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Snowden, NSA & Co

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

eMKay schrieb:
Hätte Bushido darüber rappen sollen?
;)

Von mir aus gern, wenn der Text dann nicht klingt, als wäre er von einem geistig zurückgebliebenen 5jährigen verfasst worden. :deal:

eMKay schrieb:
Was schlägst du denn vor?

Tja, ich würde mal sagen, wir marschieren alle mal zum Dagger-Komplex in Griesheim und blasen denen den Marsch. Mal daran erinnern, was Freiheit, Menschenrechte und Demokratie bedeuten. Die kleinen unwichtigen Dinge im Leben eben.
 
Öffentliche Proteste, Demonstrationen, Petitionen, die Piraten könnten mal irgendwas sinnvolles machen, Internet-Nerdrage...

Bei Guttenberg hat man gemerkt, dass Medien und Volk gleichermassen reagiert haben. Der Sturm liess auch kaum nach.

Und jetzt liest man sogar in einem "gebildeten" Forum wie unserem nur, dass das ja sowieso nicht schlimm sei, man habe ja auch nichts zu verbergen.

Warum soll Frau Merkel irgendwo Angst bekommen, wenn es keinen Aufschrei ihrer Wählerschaft gibt? Wen vertreten die Medien überhaupt?
 
Das Problem ist, dass das Thema glaub ich für viele zu abstrakt ist. Wenn es heißt, dass sich ein POlitiker nen Doktortitel erschlichen hat, hat jeder so ne ungefähre Vorstellung davon, was das heißt. Zudem kann "der kleine Mann hier unten" wieder gegen "die da oben" wettern, denen sowas durchgehen gelassen wird.

Wenn es aber darum geht zu merken, wieso die Datensammlung der NSA ein Unding ist und JEDEN einzelnen etwas angeht, geht vielen Leuten die Vorstellungskraft aus. Dann kommen so "Argumente" wie "ich hab ja eh nix zu verbergen" und "die können ja nicht so viele Leute anstellen, die sich das alles anschauen"...
Dass diese Datenmassen durchaus sehr effizient von Algorithmen komplett durchkämmt werden können, verstehen viele schon nicht. Und wie schnell da Fehler passieren können, wird in den Medien auch nicht wirklich thematisiert.

Allgemein geht es mir in den Medien zu stark um das Schicksal von Snowden. Der Mann hat meinen größten Respekt und ich ziehe meinen Hut vor einem, der wissend um die Konsequenzen sowas an die große Glocke hängt.
Aber anstatt wieder und wieder zu berichten, wie er in Moskau festsitzt, sollte es Sendungen geben, was genau bei der NSA angestellt wird, es sollten Recherchen über die Verwicklung des BND angestellt werden, Aufklärungssendungen erstellt werden, wie so etwas prinzipiell jeden fälschlicherweise ins Fadenkreuz rücken lässt, was man u.U. erst beim nächsten USA-Urlaub merkt, wenn einen die Herren in Schwarz am Flughafen erwarten.
Mit Berichten über den Menschen Snowden kann man bei der Politik keinen Druck erzeugen. Da benötigt es Inhalte. Aber das haben die Medien wohl auf breiter Front eh verlernt...
Und natürlich sollte auch ein Bewusstsein geschaffen werden, was mit so einem Überwachungsmonster möglich wäre, sollte die freiheitlich-demokratische Grundordnung mal komplett über den Haufen geworfen werden.
 
Snowden ist halt das "Gesicht" der ganzen Story. Das können die Leute zuordnen.

Ich hör viel im DLF und les in der SZ, da geht es auch viel um den eigentlichen Skandal. Eigentlich kann man alleine in der Presseschau im DLF schon ein ziemlich breit gefächertes Echo mit Infos raushören.

Aber wer ausser mir hört schon regelmässig DLF...? :ugly:
 
Ja, und ich glaube ehrlich gesagt auch, dass das bewusst unterbunden wird. Eigentlich ist es schon ziemlich naiv zu denken, dass die Medien das unbewusst nicht thematisieren.

Ich finde die ganze Sache einfach erschreckend.
 
Was hast du denn bisher gemacht Zimti?

Ich habe im Forum nur von einem das (dumme) Argument gelesen "Ich habe eh nicht zu verbergen".
Was den Rest angeht hat mir Barto schon das meiste vorweg genommen. Selbst mich betrifft das. Für mich ist das Thema zwar nicht zu abstrakt und ich kann mir genau vorstellen, was man mit solchen Daten machen kann und wie gefährlich es ist, nur sage ich dir ganz ehrlich: Ich fühle mich ohnmächtig dagegen.

Da wurde ein Überwachungsapperat aufgebaut, der einfach übermächtig und gigantisch ist. Das Problem ist, dass anscheinend alle mitgemacht bzw. davon gewusst haben, dass ich jetzt hier sitze und mich frage "Wo soll man überhaupt anfangen?".
Ich weiß aktuell nicht was man als deutsche Regierung dagegen tun kann. Wir sind in dieser Sache von so vielen anderen Ländern abhängig, die anscheinend nicht unsere Meinung zu Privatsphäre teilen. Wo fängt man also an? Auf moderne Kommunikationsmedien verzichten ist keine Option.
Sanktionen? Gegen wen? Die USA? Das schafft ja nicht mal die UN.

Ich gebe Dir Recht, dass es ein unhaltbarer Zustand ist, aber ich fühle mich tatsächlich ohnmächtig.

el_barto schrieb:
Aber anstatt wieder und wieder zu berichten, wie er in Moskau festsitzt, sollte es Sendungen geben, was genau bei der NSA angestellt wird, es sollten Recherchen über die Verwicklung des BND angestellt werden, Aufklärungssendungen erstellt werden, wie so etwas prinzipiell jeden fälschlicherweise ins Fadenkreuz rücken lässt, was man u.U. erst beim nächsten USA-Urlaub merkt, wenn einen die Herren in Schwarz am Flughafen erwarten.

Da gab es in der letzten Woche gute Talkrunden zum Thema.
Dort sind (wie ich schon im Politikthread geschrieben habe) aber auch Politiker mit dem Hamlet-Argument aufgelaufen.

Ich glaube, dass die Materie so komplex und umfassend ist, dass man da nicht mal schnell eine Reportage drüber abdrehen kann.
 
RPS. schrieb:
Ja, und ich glaube ehrlich gesagt auch, dass das bewusst unterbunden wird. Eigentlich ist es schon ziemlich naiv zu denken, dass die Medien das unbewusst nicht thematisieren.

Meinst du als absichtliche Manipulation?
Ne, das ist mir dann zu verschwörungstheoretisch :D

Die Medien senden, was die Leute sehen wollen. Und es ist nicht erst seit gestern so, dass sich Geschichten dann verkaufen lassen, wenn man sie einem Gesicht zuordnen kann, wie Zicke schon gesagt hat.
Das interessiert die Menschen, man kann mitleiden, wenn Snowden ne Woche lang in Transitbereich des Moskauer Flughafens sitzt.
Wenn die jetzt von Data Warehouses, Such-Algorithmen und spekulativen Zukunftsvisionen, in denen die USA von einem diktatorischen Unterdrücker regiert werden, der die Überwachungsmechanismen zur Sicherstellung der Regierungskonformität nutzt, steigen einfach die meisten aus, egal wie sehr man es "for Dummies" verpackt.

Vllt sendet man diese Message mal verknüpft mit den Einzelschicksalen, die hier im Thread schon verlinkt wurden...
Wäre zwar immer noch nicht die eigentliche journalistische Aufgabe (die Angelegenheit aufzuklären, Recherchen zu betreiben, nachzubohren, die es wehtut), aber ein Anfang.

eMKay schrieb:
Für mich ist das Thema zwar nicht zu abstrakt und ich kann mir genau vorstellen, was man mit solchen Daten machen kann und wie gefährlich es ist, nur sage ich dir ganz ehrlich: Ich fühle mich ohnmächtig dagegen.

Geb ich dir recht, seh ich auch so. ich oder du können da nix dagegen machen. Schon gegen den WIllen der Regierung sind "wir" recht ohnmächtig (außer mit der Wahlstimme), gegen den Willen der Geheimdienste, die unabhängig von der Regierung operieren können (weitgehend) können wir als Einzelpersonen nix machen.

Und genau deswegen seh ich hier die Medien in der Verantwortung. Die sollten das Know-How und die Quellen haben, hier nachzubohren, Verwicklungen aufzudecken etc.
Und wenn das technische Wissen fehlt, um das zu verstehen: Dann heuert man Berater an, die vom Fach sind. So spezielle Rocket Science, dass es kein Informatiker weitestgehend verstehen könnte, ist das alles auch nicht.
Und über eine wirkliche mediale Aufklärung kann man dann auch die breite Masse erreichen und darüber evtl. ein Umdenken bei der Regierung erwirken oder zumindest eine Sensibilisierung erwirken.

Was auch immer letzteres bringen soll... Ich kann mir gut vorstellen, was diese Daten bringen, aber trotzdem bin ich noch bei Facebook aktiv, hab ne Mailadresse bei und ein Handy-OS von Google, nutze Dropbox etc...
Man ist halt auch leider zu abhängig geworden von diesen Diensten.
 
@ barto und eMKay

Wir können auch nichts wirklich ändern, da uns schlicht die Möglichkeiten fehlen. Es bleibt die Frage, wie lange unsere Medien das Ganze aufrecht erhalten können und wollen, wenn ausser einem Achselzucken und Gleichgültigkeit aus dem Volk nichts kommt.

Ich würde gerne auf eine Demo gehen, aber im Umkreis von 100km ist da bisher nichts gewesen.

Jedenfalls bin ich abermals froh, auf viele Social Networkes zu verzichten.
 
Das Problem ist doch, dass der Verzicht auf Social Networkes bzw. der verantworungsvolle Umgang (den ich auch gepflegt habe) mit selbigen, der auch die ganze Zeit gepredigt wurde, absolut für die Katz ist, da deutlich sensiblere Daten abgegriffen, gespeichert und analysiert werden.

@Zimti
Warum organisierst du dann keine Demo?

Meine Fragen sollen weiß Gott nicht destruktiv sein oder dich an den Pranger stellen, aber nach Deiner Aussage (die ich ja im Inhalt teile), möchte ich einfach nur wissen, ob und wenn ja was du aktiv dazu beiträgst diesen Missstand abzuschaffen.
 
Wenn er 'ne Demo organisiert, kommt der Staatsschutz. Hat man doch jetzt gesehen. :deal:

Es ist schon richtig. Wir können nix machen. Die sitzen in Tools drin, die wir alle brauchen. Unsere Regierung kümmert es nicht bzw. unterstützt sie das Vorgehen sogar - wen wollen wir mit Demos erreichen? Das mit den Tools werden wir damit niemals lösen und die Regierung...pfft...im September tauschen wir da bestenfalls ein Rudel Sackgesichter gegen ein anderes aus. Am Ende werden da aber wieder die gleichen Überwachungsfanatiker sitzen.
 
Ich bin prinzipiell immer für Demos, da ich am eigenen Leib erfahren habe was man mit Demos und seiner Wählerstimme bezwecken kann (Abschaffung der Studiengebühren in Hessen nach 2 Semestern).

Nur sehe ich in diesem konkreten Fall keine Erfolgsaussichten für Demonstrationen. Selbst wenn es uns in Deutschland im Schnitt nicht so gut gehen, würde und damit die Bevölkerung in Schaaren demonstrieren würd, weiß ich nicht weiß was die Regierung (realistisch) ändern/bewirken könnte.
 
Zimtzicke schrieb:
Öffentliche Proteste, Demonstrationen, Petitionen, die Piraten könnten mal irgendwas sinnvolles machen, Internet-Nerdrage...

Sind nach meiner Meinung die Einzigen, die da überhaupt was machen.... (nur 2 Beispiele: http://kryptoparty.de/ http://stopwatching.de/ )

.... und wir haben zumindest im September eine Chance was zu machen :deal:

Glod schrieb:
Tja, ich würde mal sagen, wir marschieren alle mal zum Dagger-Komplex in Griesheim und blasen denen den Marsch. Mal daran erinnern, was Freiheit, Menschenrechte und Demokratie bedeuten. Die kleinen unwichtigen Dinge im Leben eben.

Bin dabei!

So, mal sehn bei wem als erstes nun das Telefon und danach die Türklingel losgeht :gerri:
 
Nehmen wir uns doch ein Beispiel an den Türken oder den arabischen Frühling. Diese Leute kämpfen auch für ihre Freiheit und Demokratie... Wir müssen das Schrittweise anstellen aber vor allem endlich mal anfangen (!), sonst sind wir wirklich irgendwann Chancenlos!

Sinnvolle Schritte währen z.B. jeden im Freundeskreis/auf der Arbeit zu informieren was gerade abgeht und dann eine langzeit Demo veranstalten (z.B. Wochenlang vor Regierungsgebäuden campen).

Wir könnten auch erstmal einen Sammel-und Ideenthread aufmachen :D
 
Gerri schrieb:
Sinnvoll wäre es wenn alle aus Facebook austreten würden und jeder weiß wie wahrscheinlich das ist ^^

Sorry Gerri, aber das ist komplett Sinnlos. Wieso nicht das was wir haben nutzen und gegen Prism etc. anwenden? Nach deiner Logik müsstest du also auch aufhören dein Telefon zu benutzen oder ganz aus dem Internet rausgehen...
 
http://www.piratenpartei.de/2013/07/15/piraten-deutschland-ein-uberwachungsstaat-virtuelle-rasterfahndung-schon-heute-moglich/

Was die Piraten dazu sagen!
 
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/fuenf-schlechte-argumente-fuer-mehr-ueberwachung-a-911202.html

5 schlechte argumente für mehr überwachung.. alle klassiker dabei
 
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