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Soziale Verantwortung?

Soziale Verantwortung? Mitarbeiter kündigen oder behalten?


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    28

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Folgendes Szenario.

Ihr seid Leiter eines kleinen Unternehmens mit 15 Angestellten.
Eine Führungskraft in diesem unternehmen ist suchtkrank und bekommt seine (oder egal welche) Arbeit einfach nicht mehr hin. Zu viele Fehler, zu zerstreut etc. und kostet eurem Unternehmen dardurch regelmäßig (zum Teil viel) Geld.

Die Führungskraft ist:

- 49 Jahre alt
- Wohnt in einem Eigenheim, nicht abbezahlt
- hat keine Familie
- ist von Anfang an mit dabei
- bemüht (!)
- verdient knapp 2500€ Netto und hat einen Firmenwagen für 55k
- ist freundlich zu den Mitarbeitern

Wenn ihr ihn Kündigt, hat er so gut wie keine Chance wieder an Arbeit zu kommen. In eurem Unternehmen gibt es keine andere Position / Möglichkeit ihn einzuetzten (entweder ist genaues Arbeiten erforderlich oder die Stelle wäre in gewisser Weiße "unwürdig" (-> von Führungspoition zum Helfer)

Auf die Suchtkrankheit wurde er wiederholt angesprochen / Hilfe angeboten doch er lehnte immer ab und erkannte seine Problematik nicht als Problematik (wie so oft)


Wie würdet ihr handeln?

Rauswerfen, damit euer unternehmen nicht belastat wird ODER behalten, weil er sonst komplett abstürzen würde und versuchen ihn durchzuziehen?
 
Auf die Suchtkrankheit wurde er wiederholt angesprochen / Hilfe angeboten doch er lehnte immer ab und erkannte seine Problematik nicht als Problematik (wie so oft)
Die Frage ist, ob die Angebote ausgereicht haben. Ansonsten könnte der AN vor Gericht ziehen und die Kündigung anfechten.

BTW: Hab ja auf einer Werft gearbeitet. Da hätte man jeden 3. Kollegen wegen Alkohol rauswerfen können :ugly:
 
Kündigen. Wenn man schon mehrmals versucht hat Hilfe anzubieten und er keine Hilfe annimmt, dann muss man die Konsequenzen daraus ziehen. Denn als Unternehmer trägt man die Verantwortung für sämtliche Mitarbeiter und da ist so ein Szenario auf lange Sicht nicht zumutbar. Denn wenn der Mitarbeiter dem Unternehmen schadet bzw. Geld kostet, betrifft das auch die anderen Mitarbeiter bzw. deren Existenz wenn die Firma mal den Bach runter gehen sollte.

Demnach schlicht und einfach kündigen. So leid es einem auch persönlich tun mag.
 
warum wohnt er alleine in einem nicht abbezahlten eigenheim, wenn er offensichtlich schon etliche jahre arbeitet und eine für eine person ausreichend große wohnung bei seinem verdienst überschaubar schnell finanziert ist? bewohnt er alleine ein ganzes haus?
 
Kündigen. Wenn man schon mehrmals versucht hat Hilfe anzubieten und er keine Hilfe annimmt, dann muss man die Konsequenzen daraus ziehen. Denn als Unternehmer trägt man die Verantwortung für sämtliche Mitarbeiter und da ist so ein Szenario auf lange Sicht nicht zumutbar. Denn wenn der Mitarbeiter dem Unternehmen schadet bzw. Geld kostet, betrifft das auch die anderen Mitarbeiter bzw. deren Existenz wenn die Firma mal den Bach runter gehen sollte.

Demnach schlicht und einfach kündigen. So leid es einem auch persönlich tun mag.


Mann muss vielleicht dazu sagen, dass es der Firma recht gut geht, sie aber sehr von der Wirtschaft abhängig ist.

Du machst ihn damit komplett kaputt. Haus frisch hingestellt, keine aussicht auf Job. Der wird zum Sozialfall. Die Zerstörung seine sozialen Existenz ist da quasi vorprogrammiert.
 
warum wohnt er alleine in einem nicht abbezahlten eigenheim, wenn er offensichtlich schon etliche jahre arbeitet und eine für eine person ausreichend große wohnung bei seinem verdienst überschaubar schnell finanziert ist? bewohnt er alleine ein ganzes haus?

Ja tut er. Wieso er sich dann gleich ein Haus hinstellt bleibt mir verborgen. Wollte da ursprünglich mit seiner lebensgefährtin einziehen, die in aber verlassen hat.

Sooooo lang verdient er noch nicht so "viel", die Firma ist erst 2 Jahre alt.
 
Hilfe (Anonyme Alkoholiker, Entziehungskur ect pp) anbieten und dem Mitarbeiter im Gespräch deutlich klarmachen, dass man sich trennen muss, falls sich die Situation nicht verbessert.
 
Mann muss vielleicht dazu sagen, dass es der Firma recht gut geht, sie aber sehr von der Wirtschaft abhängig ist.

Du machst ihn damit komplett kaputt. Haus frisch hingestellt, keine aussicht auf Job. Der wird zum Sozialfall. Die Zerstörung seine sozialen Existenz ist da quasi vorprogrammiert.
Das verstehe ich; das ist auch wirklich traurig. Aber jeder ist für sich selbst verantwortlich und wenn er zum wiederholten Male keine Hilfe annimmt, dann muss man einfach die Reißleine ziehen.
 
ich finde denn fall zu konstruiert dahingehend, dass es nur eine entscheidung gibt zwischen totaler zerstörung seiner existenz durch kündigung oder mehr oder weniger beibehalten des status quo. wenn man ihm kündigt hat er immernoch genug möglichkeiten, seine existenz zu sichern, wenn auch auf einem anderen niveau. sein haus kann er wieder abstoßen, das ist für eine person eh zu groß. warum seine lebensgefährtin überhaupt kürzlich dem bau eines hauses zugestimmt hat (für dass sie dann ja finanziell auch mit eingespannt sein wird), wenn er da offensichtlich schon suchtprobleme hatte ist doch ohnehin fragwürdig. und warum kann man ausschließen, dass er nach einer kündigung nicht doch aufwacht, sich in behandlung begibt und danach neu anfängt? immerhin ist er als langjährige führungskraft ja offensichtlich jemand, der nicht auf den kopf gefallen ist.
 
Das verstehe ich; das ist auch wirklich traurig. Aber jeder ist für sich selbst verantwortlich und wenn er zum wiederholten Male keine Hilfe annimmt, dann muss man einfach die Reißleine ziehen.

Sehe ich genau so. Du bist ja eigentlich schon sehr "sozial", in dem du ihn nicht direkt entlässt. In großen, eher anonymen Unternehmen wäre er vermutlich schon längst weg vom Fenster, wenn das denn aufgefallen wäre.

Du brauchst natürlich einen "Grund" um ihn zu entlassen (die Fehler die er macht, müssen also nachweisbar sein und ersichtlich, dass das Unternehmen Geld wegen ihm verliert). Man kann jemand nicht entlassen, nur weil er eine Sucht hat - dies muss sich schon deutlich auf seine Arbeit auswirken. Und selbst dann muss man erst mal abmahnen - es sei denn natürlich, dass du bereit bist eine Abfindung zu zahlen, aber wenn er von Anfang an dabei ist, wird das teuer für dich.
 
zu wenig infos: wie gehts der firma, wie ist das verhältnis zu mitarbeitern bzw wie wirkt sich sein verhalten auf diese aus (freundlich hin oder her).
ich schätze mal, der mann kostet das unternehmen etwa 70-75k €/jahr + fehler. das ist eindeutig zu teuer. soziale verantwortung hin oder her, wenn keinerlei akzeptanz der situation besteht, gibt es keine alternative zur kündigung. so platt, wie es hier dargestellt wird, kann man das aber einfach nicht entscheiden....

edit: weil @Bexter es grade erwähnt: es ist unendlich schwierig, einen mitarbeiter zu entlassen. ein hoch auf das deutsche kündigungsschutzgesetz!
 
ich finde denn fall zu konstruiert dahingehend, dass es nur eine entscheidung gibt zwischen totaler zerstörung seiner existenz durch kündigung oder mehr oder weniger beibehalten des status quo. wenn man ihm kündigt hat er immernoch genug möglichkeiten, seine existenz zu sichern, wenn auch auf einem anderen niveau. sein haus kann er wieder abstoßen, das ist für eine person eh zu groß. warum seine lebensgefährtin überhaupt kürzlich dem bau eines hauses zugestimmt hat (für dass sie dann ja finanziell auch mit eingespannt sein wird), wenn er da offensichtlich schon suchtprobleme hatte ist doch ohnehin fragwürdig. und warum kann man ausschließen, dass er nach einer kündigung nicht doch aufwacht, sich in behandlung begibt und danach neu anfängt? immerhin ist er als langjährige führungskraft ja offensichtlich jemand, der nicht auf den kopf gefallen ist.

ich weiß nicht ob dardurch seine Existenz total "Zerstört" wird, aber es ist wahrscheinlich. Das Gewerbe ist ziemlich hart. Da ist das Unternehmen in dem er bislang beschäftigt ist mit seiner humanen und eher sozialen Einstellung die Ausnahme. In seinem Alter und seiner Krankheit wirds dann ganz schnell sehr schwer bis ummöglich nochmal in dieser Branche Fuß zu fassen. Das hat auch nichts mit seiner Quallifikation als Führungskraft zu tun. Er hat seine Arbeit seinerzeit gut gemacht. Nie der Beste aber solide.

Was mit seiner Lebensgefährtin war und warum sie ihn verlassen hat weiß ich nicht und es geht mich auch nix an. Fakt ist er hat ein Haus gebaut, sie ist weg.
 
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