Ich habe meine Gedanken dazu mal geordnet. Auch auf deine Statistik hin
@Urgs
Vielleicht habe ich noch gar nicht genau gewusst, wo bei mir der Schuh eigentlich drückt, ich probiere es noch mal.
Zu den Zahlen
162.397 Eheschließungen in Deutschland (2016)
81.963 Scheidungen mit minderjährigen Kindern in Deutschland (2016)
Quelle:
https://de.statista.com/statistik/d...n-mit-minderjaehrigen-kindern-in-deutschland/
63.996 Streitfälle beim Familiengericht wegen des Unterhalts des Kindes (2016)
54.349 Streitfälle zum Umgangsrecht der Kinder (2016)
39.713 Streitfälle Unterhalt des Ehegatten (2016)
22.975 Sonstige Streitfälle zu Kindersachen (2016)
Quelle:
https://www.destatis.de/DE/Publikat...ichte2100220167004.pdf?__blob=publicationFile (Statistisches Bundesamt Familiengerichte)
Ich gebe zu, dass diese Ansammlung von Zahlen vom mir im folgenden ein Stück weit interpretiert wird, das jetzt fachlich noch zu 100% aufzuarbeiten dauert mir jetzt einfach zu lange. Worauf ich aufmerksam machen will ist das: Es werden viele Ehen mit Kindern geschieden, und obwohl zu 95% im Scheidungsverfahren das gemeinsame Sorgerecht gesprochen wird (das meinte ich mit "Der Staat boxt das gemeinsame Sorgerecht durch), ist der Rechtsstreit für viele Paare damit imo, nicht beendet. Nun laufen nicht alle Rechtsstreits des Jahres 2016 auch noch im Jahr 2016 an. Imo zeigt aber die Statistik, dass die Familiengerichte in Deutschland häufig innerhalb des gemeinsamen Sorgerechts noch Urteile fällen müssen. Das bezieht sich vor allem auf den Unterhalt, sowie auf den Umgang des Kindes. Was sich jetzt im Detail immer hinter diesen Entscheidungen verbirgt, weiß ich allerdings auch nicht.
Ich bin also nach wie vor NICHT
@Urgs davon überzeugt, dass sich die Eltern in den meisten Fällen einvernehmlich trennen und die Sache völlig unkompliziert geregelt wird. Ich gehe weiterhin davon aus, dass es oft zu Streitfällen kommt, die vor Gericht landen! Das erscheint mir auch intuitiv nachvollziehbar zu sein, wenn man sich überlegt, in was sich die Eltern in Bezug auf das Kind alles einig sein müssen.
Die selbstbewusste, im Leben stehende Frau, ist scheinbar NICHT dankbar und froh darüber, dass der Ex-Mann und Vater eine große Rolle spielt, oder umgekehrt. Aber hier treffen wir wieder auf einen Punkt, an dem du eine ganz andere Sicht der Dinge hast, als ich. Das haben wir ja auch öfter.
Streitigkeiten um das Sorgerecht und das Umgangsrecht nehmen auch noch zu.
Joseph Salzgeber arbeitet seit 30 Jahren als Gutachter bei verschiedenen deutschen Familiengerichten, er wird hinzugezogen, wenn sich ein getrenntes Paar nicht einigen kann, bei wem das Kind wie viel Zeit verbringen darf. „Es gibt heute wesentlich mehr Streit im Umgangsrecht“, sagt er. „Kinder sind heute das einzig stabile Liebesobjekt in einer Zeit, in der alles auseinanderbricht. Die Ehe geht kaputt, den Job verliere ich, die Wohnung, nichts ist mehr sicher. Nur das Kind, das bleibt.“ Darum kämpfen die Eltern erbitterter denn je.
Quelle:
https://www.welt.de/politik/deutsch.../Wie-Pendelkinder-am-50-50-Modell-leiden.html
Welche Formen des Umgangs mit Kindern jetzt noch übrig bleiben, ist dann noch mal eine andere Debatte, die ich jetzt nicht noch zusätzlich anstoßen will.