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Türkei in die EU

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DieTürkei als EU-Mitgliedsstaat

  • Ja

    Stimmen: 14 13,3%
  • Nein

    Stimmen: 85 81,0%
  • Weiß nicht

    Stimmen: 6 5,7%

  • Umfrageteilnehmer
    105

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Nasreddin schrieb:
Ich sehe nicht, wo der durchschnittliche Türke bei seinen Werten von der europäischen Idee einer freiheitlichen Demokratie weiter entfernt wäre als etwa ein durchschnittlicher Bewohner Bayerns.

Es geht nicht darum, ob und wie weit er von irgendwelchen Werten entfernt ist, sondern darum, dass innerhalb der EU fast jeder eine eigene Linie verfolgt, bzw. es nur in den seltensten Fällen eine einzige Linie gibt, auf die sich die Mitgliedsstaaten einigen können.

Aktuelles Beispiel: Finanztransaktionssteuer

Und logischerweise wird es mit jedem zusätzlichen Mitglied schwieriger.
 
Wieso die EU funktioniert doch eigentlich, also gestern habe ich erst wieder im Fernsehen gesehen, wie schlecht es uns z.B. ohne der Euro Währung gehen würde, die Schweiz hat jetzt das Problem, welches wir dann hätten. Dann wäre die DM total viel wert, im Vergleich zum Euro und die ganzen Ausländer könnten unsere Ware nicht mehr kaufen und das wäre für ein Land, wie Deutschland, welches vom Export lebt total bitter.

Darüber berichtet man nur deutlich weniger, weil das Fussvolk ja so gerne so was hört, wie: "Wir müssen die Schulden, der Griechen bezahlen, eine riesige Sauerei" oder "morgen sind wir alle arm".
 
Cale schrieb:
Ihr beruft Euch ernsthaft darauf, die heutigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme daran fest zu machen, was irgend ein Fuzzi vor tausend Jahren mal als "Europa" definiert hat. Und wenn Fuzzi Anatolien damals dazu gerechnet hätte, wäre es OK? :vogel:

Nein, die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problematiken, die sich durch einen EU-Beitritt ergeben würden, sind zusätzlich zur geografischen Absurdität dieses Vorschlags zu betrachten.

Aber vielleicht haben wir da einfach zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen: Für mich hat "Europäische Union" eine völlig offensichtliche, eindeutige geografische Dimension. Für dich hingegen ist dieser Aspekt scheinbar völlig vernachlässigbar. Klar, wenn man den Staatenbund, der aktuell unter dem Namen EU formiert, als einfaches Wirtschaftsbündnis angrenzender Staaten versteht, ist das Geografie-Argument natürlich hinfällig. Ich nehme an, du hättest auch kein Problem mit einer Aufnahme von Weißrussland oder der Ukraine, wenn sie die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllen würden?
 
Anubis schrieb:
Wieso die EU funktioniert doch eigentlich, also gestern habe ich erst wieder im Fernsehen gesehen, wie schlecht es uns z.B. ohne der Euro Währung gehen würde, die Schweiz hat jetzt das Problem, welches wir dann hätten. Dann wäre die DM total viel wert, im Vergleich zum Euro und die ganzen Ausländer könnten unsere Ware nicht mehr kaufen und das wäre für ein Land, wie Deutschland, welches vom Export lebt total bitter.

Ich bin aus der Schweiz und wage es jetzt einfach mal zu behaupten, dass es dem Land besser geht jedem der einzelnen EU-Länder. Auch mit einem starken Franken.
 
@Om3ga: Von mir aus auch Feuerland und Australien. Hat allerdings nicht mit den wirtschaftlichen Voraussetzungen allein zu tun. Die Kopenhagen-Kriterien für einen EU-Beitritt liegen weitaus breiter gefächert, als nur die wirtschaftlichen Punkte. Das ist ein eher kleinerer Teil, dazu gehören auch noch Justiz, Bürokratie/Verwaltung, Institutionelle Stabilität, Menschenrechte, Sakularität, Politische Vorgaben etc. etc.. Unter rein wirtschaftlichen Kriterien könnte die Türkei wahrscheinlich schon morgen beitreten.

Die Geographie heranzuziehen macht höchstens bei einem Militärbündnis Sinn. Außerdem müßte man danach mal ganz schnell die Franzosen, Briten und Niederländer rauswerfen, die haben ja noch Ländereien quer über den Planeten verteilt :grins:
 
Witzigerweise sind die Türken, die ich persönlich kenne und mag alle selbst gegen einen Beitritt der Türkei in die EU. :roll:

Aber da die Türkei imo ein sehr starker Partner mit einer gesunden und wachsenden Volkswirtschaft wäre der auch zwischen Europa und Afrika/Arabien sehr gut vermitteln könnte und ausserdem vielleicht neuen Wind und neue Perspektiven in die verfahrene EU-Situation bringen könnte ist für mich ein Beitritt durchaus denkbar.
 
wer die wirtschaftlichen kriterien bei nem EU beitritt als entscheident sieht, naja was spircht dann überhaupt dagegen genau diese wirtschaftliche zusammenarbeit vertraglich zu erleichtern? dürfte ja nicht das problem sein. die EU ist aber weit mehr als nur ne wirtschaftsvereinigung.

und wachstum ist für mich kein argument. klar hat die türkei nen starkes wachstum, die haben ja auch viel nachzuholen. wachstum ist sowas von überschätzt und wird vermehrt zu nem problem. die einzige lösung der politik und der wirtschaft auf alle probleme ist wachstum. sorry, sowas kann doch nicht auf lange sicht funktionieren.

die EU muss erstmal zeigen, dass sie wirklich auch mal an einem strang ziehen können, bevor sie sich noch größer und unterschiedlicher machen.
 
lüsterneLINDA schrieb:
und wachstum ist für mich kein argument. klar hat die türkei nen starkes wachstum, die haben ja auch viel nachzuholen. wachstum ist sowas von überschätzt und wird vermehrt zu nem problem. die einzige lösung der politik und der wirtschaft auf alle probleme ist wachstum. sorry, sowas kann doch nicht auf lange sicht funktionieren.

Also DAS musst du mir mal erklären :staun:
 
CandleWaltz schrieb:
Also DAS musst du mir mal erklären :staun:

Na, dass unser gesamtes Wirtschaftssystem auf Wachstum aufgebaut ist, ist doch bekannt. Dass dies aber ein grundsätzlicher Fehler ist und dem System irgendwann das Genick brechen wird (sieht man ja aktuell wieder wunderbar) wird nicht von einem EU-Beitritt oder Nicht-Beitritt der Türkei behoben werden.
 
om3ga schrieb:
CandleWaltz schrieb:
Also DAS musst du mir mal erklären :staun:

Na, dass unser gesamtes Wirtschaftssystem auf Wachstum aufgebaut ist, ist doch bekannt. Dass dies aber ein grundsätzlicher Fehler ist und dem System irgendwann das Genick brechen wird (sieht man ja aktuell wieder wunderbar) wird nicht von einem EU-Beitritt oder Nicht-Beitritt der Türkei behoben werden.

Und was ist die Alternative? Kein Wachstum? Das kann's ja auch nicht sein.
Das ist halt Kapitalismus in Reinform, so läuft's eben einfach.
 
wir haben ja noch nicht mal ansatzweise das bisherige potential der EU abgeschöpft, dafür nen sack voll ungelöster probleme. welchen wirtschaftlichen sinn soll es also machen, die EU noch größer zu machen?

klar, die in der wirtschaft sind total notgeil auf einfachstes und hauptsache schnelles wachstum, wie es bei nem beitritt der türkei der fall wäre. dadurch haben wir aber trotzdem kein einziges unserer probleme gelöst. bestes beispiel hierfür dieser artikel: http://www.taz.de/!76936/ ab "Die EU braucht die Türkei" wirds interessant. besser kann man es nicht mehr zeigen wo die probleme der EU liegen und dass man diese sicher nicht über die türkei lösen kann. nur will genau dies dieser artikel einem glauben machen.

wie wäre es denn mal zur abwechslung dafür zu sorgen, dass die staaten, die schon in der EU sind auch davon im gleichen wirtschaftlichen ausmaße profitieren wie beispielsweise deutschland?
 
Ich habe heute im Büro nicht schlecht gestaunt, als ich die leicht niedergeschriebenen Worte wie Mittelalter im Zusammenhang mit der Türkei las. Wie manche Leute hier auf solche Ausdrücke kommen (hallo junger Padawanrevolution), ist mir aber kein Rätsel. Wie viele von diesen Leuten waren je selber im nahen Osten unterwegs und - wichtig: WIE unterwegs? Als reiner Tourist, der sich im Hotel einbunkert und das Meer geniesst, konnte ich mit 15 zu den Einwohnern dieser Länder auch keine Bindung aufbauen, von ihrer Weltanschauung und den dort herrschenden Sitten nichts mitkriegen. Damals fiel es mir auch leicht, zu urteilen, ohne zu wissen.Dies hat sich geändert, denn der Mensch ist immer bloss ein Mensch, überall, zwei Beine, Arme, Hände, Füsse, Ohren, Augen. Wir sind gleich, uns unterscheidet von Natur aus nichts.

Was den Beitritt angeht, muss die Türkei erstmal dafür sorgen, dass die Religion dem Staat untergeordnet wird, so wie es das Erbe Atatürks will und sich im gleichen Atemzug die stark islamisch konservative AKP vom Hals schaffen - Erdogan und seine Lakaien haben lange genug schmarotzt. Die Streitmacht muss beim Volk wieder den gleichen Respekt geniessen, wie vor der scham und urteillosen Inhaftierung zahlreicher Offiziere, die mit den jüngsten Rücktritten aus der Spitze schon für genug Schwächung und Furore gesorgt hat. Somit wäre auch für die, mittlerweile zu lang hinausgezögerten, Handlungen gegen die PKK im Osten gesorgt und das Volk würde sich endlich wieder sicherer fühlen, so wie es sich also gehört.

In wirtschaftlicher Hinsicht sollte das florierende System im Westen des Landes ausgebreitet werden, statt jetzt schon im frühen Statium auf Biegen und Brechen einer ohnehin schon bröckelnden Union beitreten zu wollen, die aber in den nächsten zehn, zwanzig Jahrem, im Hinblick auf den kontinuierlichen Wirtsschaftsaufschwung der Türkei (und natürlich vorausgesetzt, dass dies so bleibt), sicherlich von dessen Beitritt profitieren könnte.

Aber wer weiss schon, was der Morgen bringt, sodass es sich lohnen würde, jetzt schon über die nächsten 20 Jahre zu sinnieren. ;)
 
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