Jehuty
892p ist voll ok
Bin ja auch nicht der größte Open-World-Fan, zumindest bin ich nicht der Meinung das heute alles nur noch eine offene Welt haben sollte. Deswegen würde ich auch nicht behaupten das die offene Welt, ein flotteres Spielegfühl oder eine cineastischere Inszenierung jetzt DIE Grundzutaten oder Lösungen für alle Spiele und Genres sein sollten. Ein Zelda im Jahre 2017 könnte genau so gut wieder mit Hubs und Brrrt-Brrrrt-Sprache funktionieren. Nur jedes Spiel ist ja auch irgendwie immer ein Abbild seiner Zeit und bedient sich den gegenwärtigen Einflüssen, genau genommen ist ein gesundes Maß von Einfluss und Weiterentwicklung eigentlich DIE Essenz von großartigen Videospielen.
Und natürlich sind die Dungeons in Zelda großartig, natürlich sind oder waren viele der Ideen was Waffen und Spielelemente betrifft großartig. Wer Zelda wegen diesen Elementen spielt und liebt hat jedes Recht dazu. Nur wenn man diese Elemente mal aus dem Konstrukt herrausbricht und den Rest neben das Portfolio heutiger Spiele legt, dann wirkt es (zumindest für mich) nur noch wie ein Artefakt. Dazu zählen dann halt auch Dinge wie Inzenierung, Spielwelt oder Gameplay. Das mich ein Zelda selbst Stunden nach Spielbeginn noch wie ein Kind behandelt, das es mich mit Textboxen und Einblendungen unterbricht, seit jeher die selben und gleichen Dinge vorsetzt, das alles überlebte aufgrund von Mutlosigkeit und falschem Traditionalismus.
Aber bei Nintendo drehen sich die Räder leider auch langsamer und die eigenen Marken werden geschützt wie das Kind, welches niemals aus dem Haus gehen darf. Stattdessen bekommt es Motion-Control und einen Bildschirm in die Hand gedrückt, aber in seiner Entwicklung ist es irgendwann einfach stehengeblieben.
Metroid Prime, kennst du bestimmt.
Wenn ja, zeige mir bitte einen mutigeren Schritt innerhalb einer IP, der sich, eben weil das alte und neue so gut kombiniert wurden, derart ausgezahlt hat.
Mutlos würde ich sie nicht nennen, sie kennen einfach nur ihre Stärken zu gut, lassen sie nicht im Stich und bauen sie behutsam aus. Deshalb sind sie auch in der Lage, Jahr um Jahr Traumwertungen einzuheimsen. Nicht nur weil die Presse nostalgisch ist.
Sie sehen sich wohl immer noch stark in der Videospielindustrie verwurzelt und liefern dementsprechend. Der Markt mag sich verändert haben, aber da stelle ich mir eher die Frage, ob es nun wirklich Nintendo ist, die sich mangels Mut diametral zur Industrie entwickelt haben, oder sich die Industrie immer weiter vom Medium entwickelt und Nintendo deshalb sein eigenes Ding durchzieht, um die immer grösser werdende Marktlücke für Puristen zu schliessen.
Und wenn ich ehrlich bin, habe ich immer noch lieber Textboxen, die ich in einer halben Sekunde reflexartig wegklicken kann, statt einstündige Tutorials wie eben in Horizon, die mir banale Dinge wie das Schleichen, Scannen, Schiessen & Co. gescriptet in lahmster Walkingsim-Manier demonstrieren wollen, so als ob ich das zum ersten mal in meinem Leben tun würde. Das ist für mich schlechtes Spieldesign, nicht das etappenweise Erlernen und Erforschen der eigenen Fähigkeiten und Tools, wie es Zelda immer tat.
Wie auch immer, Breath of the Wild wird eifach protal.

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