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Verbrechen der Nazis: Fühlt ihr euch schuldig?

Fühlt ihr euch schuldig?

  • Ja

    Stimmen: 4 2,4%
  • Nein

    Stimmen: 166 97,6%

  • Umfrageteilnehmer
    170

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Slurms Mc Kenzie schrieb:
Schuldig nein. Als gänzlich Unbeteiligter kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen woher dieses Schuldgefühl rühren könnte.

Ich sehe aber die besondere Verantwortung, die aus dieser Episode deutscher Geschichte hervorgeht.

Scham trifft es aber ganz gut, wenn ich in gewissen Situationen sehe wie (teilweise) leichtfertig mit der Vergangenheit umgegangen wird oder manche Menschen in ähnliche Denkmuster verfallen, die kennzeichnend für das damalige Regime waren.

Ich finde es befremdlich wenn überall Fahnen wehen, z.B. bei während großer Sportevents. Das passt thematisch wahrscheinlich abernicht wirklich in diese Umfrage, denn mit Patriotimus konnte ich unabhängig von der Vergangenheit dieses Landes nie viel anfangen.

Word!
100%Agree
und
+1

Ich fühle mich natürlich auch nicht schuldig, aber ich habe ein ausgeprägtes Bewusstsein für das bedrückende, gesellschaftliche Erbe der Nazi-Zeit, die mehr war als nur ein Betriebsunfall der deutschen Geschichte. Sie war vielmehr der gesellschaftliche Super-Gau. Ohne den breiten Rückhalt in der Gesellschaft, hätten die Nationalsozialisten nicht das tun können, wozu sie in der Lage waren und ihre Propaganda wirkt bis in die heutige Zeit.

Gerade heute habe ich mich mit nem Kollegen darüber unterhalten und er sagte allen ernstes zu mir, das wäre damals halt so gewesen. 90% der reichen Menschen wären Juden gewesen und die Juden konnten damals nicht teilen. Hat er allen ernstes so gesagt.

Mir fällt auch auf, dass zwei Dinge oft aus den selben Mündern gefordert werden. Einerseits wird ein Ende der Erinnerungskultur gefordert, die den Deutschen angeblich übertriebene Schuldgefühle einreden würde. Anderseits wird ein größeres Recht auf Nationalstolz gefordert. Wie gesagt, oft von den gleichen Personen. Das lässt darauf schliessen, dass dieser dunkle Fleck, wie er ja gerne genannt wird, als störend empfunden wird. Das finde ich wiederum beunruhigend.

Meiner Meinung nach gab es bisher nur eine Generation, die umfassend über die Nazi-Zeit unterrichtet wurde und das fast die gesamte Schulzeit über. Und zwar meine. Heute scheint mir das zumindest nicht mehr so stark zu sein. Da kommen ja die dollsten Antworten über die Zeit zusammen. Da wird ja gerne auch mal die DDR mit der Nazizeit vermischt.

Ich für meinen Teil werde niemals so etwas wie Nationalstolz empfinden. Einerseits, weil das eh nicht meine Sache ist und eben auch wegen dieser Geschichte. Ich habe es eh immer eher als Vorteil gesehen, dass die Menschen in Deutschland davon eher befreit sind und sich auf die wesentlichen Dinge (Geld) konzentrieren, wenn es um staatliche Dinge geht.

Ganz und gar peinlich finde ich es, wenn Leute sich regelrecht Luft machen müssen, bezüglich des Gedenkens an die Opfer, es sie regelrecht wütend macht, wenn sie angeblich ständig auf die Greuel der Nazis hingewiesen werden, um sie an irgendetwas (was eigentlich?) zu hinden. Als Deutscher würde einem ein Schuldkomlex anerzogen und der Deutsche würde auf Grund dessen ständig zur Kasse gebeten. Diese Haltung verbreitet sich immer mehr und ist unerträglich.
 
Gerri schrieb:
Warum soll ich mich für etwas schuldig fühlen was ich nicht begangen habe?

Ihr Saarländer habt euch ja 1935 mit großer Mehrheit sogar freiwillig für die Diktatur und für Adolf Hitler entschieden! Für euch ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen! Ihr wart richtig geil darauf, mitzumachen! :D

Bundesarchiv_Bild_102-04301A%2C_Berlin%2C_Ankunft_der_Abstimmungsberechtigten.jpg


:grins:
 
Also ich fühlte mich auch nicht schuldig, mir geht diese ewige Nazi Diskussion in den Nachrichten etc. auch nur noch auf dem Geist. Die sagen, man soll nie vergessen, damit es nie wieder passiert, aber gleichzeitig wird mit jedem Schurkenstaat munter Geschäfte gemacht (Libyen, Bahrein, China usw.). Da finde ich ist die Türkei konsequenter... nicht vorbildlich, aber wenigstens nicht so heuchlerisch.

Natürlich finde ich waren die Nazi Verbrechen eine Untat und das will ich auch gar nicht irgendwie herabsetzen (das wird einem ja gerne unterstellt, wenn man es wagt andere Völkermorde im Zusammenhang zu erwähnen), dass es extrem verachtenswert war.
 
Ich sag ja das es nicht vorbildlich ist oder wieso überließt du das?

Mich wundert einfach, wie man hier in Deutschland über den Schrecken der Nazis diskutiert und im Hintergrund mit jedem anderen Diktator bereitwillig Gespräche führt.

Man nehme Bahrain und Syrien, von Bahrain kommen nur Randnotizen und Syrien überschwemmt die Nachrichten. Ist das jetzt nur Zufall das Bahrain der Freund des Westens ist und Syrien mit dem Iran abhängt??? Ganz zu schweigen von den G36 Gewehren die in Hülle und Fülle im Libyen benutzt wurden... und wenn man ne staatliche Talkshow guckt, erklärt einem ein dt. Politiker, wie grauenhaft die Verbrechen der Nazis waren.

Bin ich ernsthaft der Einzige, der so was hinterfragt?
 
Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal ne Talk-Show gesehen habe, in der mir ein deutscher Politiker erklärte, wie grausamn die Verbrechen der Nazis waren. Genaugenommen hat mir dies das letzte Mal eine Arte-Doku vor Augen geführt, die stille Bilder der Originalschauplätze mit vorgelesenen Aussagen von Überlebenden eines Konzentrationslagers zusammenbrachte. Da wurde mir bewusst, wir reflexhaft wir ständig über die Verbrechen der Nazis reden, ohne solche zutiefst erschütternden Bilder vor Augen zu haben.
 
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