Stimmt teilweise schon. Aber es war dann für mich doch nicht ganz so extrem, wie du es immer proklamierst und das Gameplay ist aus meiner Sicht auch meilenweit von "Crap" entfernt. Es gab z.B. durchaus etwas Abwechslung innerhalb der gleichen Aktivitäten bzw. explizit bei den Tail Missionen. Man kann auch aus eigenem Antrieb verschiedene Missionen, die oftmals eine ähnliche Situation abbilden, auch total unterschiedlich angehen, was für mich wiederum eine gewisse Variabilität gewährleistet hatte. Verbesserungspotential ist da aber speziell beim Missionsdesign wahrlich vorhanden. Dann mag ich auch das oft kritisierte Kampfsystem wirklich gut. Es ist manchmal eine repetitive Arbeit, aber es macht verdammt noch mal Spaß. Ich fühle mich mittendrin, wenn ich vier Spanier gleichzeitig mit meinen beiden Säbeln behandeln und den zwei anlaufenden Franzosen noch ein paar Kugeln hinterherschicken kann. Die Auswahl an verschiedenen Waffen rundet den Gesamteindruck dann positiv ab und unterstreicht mir auch da eine gewisse Variabilität.
Die von dir angesprochenen fesselnden Seeschlachten haben mir auch außerordentlich gut gefallen und waren mit ein Grund, warum ich mich ohne größeren Einbuße bis zum Ende hin dazu begeistern konnten, sämtliche Schätze, Pläne und Erfolge zu erreichen. Die auch wirklich toll integriert waren und mir nie das Gefühl vermittelt hatte, eine generische Arbeit zu verrichten. Das Piratensetting, die lebendige Welt, die grandiosen Shanties und der gelungene Spagat zwischen Land- und Seekämpfen haben mit Sicherheit ihren Teil dazu beigetragen und waren mit dafür verantwortlich, dass sich bei mir die schon einmal erwähnte, kontinuierlich steigende Begeisterungskurve entwickelt hat. Ich fand auch die Geschichte und die Implementierung der legendären Figuren absolut gelungen und hatte mit Edward Kenway endlich mal wieder einen authentischen und interessanten Protagonisten – mit zur Abwechslung blonden Haaren. Traurig, aber offensichtlich ein Stilbruch in der Industrie. Die Zwischensequenzen hatten dabei durchgehend einen hochwertigen Eindruck vermittelt. Die Neuzeit Abschnitte klammere ich dabei einfach mal aus, auf die könnte ich vollumfänglich verzichten, obwohl ich anmerken muss, dass ich den Schuss Selbstironie zu Beginn ganz sympathisch fand. All das konnte meiner Euphorie aber kaum Abtrieb verleihen.
Um noch einen Abschnitt aus einem älteren Beitrag beizufügen: Nichtsdestotrotz ist das Spiel bei weitem nicht perfekt und hätte bei einigen Punkten durchaus vieles besser machen können. Die Missionen sind in ihrer Umgebungsvielfalt und in der Art der Vorgehensweise zwar durchaus vielfältig, das Missionsdesign der Hauptgeschichte an sich dabei aber auch äusserst einfältig und manchmal auch ermüdend. Die – zurecht – oft zitieren Tail Missionen wirkten dabei auf Dauer sehr eintönig. Zum Glück bietet das Spiel dabei so viele andere tolle Nebenbeschäftigungen, dass mir genannte Kritikpunkte nur explizit dann einfallen, wenn ich mich speziell damit auseinandersetze. Auch die Steuerung (insbesondere auf Land und im Kampf) verträgt durchaus einen tieferen Feinschliff. Die Polyvalenz des Waffenarsenal fand ich wiederum ziemlich fett. Hab mich mehrmals erwischt, wie ich erst nach einigen Stunden einen bestimmten Waffentyp (z.B. Rauchbome, das Wurfmesser, die Wurfpfeile usw.) für mich entdeckt habe und die dann auf einmal auch einen spürbaren Mehrwert darstellten. Dagegen hatte ich das Gefühl, dass die Eigenschaften der Primärwaffen (Pistolen und Schwerter) kaum einen nennenswerten Einfluss hatten. Bis auf ein paar Ausnahmen.