Interessanter Thread.
Erst einmal zu Bexter und der Geschichte mit den Trikots:
Da ich selber seit dem Kindergarten in meinem Heimatverein kicke und auch jetzt noch häufig an Wochenenden extra für ein Spiel der 2. Mannschaft (Kreisliga B) aus Münster, wo ich mittlerweile wohne, nach Hause komme, kann ich die Geschichte gut nachvollziehen. Zudem habe ich auch zwei Jahre die E-Jugend trainiert.
Was man dir vorhalten kann, ist, dass du nicht bedacht hast, dass ein Adidas Trikotsatz bei den Kindern für großen Neid sorgen kann. Wenn die Kleinen erstmal sehen, dass die andere Mannschaft Adidas trägt, wollen sie so etwas auch. Von daher wären die klassischen Sätze, wie z.B. Jako, in der Tat besser gewesen.
Die Reaktion aus dem Verein ist dann, wenn es sich tatsächlich so zugetragen hat, natürlich maßlos überzogen und schlichtweg lächerlich. Schließlich wolltest du den Kindern ja nur was Gutes tun, auch wenn dir die Wirkung nicht ganz bewusst war.
Mein Rat wäre übrigens, die Sache nochmal zu überdenken und die Kids zur kommenden Saison doch zu unterstützen, dann halt mit einem günstigeren Satz. Schließlich ging es dir von Anfang an darum, den Kindern und deinem Kumpel eine Freude zu machen und dem Verein etwas zurückzugeben. Das würde dir nach wie vor gelingen. Die Stimmen von einigen Oberen können dir da getrost egal sein, denn denen galt deine Absicht ja so oder so nicht. Und sich von den Vorkommnissen tatsächlich vergraulen zu lassen, wäre extrem schade.
Zum eigentlich Thema:
Als Student ist es sowieso meistens das Geld, dass einen verzichten lässt, und weniger die grundsätzliche Einstellung zu gewissen Dingen.
Ich kann mich glücklich schätzen, dass meine Eltern mich großzügig unterstützen, was nicht heißt, dass ich sorglos mit Geld umgehen kann, weil sie zur Not mein Defizit ausgleichen würden (was nicht der Fall ist oder auch wäre).
Aber es reicht soweit, dass ich keinen Nebenjob annehmen muss. War auch schon in der Schulzeit so. Meinen Eltern war es immer wichtig, dass ich mich auf das Studium bzw. die Schule konzentrieren kann, und nicht nebenher noch jobbe. In den Ferien bin ich dann dagegen arbeiten gegangen, damit ich mir auch mal selber etwas großes leisten konnte, wie z.B. einen Fernseher, oder das Geld für Reisen zurückgelegt habe.
Ich zügel mich in erster Linie bei ungesundem Essen, was bei mir aus ästhetischen Gründen geschieht. Manchmal stehe ich im Supermarkt und hätte Bock mir eine Tüte Chips, Schokolade oder eine Packung Eis zu kaufen, was ich dann aber zumeist lasse, da es dickt macht und ich mir dann zehn Mal überlege, ob ich wirklich etwas verpasse, wenn ich es nicht esse. Ab und zu kaufe ich mir so etwas aber schon und Fast Food esse ich auch häufiger. Dabei habe ich dann oft ein schlechtes Gewissen, was mich selbst ziemlich ärgert.
Überhaupt ist das Schlimme an diesem Verzicht, dass die meisten Menschen es zwar bewusst tun, sich aber damit selber strafen und es auch als Strafe empfinden. Das ist meiner Meinung nach der falsche Ansatz. Verzicht sollte aus Überzeugung geschehen und nicht aus Pflichtbewusstsein. Man macht sich nur unglücklich damit.
Kann das wieder selber bei mir beobachten: Wenn ich Klausurenphase habe, lerne ich oftmals den ganzen Tag. Gerade momentan ist das bei dem Wetter z.T. die reinste Qual. Ich mein, natürlich bringt es nichts, das Lernen sein zu lassen, und sich pausenlos in die Sonne zu legen. Dann bekommt man am Prüfungstag die Quittung. Aber mir fehlt dann auch ein wenig die Gelassenheit, die ein oder andere Prüfung in ein späteres Semester zu verschieben und dafür ein wenig mehr Freizeit zu haben. Der Leistungs- und Zeitdruck sind so hoch geworden, dass nur noch wenige Wochen pro Semester hat, die man wirklich genießen kann, indem man den Tag in der Sonne verbringt, ein Bierchen trinkt, feiert und einfach mal nichts tut. Und ich bin bei weitem nicht der fleißigste Student. Da wünsch man sich das vielzitierte Bummelstudium zurück.