Sodele, bin auch durch. Dürften so 7-8 Stunden gewesen sein mit Absuchen der Levels nach dem Sammelzeug.
Grafisch auf jeden Fall ein richtiges Brett, da darf und muss sich dann ab jetzt jedes folgende NextGen-Spiel dran messen lassen. Die Kämpfe, auch wenn sie immer gleich abliefen, waren super inszeniert, die Locations zumindest abwechslungsreich.
ABER: Ich wurde das Gefühl nicht los, dass mir zu oft gezeigt wurde, WARUM das Spiel so gut aussehen kann. Klon-Gegner en massé, ein Schlauchlevel nach dem anderen, NULL Physik bzw. Umgebungsbeeinflussung und noch nicht ganz die Sichtweite, die ich mir später mal erhoffe.
Wird aber trotzdem erstmal 'ne gute Zeit das bestaussehendste X1-Spiel sein (bei NextGen allgemein denke ich, dass Killzone da noch 'ne Schippe drauflegen wird bzw. noch besser aussieht), in Sachen Atmosphäre und Setting hat Crytek auf jeden Fall gute Arbeit geleistet. Die Gesichter sind auch Referenz.
Rein spielerisch war's nicht ganz so schlimm, wie befürchtet. Die Gegner sind im Verlauf des Spiels zum Glück doch etwas anspruchsvoller geworden und erforderten hier und da taktisches Herangehen - gerade zum Ende hin wird's dann doch recht knackig. Gab auch auf jeden Fall tolle Kampf-Momente, die Bosskämpfe fand' ich auch klasse.
Trotzdem: Es war einfach zu wenig Varianz in den Kämpfen. Warum nicht unterschiedliche Waffen oder Kampfstile? Argumentiert wird damit, dass die Choreographien zu umfangreich geworden wären. Nur leider hatte ich das Gefühl, von den angeblich 100 Moves auf Dauer die immer gleichen 10-15 zu sehen. Hier und da gab's mal einen "Aha"-Move...und ward dann nie mehr gesehen. Seltsam.
Die einzige "Abwechslung" sind die lächerlichen Speer-Sequenzen in Moorhuhn-Manier sowie das doch sehr simple, auf Schienen getragene Formation-Vorrücken. Im Ansatz ok, aber spieltechnisch sehr bieder umgesetzt. Da fand ich die Spracherkennung von Kinect und die daraus folgenden Befehle an die Soldaten sinnvoller und besser integriert.
Ach, und dann bleiben da noch die Sammelsachen...ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal derartig lieblose und völlig nutzlose Gegenstände gesammelt habe. Außer einem Counter, die wievielte Rolle man gesammelt hat, kommt da ja NICHTS. Kläglicher Versuch, irgendwie noch Inhalt ins Spiel zu packen. Andere Spiele verbinden das Sammelzeug wenigstens mit freischaltbaren Content oder Story-Schnipseln - gerade bei Ryse hätte es sich doch prima angeboten, über die Schriftrollen mehr über die Locations oder Charaktere zu erfahren.
Ist viel Kritik. Und als "Spiel" macht Ryse definitiv sehr viel falsch. Aber die Kämpfe für sich, die Grafik, die tolle Musik, das Design und andere Aspekte sind dafür richtig gut. Die 4-5er Wertungen finde ich deshalb auch etwas zu krass. Mehr als 'ne 7 ist's meiner Meinung nach aber auch nicht. Aber definitiv 'ne 10 als Vorzeige-Spiel für die Xbox One in Sachen Präsentation und Technik (auch wenn das Spiel, wahrscheinlich sogar noch in 1080p, genauso auf der PS4 aussehen würde/könnte).
Werde mir die Tage noch den Multiplayer angucken, glaube aber nicht, dass dieser viel Langzeitmotivation bieten wird. Werde dann einfach mal beliebig aus der Freundesliste die Leute zum CoOp einladen. Singleplayer wird irgendwann sicherlich auch nochmal durchgespielt, dann auf dem legendären Schwierigkeitsgrad.