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Telekom wird (V)DSL ab Mai drosseln

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Fergy schrieb:
snowman schrieb:
Im Worst Case Szenario musst du dir 2016 n neuen Provider suchen.
Und spinnt man das ein wenig weiter, dann braucht man 2020 4 Internetverträge, da man nur bei der T-Com unbegrenzt TV sehen kann, beim Kabelanbeiter X sind Steam-Downloads ohne Limits möglich, Konkurrent Y rechnet keine Youtube-Videos ein und bei Z kann man so viel Maxdome und Videospiele laden, ohne ein Limit zu haben. Alle andern Dienste kommen nur Tröpchenweise durch die Leitung.

2020 verteidigen wir uns gegen haushohe Killerratten, die aufgrund der radioaktiven Verseuchung nach Kims Atomschlag mutiert sind und finden kaum noch Zeit zum surfen.

Bis dahin ist alles im grünen Bereich denn wir leben JETZT und JETZT ist das Leben geil, Honig fließt in Bächen, Gummibärchen wachsen an den Bäumen und die Telekom hat noch keine Drosselung.

Was macht ihr euch den sooooo n Riesenschädel ?
Die Benzin und -Strompreise explodieren. Nich schlimm aber wenn ich 2036 für n Fünfer extra meine zusätzlichen 1TB Traffic buchen muss, geht >heute schon< die Welt unter.
 
Genau, das Konzept "Managed Services" scheint sich am Horizont als neues Geschäftsmodell abzuzeichnen, und so wird dann wohl jeder Anbieter eigene Partnerschaften (eventuell Exklusivpartnerschaften) abschliessen, um jeweils den Kunden besondere Interneterlebnisse zu bieten.

Kabel Deutschland bietet derzeit ein relativ "vernünftiges" Drossel-Modell. Was nicht heisst, dass ich diese Entwicklung begrüße, aber eine hohe Auslastung des Netzes, die dann zu Stoßzeiten auf Kosten anderer Nutzer geht, sollte unterbunden werden. Wenn die Möglichkeiten des Ausbaus an die Grenzen stoßen, muss das eben so gelöst werden.

Das Modell der Telekom ist allerdings komplett daneben. Und die Anwendungen im Internet werden ja nicht schlanker, sondern immer bandbreitenhungriger, teilweise legt man es schon darauf an, die Rechenleistung in die Wolke zu verlegen. Wie soetwas mit einem gedrosselten Internet funktionieren soll, weiß wohl bei der Telekom niemand.

Und die Netzneutralität wird ja nicht dadurch verletzt, dass die Telekom irgendwann die Bandbreite drosselt, sondern dadurch, dass dann Telekomeigene Services bevorzugt behandelt werden. Dabei schaue ich garnicht so sehr in Richtung Entertain und VoIP, dies sind eigentlich unabhängige Services, die extra gebucht und abgerechnet werden müssen. Aber die Telekom bietet Netzcontentanbietern an, selbst gegen Gebühr zum "managed Service" Status zu gehören. Das hat die Telekom vor Jahren schon mit Google versucht und ist gescheitert. Darum ruckeln auch Youtube-Videos bei der Telekom, weil Google-Services über einen langsameren Backbone transportiert werden. Hier hat die Telekom aber vor, die Nutzung ihres durch Steuermittel finanziertes Netz (wird trotz Privatisierung immernoch stark subventioniert) von beiden Seiten bezahlen zu lassen. Und da hört der Spass langsam auf.

Die Aufweichung der Netzneutralität hat mit dem Spotify-Deal begonnen. Hat nur keiner so richtig mitgekriegt, oder den Leuten wars egal. "Scheiss drauf, ist doch toll für mich", aber so einfach ist das leider nicht.
 
langer Text, erklärt aber einige Fragen...

Bandbreitensteuerung / Highspeed-Volumen

Detaillierte Liste der Eigenschaften

Beschreibung

Analog zum Mobilfunk werden ab 02.05.2013 Regelungen zur Begrenzung der Bandbreite auf 384 KBit/s bei Überschreitung eines definierten Highspeed-Volumens in die AGB / Leistungsbeschreibungen aller Call & Surf und Entertain Neuverträge aufgenommen.

Die Bandbreitensteuerung dient der verursacher-gerechten Bepreisung der Internet-Nutzung bei hohen Datenvolumen. Um für alle Nutzer eine hohe Qualität sicherzustellen, werden Regelungen zur Bandbreite in Abhängigkeit vom Datenverbrauch in den Neuverträgen aufgenommen.

Bei Call & Surf mit VDSL und Call & Surf oder Entertain mit Fiber 100 / 200 sind bereits heute Regelungen zur Bandbreitensteuerung in den AGB enthalten. Diese werden zum 02.05.2013 auf die neuen Regelungen angepasst.

Die technische Begrenzung der Geschwindigkeit ist zurzeit noch nicht aktiviert. Diese erfolgt erst, sobald es für die Sicherstellung der hohen Netzqualität erforderlich wird. Nach heutigen Prognosen zum Datenwachstum wird dies aber nicht vor 2016 sein.

Call & Surf / Entertain Bestandskunden (mit Beauftragung vor 02.05.2013) sind von der Änderung nicht betroffen.
Entertain Dienste (Live-TV, Videoload über Media Receiver, TV-Archiv) und Telefonie werden weder gezählt noch begrenzt.

Hintergrund

Durch schnellere Internet-Anschlüsse und geänderte Internet-Nutzung steigt das Datenvolumen im Internet stetig an. Die Telekom entwickelt daher das Netz und die Anschluss-Technik ständig weiter, um höhere Bandbreiten und Innovationen zu ermöglichen sowie höchste Qualität für den Internet-Zugang sicherzustellen.

Hierzu sind kontinuierliche Investitionen notwendig. Heute werden Tarife vorwiegend nach Bandbreite unterschieden. Um auch die unterschiedliche Nutzung des Anschlusses mit einzubeziehen, wird ein "Highspeed-Volumen" im Festnetz eingeführt.

Alle Call & Surf bzw. Entertain Tarife, die ab 02.05.2013 beauftragt werden, sind zudem mit einem hohen Highspeed-Volumen, von mind. 75 GB, ausgestattet, so dass nur ein geringer Anteil der Kunden betroffen wäre. Lediglich 3% der Privatkunden würden nach heutigem Nutzungsverhalten (Stand: März 2013) das Highspeed-Volumen überschreiten. Für den Großteil der Kunden ändert sich nichts.

Die Höhe des Highspeed-Volumens ist abhängig vom gewählten Tarif. Bei einer Überschreitung dieses Volumens ist es vertraglich zulässig, die Übertragungsgeschwindigkeit zu begrenzen. Mit der technischen Umsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzung (nicht vor 2016) werden Zubuchoptionen eingeführt, mit dem Kunden auch über das integrierte Volumen hinaus das Internet mit Hochgeschwindigkeit nutzen können.

Begrenzung bei den jeweiligen Tarifvarianten

Call & Surf mit DSL / Entertain mit 16 MBit/s (inkl. VDSL 16)
vereinbartes Highspeed-Volumen und Begrenzung der Geschwindigkeit:
Highspeed-Volumen (inklusive): 75 GB
Down- / Upload: 384 KBit/s

Call & Surf mit VDSL / Entertain mit VDSL
vereinbartes Highspeed-Volumen und Begrenzung der Geschwindigkeit:
Highspeed-Volumen (inklusive): 200 GB
VDSL bis 50 MBit/s*
Down- / Upload: 384 KBit/s
*200 GB gelten auch für Rückfallgeschwindigkeiten VDSL 25 und VDSL 16 bei Call & Surf. Bei VDSL 16 für Entertain gelten 75 GB, da preisgleich zum 16 MBit/s-Angebot.

Call & Surf / Entertain mit Fiber
vereinbartes Highspeed-Volumen und Begrenzung der Geschwindigkeit:
Highspeed-Volumen (inklusive):
Fiber 100: 300 GB
Fiber 200: 400 GB
Down- / Upload: 384 KBit/s
 
Könnte so kommen, Fergy.

Genau wie beim Project 10 Dollar.
Am Anfang starte eine Firma, hat schelte kassiert und man hörte von Boykott etc. und heute interessiert sich kaum mehr einer für und fast jeder Publisher packt nun Onlinepässe bei.

Bei den Providern wird es wohl, nach der Telekom, auch kommen.
Denn wie kann man Geld mit DSL Anschlüssen machen?
Natürlich mit dem Traffic.
Gleiches gibt es bereits im Mobil-Sektor (LTE und UMTS).

Wie gesagt sollte man den Speed aber auf ein erträgliches Niveau drosseln.


@Cloud, und wo läge die Grundversorgung?
Bei 100 GB im Monat?
Bei 200?
 
Schöner Artikel von netzpolitik.org

https://netzpolitik.org/2013/drosselkom-warum-das-datenaufkommen-nur-vorgeschoben-ist-und-die-telekom-einfach-nur-mehr-geld-verdienen-will/


Da steht auch der eigentliche Grund für die Drosselung drin:

Von netzpolitik.org darauf angesprochen, antwortete ein Sprecher der Telekom erneut ausweichend. Welche Teile des Netzes an ihre Grenzen stoßen, wollte man uns nicht konkret benennen. Stattdessen nannte man den eigentlichen Grund:

Es geht darum, dass die Umsätze der Telekommunikationsbranche sinken […].

Umsatzentwicklung Telekommunikationsbranche (Jahresbericht Bundesnetzagentur): Von 67,3 Mrd. in 2005 auf 58,4 Mrd. in 2011.
 
Ja natürlich geht es ums Geld:D

Warum sonst drosselt Vodafone LTE, bietet aber Highspeed für eine Gebühr?
Als ob nun plötzlich der Sendemast besser versorgt wird oder die User weniger werden, wenn ich Geld für mehr Geschwindigkeit (nach der Drossel) zahle.
 
Deutschlandfunk: Telekomsprecher verteidigt Flatrate-Bremse
Fakt bei uns ist: Drei Prozent der Kunden verursachen mehr als 30 Prozent des Datenvolumens. Das bedeutet für die Kunden: Lieschen Müller subventioniert bisher den Heavy User.

[...] Natürlich kann es sein, dass Kunden in Zukunft mehr Highspeedvolumen brauchen. Wenn sie aber mehr Leistung möchten, werden sie auch bereit sein, mehr dafür zu bezahlen. Das ist, denke ich, bei allen Produkten und Dienstleistungen so.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/2087069/
 
Fergy schrieb:
Deutschlandfunk: Telekomsprecher verteidigt Flatrate-Bremse
Fakt bei uns ist: Drei Prozent der Kunden verursachen mehr als 30 Prozent des Datenvolumens. Das bedeutet für die Kunden: Lieschen Müller subventioniert bisher den Heavy User.

[...] Natürlich kann es sein, dass Kunden in Zukunft mehr Highspeedvolumen brauchen. Wenn sie aber mehr Leistung möchten, werden sie auch bereit sein, mehr dafür zu bezahlen. Das ist, denke ich, bei allen Produkten und Dienstleistungen so.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/2087069/

bullshit.3.jpg


Diese 3% verursachen dann aber auch Traffic jenseits der 200TB.
Wenn sie die Drosselung also weiter oben ansetzen, kriegen sie diese 3% genauso an den Eiern.
 
Auch schön, dass nur nebulös von "Kunden" gesprochen wird. Da kann der Business-Bereich gleich beschönigend mit eingerechnet werden.

Interessant auch der Vergleich mit dem „All you can eat“-Restaurant, wo der T-Com-Typ dann lieber abbricht / das Thema wechselt. :ugly:
 
Das ist doch alles käse. Ich verstehe nicht, was Netzausbau mit Volumen zu tun hat. Es ist ja nicht so, dass man wegen des Volumens das Nets ausbauen muss. Man legt Kabel, um neue Orte zu erschließen, allen voran, um sein eigenes Entertain anzubieten. Und wer dann was nutzt, ist doch der Leitung egal.

Das ist doch alles bescheuert.
 
Man argumentiert das andere mitzahlen müssen, wegen den 3% und will "diese Ungerechtigkeit" ändern, aber wegen diesen 3% (oder u.a.) sollen aber auch allen anderen die Flatrate genommen werden.
Zudem werden die Tarife ja nicht günstiger oder habe ich was übersehen?
Man zahlt dann nicht mehr für die mit, aber zahlt hinterher nicht weniger?
 
Es ist ja nicht so, dass man wegen des Volumens das Nets ausbauen muss.

Sicher muß man das, die schon liegenden Kabel haben doch auch nur eine begrenzte Kapazität. Wenn jetzt jeder XYZ GB mehr im Monat streamen will, muß man da auch neue Kabel legen. Vielleicht nicht heut oder morgen, aber in ein paar Jahren bestimmt.
 
Ja und genau hier riecht es doch schon arg nach scheiße:)

Warum alles ausbauen, wenn dem Großteil eh 75 GB reichen?
Wegen 3% ausbauen und alle müssen es mitfinanzieren (wie vorher)?
 
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