Review
Grafik: Bombastisch und locker eines der bestaussehenden Nextgenspiele bis dato. Sehr detaillierte Charaktere, wunderbar scharfe Texturen und super Beleuchtung sowie Rauch- und Partikeleffekte. Würde die Umgebung nicht teils zu "leblos" und statisch wirken, wärs perfekt (Stichwort Betongräser etc.).
9.5/10
Sound: Eigentlich müsste man hier zwei Wertungen geben, eine für den Ingame Sound und eine für die Zwischensequenzen. Keine Ahnung, woran es liegt, ob an der Kompression oder nem Dekodierungsfehler, aber der Sound in den Zwischensequenzen ist so dumpf und blass, dass er qualitativ locker zum schlechtesten gehört, was man überhaupt bisher auf Konsole hören musste. Dafür würds höchstens ne 4-5/10 geben.
Zum Glück macht das Spiel an sich den deutlich größeren Teil aus und da sind Stimmen und Schüsse dann auch wieder knackscharf und bieten eine sehr gelungene Soundkulisse. Die Synchronsprecher sind auch klasse, besonders wieder Albert Wesker mit seiner herrlich arroganten Art.
Insgesamt ne 8.0/10
Gameplay: Renne von A nach B und töte alles und jeden. Mehr gibts eigentlich nicht zu tun. Das war bei Resident Evil 4 zwar schon ähnlich, wurde beim 5. Teil aber nochmal fokussiert, was auch in einer deutlich höheren Gegnerdichte resultiert. Die Steuerung kann da leider nicht mithalten und wurde nicht entsprechend angepasst, was öfter mal für derbes Fluchen sorgen kann, wenn man einen der schnelleren Gegner mal wieder aus dem Sichtfeld verloren hat und dann erst wieder umständlich vor ihm wegrennen muss, um dann neu zu zielen.
Rätsel gibst so gut wie gar nicht mehr und das neue Echtzeit Inventar ist meiner Meinung nach ne komplette Fehlentscheidung - und auch deutlich zu klein. Die vielen aufrüstbaren Waffen sind hingegen wieder einer der positiven Aspekte des Spiels und erhöhen den Wiederspielwert.
Der Koop Modus mag im Koop eine nette Dreingabe sein - im Singleplayer ist er nichts weiter als ein ständiges Ärgnernis, wenn die Partnerin mal wieder ins Gras beißt oder einem wichtige Heilitems klaut.
8.0/10
Fazit: Was ist in dieser Generation nur aus Capcom geworden. Vom Lieblingspublisher der letzten Generation zu einer der größten Enttäuschungen der aktuellen Generation. Als sie vor ein paar Jahren angekündigt haben, sich mehr dem westlichen Markt zu widmen, hätte ich nicht gedacht, dass das so enden würde.
Machen wir uns nichts vor, Resident Evil 5 ist kein Resident Evil mehr - noch weniger als es Teil 4 noch war. Capcom hat hier ein reines Actionspiel nach westlichem Vorbild abgeliefert und dabei jegliche eigene fernöstliche Identität über Bord geworfen - mit Ausnahme der unpassenden Steuerung, die bei einem westlichen Entwickler sicherlich ganz anders ausgesehen hätte.
Die Story ist selbst für Resident Evil Verhältnisse ziemlich platt und dämlich und ich bedaure es wirklich, dass Wesker für diese bekloppte Handlung verbraten wurde.
Es sieht toll aus, es klingt (meistens) gut und es spielt sich mittelmäßig. Durch die vielen aufrüstbaren Waffen und freischaltbaren Extras ist wenigstens der Wiederspielwert hoch und rettet das Spiel für mich noch zu einem "gut". Trotzdem ist der Titel nach Devil May Cry 4 für mich bereits die zweite herbe Enttäuschung im Capcom Lineup, und das schmerzt als alter Resident Evil (und auch Resident Evil 4) Fan besonders.
Die Verkaufszahlen für Capcom dürften sicherlich hervorragend sein, weshalb denen vermutlich ziemlich egal ist, was ich vom Spiel halte, genauso wie den Leuten, die jetzt erst bei Resident Evil eingestiegen sind und es nicht anders kennen. Mein Fall ist es aber nicht.
8.0/10