Bäh – ich fühle mich richtig reudig. Meine Freundin forciert ein Studium ab Herbst 14 nachdem sie sich innerhalb unserer Firma auf eine Stelle in der Logistik beworben hatte, diese aber nicht bekam. Dieser Groll hat dazu geführt, dass sie nun sagt, sie könne sich so weiter keine Betätigung im Sachbearbeitungsbereich vorstellen, ebenso wenig wie sie sich aber auch eine Führungsposition vorstellen kann. Gleichzeitig trägt sie schon ewig den Traum nach Fotografie in sich, sie fährt auf analoge Entwicklung etc. total ab – und will nun Fotografie oder Design studieren, obwohl die Aussichten auf einen Job absoluter Horror sind. Sie stellt sich vor in einer Bildagentur zu arbeiten – deutschlandweit 2 Stellen ausgeschrieben – wow. Wenn man sich Alumni Berichte durchliest, dann machen die meisten einen Master oder präsentieren ihr Praktikum als dicken, fetten Erfolg. Sie träumt von Kameras und Objektiven für mehrere tausend Euro, woher das Geld kommen soll kann sie mir allerdings nicht sagen. Sie ist jetzt auch kein super selbstbewusstes Hipster Chick, dass bei Bewerbungsgesprächen alle um den Finger wickelt. Und die Studienorte sind halt alle, alle am Arsch der Welt – bzw. Oldenburg ist am Arsch der Welt.
Die Vorgeschichte ist ja die, dass ich für sie meine langjährige Freundin verlassen habe, mit der ich schon zusammenwohnte. Ich bin dann nach einem halben Jahr Pendelei in eine 2 Zimmer Wohnung gezogen und meine Freundin quasi mit, schläft jeden Tag hier, hat ihre Klamotten aber zuhause. Wir haben jetzt ein wunderbares Jahr zusammen verbracht, dass mich in soweit geändert hat, dass ich nicht mehr den Drang habe in meine Heimat „zu fliehen“, weil ich mit ihr viel, viel mehr teilen und genießen kann, als mit meiner Ex-Freundin, die ja nichtsdestotrotz ein toller, aber schwieriger Typ ist. Aber ich habe mir damals nicht vorgestellt und das tue ich jetzt noch nicht, dass ich von bald an einsam und alleine nach Feierabend in meiner Scheiss-Bude sitzen kann und sie sich n schönes, Leben macht. Ihre Idee ist ja, nach dem Studium wieder einen „normalen“ Job anzufangen, wenn man höchstwahrscheinlich nichts findet und nebenbei ein Kleingewerbe aufzumachen und ja einiges über die Kunst des Schönen gelernt zu haben.
Ich weiß, es ist scheisse jemanden unter Druck zu setzen, der sich verwirklichen möchte, aber ich genieße jede Sekunde mit ihr, aber bei allem, was sie mir erzählt zu dem Thema bleiben mir die Worte weg, ich kann mich dazu nicht äußern und der Gedanke, dass sie sich verpisst sprengt mich in tausend Teile.