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Ein Freund von mir war drei Wochen mit der Sea Watch II im Mittelmeer unterwegs, als Rettungssanitäter. Er hat hier letztens einen öffentlichen Diavortrag gehalten und die Arbeit der NGOs mit der menschenverachtenden "Mission" der Identitären zu vergleichen ist wirklich blanker Hohn. Aber viel mehr scheint wohl auch nicht hinter den Beiträgen zu stecken.

Ich meine das zwar moralisch, weil alleine der Vergleich ja schon totale Ahnungslosigkeit beweist, aber auch faktisch ist es natürlich was anderes Menschen aus Seenot zu retten, als mit einer illegal einreisenden Crew (!) EU-Hoheitsgewässer anzusteuern, weswegen das Schiff ja letztendlich festgesetzt und der Kapitän verhaftet wurde.

Das ändern auch Lols und Rofls nicht.
 
Hätte, hätte, Menschenkette. Die 140.000 Dollar die sie für die Aktion gesammelt haben reichten aber halt nur für diese dilletantische Eskapade....
 
Den Unterschied solltest auch du verstehen, denk mal scharf nach... :)

Also, der eine bringt sie nach Italien (der "See-Notretter") und der andere nach Afrika (der "Schlepper"), nachdem man sie im Mittelmeer, warscheinlich an der 12 Meilen Zone vor Lybien, aufgelesen hat.

Beide nehmen die Flüchtenden aus der "Obhut" der lybischen Schlepper, steuern allerdings jeweils andere Küsten zum abladen an.
Also nein, es erschliesst sich mir nicht.

Aber ich bin über jede Aufklärung dankbar, denn ich Dödel muss es ja auch verstehen...
 
Kein Problem. Die Besatzung des festgesetzten Schiffes war von vornherein auf dem Boot, ist also nirgendwo aufgelesen worden, und hätte niemals in zyprische Hoheitsgewässer einfahren dürfen. Deswegen wurden sie festgenommen und die Crew stellt Asylanträge.

Im Gegensatz zu diesem Fakt kommt ja bei deinem Vergleich damit bereits von dir selbst das Wort "wahrscheinlich" vor. Du merkst also selbst schon, dass diese Sache weitaus komplexer ist.
 
Also hat die Crew/das Schiff, bis auf das sie in fremde Hoheitsgewässer eingefahren sind, nichts weiter getan?
Dann ist an dieser Meldung ja noch weniger dran als ich dachte.
Ich dachte doch tatsächlich die hätten "ihre Arbeit" bereits aufgenommen.

Na ein Glück das sie garnicht erst zum retten kamen... *ironie aus*
 
Also hat die Crew/das Schiff, bis auf das sie in fremde Hoheitsgewässer eingefahren sind, nichts weiter getan?

Ja ich glaub schon, dass du das von Anfang an falsch verstanden hast. Die sind ja nicht in Afrika festgenommen worden als sie Libyer zurückbringen wollten.

(Mal ganz davon abgesehen, dass Libyen schon weit früher geäußert hatte, dass sich das Schiff besser nicht ihrer Küste nähern sollte)
 
(Mal ganz davon abgesehen, dass Libyen schon weit früher geäußert hatte, dass sich das Schiff besser nicht ihrer Küste nähern sollte)

Also möchte Lybien die Flüchtenden nicht zurück?
Aber das Risiko das sie auf ihren Schlepper-Kuttern auf offener See ersaufen nehmen sie offensichtlich gern in kauf.

Wie hatte Gaddafi einst gesagt (frei wiedergegeben): Wenn ich weg bin, wird Europa von Flüchtlingen überannt.
 
Also, der eine bringt sie nach Italien (der "See-Notretter") und der andere nach Afrika (der "Schlepper"), nachdem man sie im Mittelmeer, warscheinlich an der 12 Meilen Zone vor Lybien, aufgelesen hat.

Der "See-Notretter" rettet Menschen kostenlos aus Seenot im Einklang mit dem internationalen Seerecht.

Der Schlepper bringt Menschen gegen Bezahlung und illegal über zumindest eine Staatsgrenze und macht sich somit in den meisten nationalen Rechtsordnungen strafbar.

Ein "See-Notretter" der kostenlos Menschen aus Seenot rettet, macht sich nicht strafbar, egal, ob er die Menschen in Europa oder Afrika an Land gehen lässt.

Ein Schlepper macht sich strafbar, egal, ob er Menschen von Afrika nach Europa oder von Europa nach Afrika schleppt.

Das Schiff der "Identitären" würde deshalb festgesetzt, weil Crewmitglieder angeblich behauptet haben, für die Überfahrt mit diesem Schiff nach Italien Geld bezahlt zu haben. Somit würde es sich bei den "Crewmitgliedern" oder zumindest Teilen davon, um Geschleppte handeln.

Beide nehmen die Flüchtenden aus der "Obhut" der lybischen Schlepper, steuern allerdings jeweils andere Küsten zum abladen an.
Also nein, es erschliesst sich mir nicht.

Siehe oben. Das Schiff der "Identitären" hat überhaupt keine "Flüchtenden" aufgenommen, zumindest keine aus Afrika und schon gar nicht haben sie Leute nach Afrika gebracht.

Aber ich bin über jede Aufklärung dankbar, denn ich Dödel muss es ja auch verstehen...

Gern geschehen.
 
Also möchte Lybien die Flüchtenden nicht zurück?
Aber das Risiko das sie auf ihren Schlepper-Kuttern auf offener See ersaufen nehmen sie offensichtlich gern in kauf.

Ich glaub es ging ihnen darum gar nicht zu wissen, wer da "zurück"gebracht wird und außerdem gibt es eine grundsätzliche Ablehnung mit etwas anderem als den offiziellen Staatenvertretungen zusammenzuarbeiten.
 
Der "See-Notretter" rettet Menschen kostenlos aus Seenot im Einklang mit dem internationalen Seerecht.

Der Schlepper bringt Menschen gegen Bezahlung und illegal über zumindest eine Staatsgrenze und macht sich somit in den meisten nationalen Rechtsordnungen strafbar.

Ein "See-Notretter" der kostenlos Menschen aus Seenot rettet, macht sich nicht strafbar, egal, ob er die Menschen in Europa oder Afrika an Land gehen lässt.

Und was macht sich ein sogenannter Seenotretter, der die Flüchtenden direkt von den Schleppern in der 12 Meilen Zone abnimmt?

Davon ab, dass es sich in Lybien inzwischen rumgesprochen hat und Haufenweise NGOs da draußen unterwegs sind um Leute zu "retten".
Hat schon mal einer daran gedacht, dass sich allein deswegen mehr Menschen auf den Weg machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaub es ging ihnen darum gar nicht zu wissen, wer da "zurück"gebracht wird und außerdem gibt es eine grundsätzliche Ablehnung mit etwas anderem als den offiziellen Staatenvertretungen zusammenzuarbeiten.

Ich hab gerade gesehen, das keines dieser Schiffe Lybiens Küste anlaufen darf.
Im Normalfall nimmt die Lybische Küstenwache die Schlepper und die NGOs hoch und bringt die Leute zurück nach Lybien, aber es sind soviele, dass sie es garnicht mehr schaffen.
 
Ja, hab ja auch nichts anderes gesagt. Sea-Watch hat kein Interesse an die lybische Küste zu fahren.

Über Direktabnahme von Schleppern ist mir nichts bekannt, deswegen kann ich deine Frage auch nicht beantworten. Also ja ich weiß, dass einige Personen das behaupten und die NGOs das bestreiten, aber das war es dann auch.
 
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