Rise of Nightmares - Und ich finde es suuper!
Damit dieses herrlisch schräge Spiel auch die Beachtung bekommt, die es verdient, kopiere ich meinen Ersteindruck aus dem Spiel-Thread einfach nochmal hier rein.

Zunächst das Wichtigste: Die Steuerung funktioniert super! Was im ersten Moment noch ein wenig schwammig erscheint, geht nach wenigen Minuten in Fleisch und Blut über. Fuß nach vorne und man läuft geradeaus, Fuß nach hinten und man bewegt sich zurück. Sogar die Laufgeschwindigkeit lässt sich variieren, indem man den Fuß nur ein wenig oder aber sehr weit vorsetzt. Dreht man seinen Oberkörper nach rechts oder links, dreht sich auch der Charakter in die jeweilige Richtung. Objekte sammeln funktioniert genau so wie die Steuerung des Kinect-Dashboards - Also mit ausgestrecktem Arm und einer Art Cursor. Nur, dass sich der "Auswahlring" im Spiel deutlich schneller füllt. Hat man mal gar keinen Bock sich zu bewegen, hebt man den rechten Arm und die Spielfigur läuft im "Auto-Modus" selbstständig durchs Level. Gegner werden, wie man sich schon fast denken kann, durch Knüppel-Gesten geknüppelt.

Zu den oben erwähnten "Standardbewegungen", gesellen sich jedoch noch viele weitere, durchdachte und fast schon innovative Bewegungsmuster, die zeigen, was ein vernünftiger Entwickler aus Kinect rausholen kann. Nett war schon die erste Szene, in welcher der Spieler mit den Worten "Mache das, was du auch in der Realität tun würdest!" aufgefordert wird eine Tür zu öffnen. Ich schnappe mir also den virtuellen Türgriff und öffne die Tür mit einer Art Stoßbewegung weg vom Körper. Funktioniert! So muss man sich im Verlauf vor Fallen ducken, schwimmen, die Ohren zuhalten, Ventile drehen, Leitern hinaufklettern, Zombies wegschupsen oder aber auch mal (kleiner Spoiler-Alarm
ganz ruhig stehen bleiben. Der Bösewicht namens Ernst ist nämlich blind, hört jedoch entsprechend gut. Begegnet man ihm in den dunklen Gängen, darf man daher keinen Mucks machen.
Die Bewegungssteuerung wurde also wirklich intuitiv und innovativ eingesetzt und sorgt für einige unterhaltsame, aber auch sehr spannende Mitten-drin-Momente.
Rise of Nightmares kann jedoch auch in Sachen Umsetzung punkten. Die Grafik ist sicherlich nicht die hübscheste und die Level sind relativ detailarm. Dafür überzeugt die düstere Atmosphäre, die gelungene Sounduntermalung und eine herrlich trashige, blutige und überraschend interessante Handlung. Die Dialoge sind zudem schön cheesy, die Charaktere klischeebehaftet und das Setting angenehm oldschoolig (halt das typische, düstere, fiese Ostblock-Folter-Schloss). Einige gelungene und teilweise wirklich gemeine Schockmomente, gibt es obendrauf. Der Genre-Fan bekommt hier also genau das, was er erwartet.
Gesagt sei auch, dass das Abschlachten von Mutanten bis jetzt relativ wenig Spielzeit einnimmt. Natürlich wird hier regelmäßig um sich gehauen, hingegen meiner Befürchtungen, erkundet man aber auch häufig gruselige Geheimgänge, findet versteckte Sammelobjekte, umgeht Fallen und verfolgt die Hintergrundstory, dank der überall herumliegenen Tonbänder. Es ist also kein simpler HotD-Klon mit Kinect-Steuerung, sondern ein 'echtes' Horror-Spiel.
Insgeamt bin ich von Rise of Nightmare wirklich beeindruckt. Es ist das erste Spiel, das tatsächlich zeigt, was in der kleinen MS-Kamera steckt. Es handelt sich hier nämlich um ein vollwertiges Core-Game, inkl. Story, 'echtem' Gameplay und einigen frischen Ideen. Die Steuerung funktioniert zudem nahezu perfekt, wenn auch ein wenig 'träge'. Jetzt kann man nur hoffen, dass sich das Spiel gut verkauft und sich auch andere Entwickler um 'vernünftige' Core-Kinect-Games bemühen. Wie man hier sieht, ist es nämlich möglich.
Genre-Liebhaber und Kinect-Besitzer sollten sich das gute Stück auf jeden Fall ansehen.







