Türen öffnen sich nämlich nur, wenn du sie (bzw. ihre jeweiligen Schalter) anguckst. Im Grunde ist das auch schon der Witz daran. Die Aufgabe besteht nun also darin, dich irgendwie durch das Level "zu gucken". Durch Anschauen lässt du beispielsweise auch Maschinen laufen oder beeinflusst Objekte. Es geht also eigentlich nur darum, die perfekten "Blickwinkel" zu finden, aus denen du alle benötigten Ereignisse auslösen kannst. Klassische Schalter oder Kisten-Verschiebe-Rätsel sind es also nicht unbedingt. Es geht vielmehr um das clevere Beobachten.

Klingt sehr interessant. Werde ich mir holen, wenn es noch für PS4 kommt. Mein PC wird UE4 nicht hin bekommen. :I
 

Leider nein. Dafür aber sympathisches British English. :D

Habe gerade noch weiter gespielt und muss zum Thema Rätsel-Schwierigkeitsgrad sagen, dass das Spiel nun doch etwas anzieht. Gab nun schon ein, zwei Situationen, bei denen ich genauer hinschauen und nachdenken musste. Ein Rätsel war mir dann sogar YouTube-würdig. Ohne Hilfe wäre ich da wahrscheinlich nie drauf gekommen. :D Die Spielzeit scheint aber trotzdem "überschaubar" zu bleiben. Die Level sind selten länger als 20 Minuten.

Übrigens habe ich gerade erst bemerkt, dass sich nicht der Spieler durch die Welt bewegt, sondern die Welt um den Spieler herum. Das wurde ganz am Anfang auch erwähnt, nur habe ich es da als "sinnfreies philosophisches Gelaber" interpretiert. Ist es aber nicht. Im Gegenteil: einige Rätsel ergeben erst Sinn, wenn man sich dieser Tatsache bewusst wird. Finde ich sehr clever und frisch.

Gefällt mir, gerade jetzt, wo die Rätsel ein wenig "undurchsichtiger" werden, immer besser. Sehr angenehm zu spielen, tolle Präsentation und nette Rätsel. Vielleicht ein bisschen einfach - vor allem wenn sogar ich Genre-Neuling problemlos durchkomme -, ansonsten aber wirklich gelungen. Bin regelrecht begeistert, was ich vorher nicht erwartet hätte. :D Wie gesagt sind das aber Worte von einem absoluten Genre-Frischling.


Anbei noch zwei weitere Eindrücke der hübschen Umgebungen:

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So, durch. Nach ca. 3 Stunden. Ist schon kurz. Wenn man die Rätsel kennt (oder ein überaus erfahrener Rätselfreund ist :D), kann man da sicher in unter einer Stunde durchlaufen. Ist das nun zu kurz? Schwer zu sagen. Ich gebe regelmäßig 20€ für 90-minütige Filme oder 60€ für 5-Stündige Spiele aus. So gesehen bietet Pneuma also nicht viel weniger Inhalt. Vor allem, wenn ich bedenke, dass ich hier charmanten Spielspaß und etwas zum Knobeln hatte, während die (um nur ein Beispiel zu nennen) alljährliche CoD-Achterbahn auch nicht mehr Spiel fürs Geld bietet und zudem noch uninspiriertes, graues 08/15-Geballer ist.

Daher bin ich mit dem Gebotenen hier durchaus zufrieden. Auch wenn mehr und schwerere Rätsel natürlich schön gewesen wären. Vor allem der Schwierigkeitsgrad ist nämlich sehr "zahm" geblieben. Wenn man auch nur ansatzweise logisch denken und kombinieren kann, dürften die Aufgaben absolut kein Problem darstellen. Es gab eigentlich nur zwei Momente, in denen ich tatsächlich nachdenken bzw. ein mal sogar das Internet befragen musste (was mit ein wenig mehr Geduld wahrscheinlich auch nicht nötig gewesen wäre :D). Das Rätsel-Potential wurde also nur bedingt ausgeschöpft. Sind einige "sympathische" Ideen dabei, gerade weil sich die meisten Rätsel, wie schon erwähnt, eher als Beobachtungs- und Perspektivenspielerien verstehen. Dafür sind sie dann aber auch sehr offensichtlich gestrickt und können problemlos gelöst werden, indem man einfach mit offenen Augen durch die Level läuft und ein bisschen herumprobiert. Sie lösen sich dann sozusagen von alleine, da eben vieles nur auf "Blickkontakt" basiert. Daher würde ich manchmal auch gar nicht von "Rätseln", sondern eher "Geschicklichkeitsaufgaben" sprechen.

Rätselfazit: Durchwachsen. Einerseits nette Ideen, interessante Herangehensweisen und (um dem niedrigen Schwierigkeitsgrad vielleicht doch noch etwas positives abzugewinnen) einsteigerfreundlich. Andererseits aber anspruchslos und "oberflächlich".

Die Präsentation schwankt im Verlauf auch etwas. Während der Einstieg sehr stimmungsvoll, detailverliebt und vor allem auch ein wenig surreal war, wird es mit der Zeit immer "bodenständiger". Die Umgebungen sind von römisch-griechischer Antike inspiriert, was prinzipiell schon mal hübsch aussieht, im Detail aber leblos umgesetzt wurde. In seinen schlechtesten Zeiten hat man das Gefühl einfach durch eine UE4 Techdemo zu laufen. Alles sehr statisch und detailarm, aber Hauptsache die Wände glänzen und irgendwo fliegt eine leuchtende Kugel rum. :D Die Story mit ihrem Off-Erzähler fand ich jedoch sehr gelungen. Gerade das Ende hält dann noch einen netten Kniff bereit.

Präsentation: Grafik, auf die Technik reduziert, fantastisch. Das Design schwankt von zauberhaft-surreal bis hin zu Engine-Baukasten-Langeweile. Die kleine Story ist dafür richtig nett und passt gut zum Spielprinzip. Die ersten und letzten Spielminuten sind diesbezüglich auch die besten.

Insgesamt hatte ich hier wirklich meinen Spaß. War mal etwas anderes als das übliche AAA-Actionfeuerwerk und konnte mich durch ein paar gute Spielideen, sowie die charmante Geschichte problemlos bei Laune halten. Die Spielzeit fällt aber kurz aus und der Anspruch hält sich in Grenzen. Würde sagen, das ist was für "Fans", die gerade an akutem Rätsel-Mangel leiden. Ohne sie jetzt gespielt zu haben, behaupte ich einfach mal, dass Genreklassiker wie Myst da ein ganz anderes Kaliber sind. Für zwischendurch, zum Abschalten und ein wenig in hübscher UE4 Rätseln ist Pneuma aber dennoch gut geeignet. Bereue den Kauf jedenfalls nicht. Im Gegenteil, das Spiel hat mich irgendwie gepackt und mir das Genre zugänglich serviert. Jetzt habe ich Lust auf mehr solcher Spiele. Und das ist doch auch etwas positives. :D


Zusammenfassung in Stichworten:

+ Grafik
+ sympathische Geschichte
+ interessante Rätselansätze

- zu einfach
- wenige Rätsel/Level, kurze Spielzeit
- sterile und leblose Welt
- viele Baukastenelemente


Noch drei Screenshots - diesmal im Spoiler, weil sie aus dem letzten Level stammen. Wer sich also nicht die Stimmung spoilern lassen möchte, schaut besser nicht rein.
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