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Verbrechen der Nazis: Fühlt ihr euch schuldig?

Fühlt ihr euch schuldig?

  • Ja

    Stimmen: 4 2,4%
  • Nein

    Stimmen: 166 97,6%

  • Umfrageteilnehmer
    170

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich hab es schon im ersten Beitrag geschildert mich stört die Doppelmoral der Gesellschaft, ich sehe im TV, wie grauenhaft die Nazis waren und gleichzeitig ist man heute fünfgrößter Waffenexporteur, lässt Medikamente in Indien testen und importiert fleißig Rohstoffe von übelsten Diktatoren und dort überall passiert genau das was doch eigentlich nie wieder passieren darf.

Meiner Meinung nach passt das alles nicht zusammen, dami hab ich eigentlich mein größtes Problem.
 
Wie hier international agiert wird, ist wirklich widerlich, da gebe ich Dir recht. Aber den Schuh müssen wir uns wohl Alle anziehen, oder wer hat hier keine Geräte aus China und wer guckt hier nicht die Meisterschaft in der Ukraine (hier kann ich mich wenigstens profilieren, ich kann mit Fußball nichts anfangen. Dafür habe ich F1 gesehen :ugly: )?

Aber das hat letztendlich nichts direkt miteinander zu tun. Über die Doppelmoral kann man schimpfen, klar. Aber das ändert nichts an dem, was hier passiert ist und in dem Zusammenhang immer auf Andere zu zeigen, hat den bitteren Beigeschmack des Relativismus. Und das ist einfach nicht akzeptabel.
 
Und zu wieviel Prozent davon an NATO-Partner? 90%? 95%? Das Problem sind u.A. die Lieferung nach Saudi-Arabien oder Israel, aber ein Großteil ist verhältnismäßig harmlos.
 
pil schrieb:
Ich trag ja des öfteren ein Shirt wo drauf steht "the good german" und werd doch recht blöd deswegen angeschaut. :ugly:

Vielleicht bildest Du Dir das auch alles nur ein ?

Die Deutschen haben def. ein Problem. :deal: So ein unfreies Volk gibts wohl selten, Komplexe bekommen hier eine ganz neue Definition. Die Deutschen werden das wohl auch nie überwinden, trotz un zähliger Generationen die Multikultureller nicht denken / leben können.

Das ist Deine Sichtweise. Ich habe die auf keinen Fall. Ich sehe nicht, dass "die Deutschen" ein "Problem" haben. Ich kenne auch niemanden in meinem Umfeld, der sich irgendwie schuldig fühlt. Ist mir noch nie begegnet, so ein Deutscher. Kann Deine subjektive Sichtweise nicht nachvollziehen.


Das Erbe sitzt tief, ich finds schade, ich hatte einen Naziopa, er ist Schuld, nicht ich. Ich bin das Gegenteil aber merke dass der Deutsche die Schuld ständig in Anderen sucht und mit dem Finger darauf zeigt. Du Nazi, hier ein Nazi, überall Nazis. Gibt ja auch Nazis aber noch lange nicht jeder Fingerzeig findet ihn auch.

Das verstehe ich jetzt überhaupt nicht. "Der Deutsche" hat ein Problem und fühlt sich schuldig, sucht die Schuld aber "in Anderen" ? Hä ? Erklär mal.
 
Das Einzige, was ich über diese Zeit fühle, ist die Veranwtortung, dafür zu sorgen, dass mein Kind ein korrektes Bild davon kriegt. Der Rest...pfft...ich werd' mich doch nicht für was entschuldigen oder schuldig fühlen, was passiert ist, als noch nicht mal meine Eltern geboren waren. Soweit kommt's noch... :kaffee:
 
Cale schrieb:
Wie hier international agiert wird, ist wirklich widerlich, da gebe ich Dir recht. Aber den Schuh müssen wir uns wohl Alle anziehen, oder wer hat hier keine Geräte aus China und wer guckt hier nicht die Meisterschaft in der Ukraine (hier kann ich mich wenigstens profilieren, ich kann mit Fußball nichts anfangen. Dafür habe ich F1 gesehen :ugly: )?

Aber das hat letztendlich nichts direkt miteinander zu tun. Über die Doppelmoral kann man schimpfen, klar. Aber das ändert nichts an dem, was hier passiert ist und in dem Zusammenhang immer auf Andere zu zeigen, hat den bitteren Beigeschmack des Relativismus. Und das ist einfach nicht akzeptabel.

Relativimus ist doch gleich die nächste reflexartige deutsche Reaktion in dieser Diskussion, dass witzige ist alles was in diesem Thread gesagt wurde, wurde exakt so schonmal gesagt. Man plappert Fremden nach, deren Texte man nicht mal gelesen hat...

Ich nehme nur Libyen als aktuelleres Beispiel, von Gaddafi hat man fleißig das Öl bekommen, im Bürgerkrieg wurde mit deutschen G36 Gewehren geballert und nachträglich gab es Massengräber zu bestaunen. Jeder weiß spätestens heute, was da gelaufen ist und die Regierung wusste das garantiert schon immer.

Aber niemand darf sagen, das Gaddafi genauso scheiße war wie Hitler, wohl nicht in dem Ausmaß, aber ist bei Menschenleben ja eh ziemlich egal, wie viele es am Ende waren, da einer schon viel zu viel ist. Aber das ist ja total inakzeptabel das zu schreiben, schließlich relativiere ich damit das Nazi Regime.

In jedem anderen Land (außer Israel) wird das gleichstellt, aber so was von.

Ich habe mir den Grundsatz aufgeschrieben, dass jeder Völkermord gleich schlimm ist (meiner Meinung nach die ehrlichste Sicht) und in unserer globalisierten Welt trägt man gewaltig Mitschuld, wenn man an diesen Leuten Waffen liefert oder ihnen Geld gibt ohne Ende.

Und wenn du sagst 90% der Waffenexporte gehen an Nato Partnern, dann ist das nicht weniger bedenklich, die handeln nur im wirtschaftliche und strategische Interesse des Westens. Deshalb hat man ja auch in Libyen ganz schnell gehandelt und in Syrien bis heute nicht und im Bahrain verschweigt man es sogar förmlich...
 
Anubis schrieb:
Relativimus ist doch gleich die nächste reflexartige deutsche Reaktion in dieser Diskussion, ...

Nein, ist es nicht. Hier geht es um Schuldgefühle bezüglich der Taten im dritten Reich, nicht um Gadhaffi oder Bahrein oder sonst was. Du lamentierst schon wierder an etwas anderem herum. Bleib beim Thema.
 
Anubis schrieb:
Cale schrieb:
Wie hier international agiert wird, ist wirklich widerlich, da gebe ich Dir recht. Aber den Schuh müssen wir uns wohl Alle anziehen, oder wer hat hier keine Geräte aus China und wer guckt hier nicht die Meisterschaft in der Ukraine (hier kann ich mich wenigstens profilieren, ich kann mit Fußball nichts anfangen. Dafür habe ich F1 gesehen :ugly: )?

Aber das hat letztendlich nichts direkt miteinander zu tun. Über die Doppelmoral kann man schimpfen, klar. Aber das ändert nichts an dem, was hier passiert ist und in dem Zusammenhang immer auf Andere zu zeigen, hat den bitteren Beigeschmack des Relativismus. Und das ist einfach nicht akzeptabel.

Relativimus ist doch gleich die nächste reflexartige deutsche Reaktion in dieser Diskussion, dass witzige ist alles was in diesem Thread gesagt wurde, wurde exakt so schonmal gesagt. Man plappert Fremden nach, deren Texte man nicht mal gelesen hat...

Ich nehme nur Libyen als aktuelleres Beispiel, von Gaddafi hat man fleißig das Öl bekommen, im Bürgerkrieg wurde mit deutschen G36 Gewehren geballert und nachträglich gab es Massengräber zu bestaunen. Jeder weiß spätestens heute, was da gelaufen ist und die Regierung wusste das garantiert schon immer.

Aber niemand darf sagen, das Gaddafi genauso scheiße war wie Hitler, wohl nicht in dem Ausmaß, aber ist bei Menschenleben ja eh ziemlich egal, wie viele es am Ende waren, da einer schon viel zu viel ist. Aber das ist ja total inakzeptabel das zu schreiben, schließlich relativiere ich damit das Nazi Regime.

In jedem anderen Land (außer Israel) wird das gleichstellt, aber so was von.

Ich habe mir den Grundsatz aufgeschrieben, dass jeder Völkermord gleich schlimm ist (meiner Meinung nach die ehrlichste Sicht) und in unserer globalisierten Welt trägt man gewaltig Mitschuld, wenn man an diesen Leuten Waffen liefert oder ihnen Geld gibt ohne Ende.

Und wenn du sagst 90% der Waffenexporte gehen an Nato Partnern, dann ist das nicht weniger bedenklich, die handeln nur im wirtschaftliche und strategische Interesse des Westens. Deshalb hat man ja auch in Libyen ganz schnell gehandelt und in Syrien bis heute nicht und im Bahrain verschweigt man es sogar förmlich...

Ich kann deine Meinung nachvollziehen und sehe das ähnlich. Allerdings gibt es schon einen Unterschied zwischen dem Holocaust und all den anderen Völkermorden: Hitler hat das Töten quasi industrialisiert. Das Töten von Juden wurde zu einem Produkt einer effektiv arbeitenden Industrie. Das macht all die anderen Völkermorde natürlich nicht weniger schlimm, aber der Holocaust war demnach der Gipfel menschlicher Brutalität und führt damit die traurige Liste solcher Verbrechen mit meilenweitem Vorsprung an.


Davon ab: Ich denke auch, niemand braucht sich schuldig fühlen. Allerdings sollten wir uns der Verantwortung klar werden, die uns unsere Vergangenheit aufbürdet - und bisher agieren wir auf diesem Gebiet vorbildlich. Nicht viele Regierungen entschuldigen sich für vergangene Taten und suchen die Versöhnung. Heute sind Länder wie Polen oder Frankreich, denen das dritte Reich die schlimmsten Dinge angetan hat, enge Verbündete. Darin liegt in meinen Augen die wahre Stärke Deutschlands, denn es gibt unzählige Beispiele, dass es auch anders laufen kann. Korea zum Beispiel, die sich wegen einem Krieg vor 50 Jahren noch heute bis an die Zähne bewaffnet gegenüber stehen und davor Angst haben, angegriffen zu werden. In meinen Augen hat dieses Denken, die Verbissenheit und die Sturheit der Führung vor allem Nordkorea ruiniert.
 
Cale schrieb:
Und zu wieviel Prozent davon an NATO-Partner? 90%? 95%?


Kannst du für 2010 z.B. alles hier nachlesen: http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/ruestungsexportbericht-2010,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf

Für andere Jahrgänge einfach Google nutzen
 
Ein sehr sensibles Thema und wenn ich ehrlich sein soll, hat mich vor allem - wenn ich mich jetzt auf Konzentrationslager beziehe - Schindlers Liste schockiert und einigermaßen informiert, wie es damals zugegangen sein könnte...

Es ist so unvorstellbar schlimm und grauslich; mir fehlen da einfach die Worte dafür.

Und nun, wie kann man all das Geschehene wieder gut machen? Gar nicht, will ich meinen.
Man kann nur zusehen, dass so etwas niemals wieder passiert!

Mitschuldig? Das sind wir, die heutige Generation, wohl nicht aber das das Verbrochene vieler Menschen der Kriegsgeneration zum Schämen ist, diese Ansicht teile ich mit vielen anderen hier.
 
Übrigens, es wird hier oft geschrieben, wir würden vorbildlich mit der Vergangenheit umgehen. Das stimmt so überhaupt nicht. Sicherlich haben wir auf dem Gebiet mehr geleistet als andere Staaten. Aber es gibt so viele Beispiele davon, wie der Staat sich mit Händen und Füßen gegen Entschädigungszahlungen gewehrt hat. Die kann man gar nicht alle aufzählen. Noch schlimmer, wenn es um die Verurteilung von Nazi- und Kriegsverbrechern geht. Die deutsche Justiz hat sich da alles andere als mit Ruhm bekleckert, die Politik oft genauso. Ein mitunter regelrecht beschämendes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte.
 
Wieviel soll die jetzige Generation denn noch gut machen? Mich nerven eher die ganzen Vorurteile als dieser Nazicrap von damals. Deutsche sind sooo... Afrikaner sind soo... Türken sind sooo... :sleep:. Daran sollten wir eher arbeiten.
 
http://www.podcast.de/episode/1230435/Aufrechte+Juristen+-+Die+Zentrale+Stelle+in+Ludwigsburg+-+18.05.2009/

Wer sich dafür interessiert, sollte die 20 Minuten dafür opfern.
 
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