Habe das Spiel das Wochenende ziemlich gesuchtet und bin jetzt im vierten Kapitel angekommen. So langsam konnte ich mir eine Meinung bilden.
Disgaea 4 ist wie bereits seine Vorgänger sehr konservativ. Das betrifft nicht nur Spielmechaniken, sondern auch die Präsentation. Die Grafik ist zweckmäßig. Sie ist sehr grob und lieblos. Charaktere haben nur rudimentäre Animationen und alle Areale sind offensichtlich einem sehr simplen Baukasten entsprungen. Die englische (wahlweise auch japanische) Synchro lädt stellenweise zum Fremdschämen ein. Zu hören bekommt man sie aber sowieso nur in den Cutscenes. Und auch die erinnern an PSOne-Zeiten. Ne, da sollte Nippon Ichi sich bitte wenigstens beim nächsten Teil (der ist auch schon afair bestätigt worden) bitte, bitte mehr Mühe geben. Nach vier 'gleichen' Spielen und einigen Remakes und SpinOffs darf man langsam etwas mehr erwarten.
Die Story ist gewohnt unterhaltsam und verrückt wie eh und je. Anfangs war ich etwas enttäuscht. Mit der Zeit hat mir die Geschichte rund um den Sardinen-süchtigen Vampir Valvatorez und seinem treuen Vasallen, dem (Un-)Prinny-Mädchen und dem Final Boss immer besser gefallen. Gerade im letzten Kapitel musste ich immer wieder laut loslachen, weil die Dialoge einfach herrlich dämlich sind. Man hat das Gefühl sich ein Laientheaterstück von 8-Jährigen (untalentierten) Kindern anzusehen. Das ist sicher nicht jedermanns Sache. Ich finde da sin dem Fall aber echt genial. Da passt auch schon wieder die üble Synchro. Einige Stimmen scheinen auch wirklich von Kindern übernommen worden zu sein.
Gameplay. Hm. Disgaea 4 ist gewohnt umfangreich und anscheinend auch noch etwas umfangreicher als die Vorgänger. Es gibt etliche Möglichkeiten seine Party zu optimieren und verbessern. Das Spiel ist ultrakomplex. Für Anfänger wird es schnell unübersichtlich und viele Funktionen werden unzureichend erklärt. Das ist aber nicht weiter schlimm. Man kann die Story auch ohne Kenntnisse über all die Details spielen. Viele sind sowieso erst für das Postgame wirklich interessant.
Ich überlege immer, ob Disgaea eigentlich schwer ist. In den Kämpfen muss man sein Köpfchen etwas anstrengen. Es gibt ein 'Geo Panel/Block'-System, das es erlaubt Felder mit Statuseffekten zu versehen. Dadurch entstehen interessante Rätsel, die man lösen muss, um extrem schwierige Kämpfe erst schaffbar zu machen.
Man trickst auch viel mit Spielmechaniken herum. (Klingt komisch, ist aber so.) Ein Final Fantasy Tactics (und auch jedes andere SRPG) spielt sich jedenfalls ganz anders (gewöhnlicher) und meines Erachtens auch anspruchsvoller. Disgaea ist eine sehr eigene Erfahrung. Man verbringt viel Zeit außerhalb der Kämpfe mit seltsamen, aufgesetzten Mechaniken oder man erwischt sich dabei stundenlang Items zu verbessern oder Chars aufzuleveln. Ich habe dabei viel Spaß, kann aber verstehen, wenn es vielen zu blöd ist.
Okay, das reicht für meinen ersten Anzockbericht.
