@ Spawn
Ich vermute mal, du meinst den DLC in dem Schloss. Aber was war denn da? Enge Räume und Korridore. Spieldauer 20 Minuten oder so. Und ja, da funktioniert das Ganze, denn RE hat seit Teil 4 halt das "Problem", dass man
1) dem Charakter über die Schulter blickt und ergo ein viel größeres Sichtfeld hat als bei den alten Teilen
2) Die Gegner nicht zurückschießen sondern dumm auf einen losgehen - Zombies und Mutanten halt
Und das resultiert dann wiederum darin, dass man Gegner im Grunde schon auf lange Distanz abknallen kann, bevor sie einem auch nur ansatzweise gefährlich werden können. Diesen Punkt kann man nur auf zwei Arten lösen:
1) Man erhöht die Zahl der Gegner und ihre Geschwindigkeit massiv (wie gesehen in Teil 4 und 5), muss sie aber natürlich kurz vorm Spieler abbremsen, weil der sonst einfach überrannt werden würde
2) Man lässt den Spieler durch enge verwinkelte Räume laufen, wo man einzelne Gegner hinter Ecken verstecken oder einfach von der Decke fallen lassen kann.
Ersteres ist 'ne dämliche Lösung, funktioniert aber. Zweiteres funktioniert auch, ist aber in seinen Möglichkeiten viel zu eingeschränkt. Man kann so schlicht und ergreifend keine Zombie-/Mutantenapokalypse ansprechend inszenieren (was aber der Dreh- und Angelpunkt der RE-Reihe ist). Man kriegt so nur einzelne kleine und isolierte Fälle und das Stadium hat die RE-Reihe spätestens nach Teil 2 hinter sich gelassen. Wenn man es mal genau nimmt, hat schon Teil 2 nicht das geliefert, was die Story versprochen hat. Racoon City wird von Zombies überflutet und wieviele genau waren dann - aus Rechenpowergründen - im Spiel? 20? 30?
Und wie oft möchte man als Spieler durch einsame verlassene Objekte/Gegenden streifen, wo mal wieder ein Umbrella-Wissenschaftler was verschüttet hat und deswegen die Fliegen zu kanonenkugelgroßen Scheißhaufen mit Stacheln mutiert sind? Das Konzept hatte sich doch schon nach Teil 3 totgelaufen.
Ein RE, wie es die Fans wollen, findet man bei Silent Hill. Verlassener Ort, wenige Gegner, kaum Munition - das funktioniert, aber das funktioniert nur deswegen, weil die Serie ihre mystische Komponente hat, der man das Setting abkauft. Ein RE in der Form würde imo nicht mehr funktionieren, weil RE eben darauf aufgebaut ist, Freaks die Rübe runterzuballern. Das war schon in den alten Spielen so und das ist immer noch so.
Wie ich oben schon schrieb, bin ich der Ansicht, dass man - wenn man das alte RE wieder haben möchte - auch die starren Kameraperspektiven wieder einführen muss, damit dem Spieler die Übersicht genommen wird und man ihn effektiv mit wenigen Gegner plötzlich konfrontieren kann. Alles andere würde durch die Schulterperspektive auf Dauer zum Witz und ich bezweifle, dass das jemand mehr als einmal spielen möchte. Die starren Perspektiven würden dem Spiel aber sofort das Genick brechen, weil man dann eben aus dem Off angegriffen wird, durch plötzliche Perspektivenwechsel Probleme mit der Steuerung kriegt etc. - also quasi all das, was schon bei den alten Teilen scheiße war.
Ich bin der Meinung, dass man das Prinzip von Teil 4 und 5 aber dahingehend verfeinern kann, dass wieder die alte Panikstimmung aufkommt. Das das passiert, wage ich zu bezweifeln, aber man kann ja mal träumen:
1) Keine "Kampfmusik" wenn Gegner in einem Areal auftauchen
Es ist kacke, dass diese Musik beim ersten Sichtkontakt anfängt und auch erst dann aufhört, wenn der letzte Gegner in dem Areal tot ist, egal ob man den sieht oder nicht. Ohne diese Musik könnte man weitaus mehr Überraschungen einbauen.
2) Munition so einschränken, dass nicht zwingend jeder Schuss zählt, der Spieler aber trotzdem nicht einfach drauflos ballern kann. Das Kampfsystem bietet bei RE im Gegensatz zu anderen Shootern sehr viele Feinheiten (durch die Trefferzonen und die daraus resultierenden Reaktionen der Gegner) und der Spieler sollte gezwungen sein, diese auch taktisch einzusetzen.
3) Gegner mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten
So wie es im Moment ist, ist es lächerlich. Gegner sprinten durch's Areal und werden kurz vorm Spieler zu Schnecken. Der Grund dafür ist offensichtlich, aber es bleibt lächerlich. Stattdessen sollte man den Gegner unterschiedliche aber dafür auch konstante Geschwindigkeiten verpassen. Ein paar schleichen, ein paar stürmen, ein paar bewegen sich normal. So ist der Spieler mit den Stürmern beschäftigt und die anderen können sich inzwischen ranarbeiten. Der Druck wird in einer Actionszene dadurch permanent größer. Momentan ist er von Beginn an konstant und das ist suboptimal.
Ich denke, durch diese 3 Punkte könnte RE die Ballerorgie bleiben, die es jetzt ist und trotzdem wieder mehr in Richtung Survival gehen. Das wird natürlich nicht passieren. Man will ja das CoD-Klientel ansprechen. Aber es wäre immerhin eine Möglichkeit.
Ich persönlich habe mich mit der Action-Ausrichtung gut arrangiert. Mir haben Teil 4 und 5 sehr gut gefallen (5 besser als 4) und der Trailer sieht für mich schon sehr lecker aus. Mir persönlich waren die Teile 1-3 aber auch viel zu steif und lahm. Von daher ist das Neue wohl einfach eher nach meinem Geschmack.