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REVIEW Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots

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Metal Gear Solid 4

Wenn es auch nicht das erste Metal Gear Spiel war, so startete die Saga um Solid Snake und die Metal Gears für viele Spieler anno 1998 in Metal Gear Solid für die damals neue PlayStation. Mit einer extrem tiefen Story und einem neuen, eher auf Geschick denn auf brachialer Feuerkraft aufbauenden Gameplay wurde es schnell zum beliebtesten PSx Titel überhaupt. Kein Wunder, dass der Hype um die Nachfolger geradezu von religiösem Fanatismus begleitet wurde. Monatelang war Sons of Liberty das Aushängeschild der PS2, in Japan wurden gar Werbe- und DemoDVDs verkauft und kein Stück anders erging es dem nunmehr vorliegenden, vierten Teil der Saga, die den krönenden Abschluss der Serie darstellen soll.

Ich beginne von vorne...

Wir immer fange ich mit der Story an und gerade bei Metal Gear Solid ist schwer an derselben vorbei zu kommen. Eines vorneweg: Wer nicht die Vorgänger, insbesondere Teile 1 und 2, gespielt hat, der kann gleich zu Hause bleiben. Keine Wikipedia-Einträge oder noch so viele Rückblenden können euch das vermitteln, was ihr braucht, um auch nur ansatzweise in Metal Gear Solid 4 mit zu kommen. Der Status Quo: Krieg ist reinstes Business, Liquid Snake im Körper von Revolver Ocelot macht massig Kohle und will die Patrioten übernehmen während Serienheld Solid Snake mit einem beschleunigten Alterungsprozess zu kämpfen hat und im Körper eines 65jährigen unterwegs ist. Eines kranken 65jährigen. Eines todkranken 65jährigen. Tief ins Detail zu gehen verbietet sich, einige Sachen müssen dennoch angesprochen werden. Zuallererst: Die Cutszenes, allesamt in Ingamegrafik, sind lang und so zahlreich, dass man während ihnen die gesamte Steuerung vergessen kann. Kein Rollenspiel dieser Welt kann mit diesen Szenen in Punkte Länge mithalten. Nicht wenige schlagen in dieser Beziehung locker eine durchschnittliche US Comedyserie, Enden von Akten gehen durchaus in Richtung 45 Minuten und das Finale ist auf dem Niveau eines durchschnittlichen Animationsfilms. Nicht alles davon verdient soviel Screentime. Die actionreicheren Szenen unterhalten durchaus auch über eine gewisse Länge, einfache Gespräche und Ploterklärungen hätten an sehr vielen Stellen gestrafft werden können während insbesondere die wissenschaftlichen Vorführungen, inklusive PowerPointPräsentationen, des Guten eindeutig zuviel sind. Schnell verliert man sich so in Fachbegriffen und Abkürzungen. Manche Szenen wollen scheinbar niemals enden, liefern aber im Vergleich nur absolut minimale Informationen. Wenn man die Quintessenz aus 30 Minuten in fünf Sätzen zusammen fassen kann, hat der Regisseur versagt.

...und verweile dort ein bisschen

Die Actionszenen hinterlassen oft allein deshalb einen faden Beigeschmack, weil man als Spieler doch lieber selber für die Action verantwortlich ist. In Sachen Realismus geht MGS 4 noch mal ein gutes Stück weiter als das jüngere Ninja Blade. Schlimmer aber, MGS 4 hält absolut nichts von Konsequenz. Da werden ein paar unbesiegbare Kampfroboter als Übermaschinen hingestellt, die ganze Armeen auslöschen, dann kommt eine einzige traurige Gestalt und macht (BREAK-DANCEND!!!!!!!!!) ein Dutzend dieser Roboter kaputt, verliert dann aber im Gegenzug sofort wieder gegen einen einzelnen Messerwerfer. Später macht der Spieler selber ein Dutzend dieser Biester mit einer etwas größeren Waffe platt. Irgendwie zweifel ich da langsam an der Effektivität dieser Maschinen, zumindest aber am Kosten-/NutzenFaktor. Hey, stellt lieber den Messerwerfer und den Ninja ein, die reichen für die Übernahme des durchschnittlichen Schurkenstaates locker aus! Das Spiel schreibt die Regeln Szene für Szene neu, so wie es ihm grad in den Kram passt.

Keinesfalls jedoch können den Machern mangelnde Fähigkeiten in Punkto Inszenierung attestiert werden. Was hier an Setpieces und Momenten auf den Spieler losgelassen wird, definiert das Wort Epik neu. Vor allem mit dem Hintergrundwissen der Vorgänger im Kopf entfalten die Moment in Akten vier und fünf eine derartig atemberaubenden Stimmung, dass man den Defibrillator bereit halten sollte. Auch Insidergags halten bei Laune, die nicht selten auch die vierte Wand durchbrechen, so wenn Otacon auffordert die zweite CD einzulegen bis er sich erinnert, dass es sich ja um eine PS3 handelt.

Wo ist Sam Fisher, wenn man ihn braucht?

Erinnerungswürdig ist in jedem Fall die Ansammlung der Charaktere im Spiel. Ihr trefft nahezu auf alles, was die Vorgänger überlebt hat (und sogar einen, der es nicht hat). Leider stellt sich gerade die Gruppierung um unsere Helden als etwas merkwürdig heraus. Otacon Hal Emmerich ist wie immer hauptsächlich damit beschäftigt, sich in die Falsche zu verlieben, Meryl aus Teil 1 hat sich eine Überdosis Testosteron gespritzt, ein kleines russisches Mädchen versucht sich, erfolglos, wie Snake sie auch ehrlicherweise immer wissen lässt, im Eierkochen, Naomi bitcht und betrügt mal wieder rum und Raiden wandelt permanent zwischen Ryu Hayabusa auf Crack und Amy Winehouse auf Heroin. Snake selbst krepiert pro Cutszene etwa vier bis fünf Mal, bis man ihm gegen Ende des Spiels einfach nur noch den erlösenden Tod wünscht. Das mag sogar beabsichtigt gewesen sein, dennoch geht einem das Dauergekotze und die Röchelei Snakes schnell auf den Senkel. Wenn ich einen alten Mann sehen wollte, der sich die Lunge aus dem Leib hustet, weil er das Rauchen nicht lassen kann, kann ich genauso gut wieder meinem Nachbarn die Tür öffnen, wenn er klingelt. Also: Wir haben eine verweichlichte Heulsuse von Computernerd, ein dummes Gör, eine verschlagene Bitch, ein Mannweib mit Anhang und zwei Krüppel. Go Team! Wenn sich zwei eh schon mäßig sympathische Charaktere in bester Comdeymanier in einem Feuergefecht gegenseitige Liebeserklärungen und Heiratsanträge machen, ist sicher die Frage erlaubt, ob hier keiner das Drehbuch mal gegen liest und ein Veto einlegt. Mein Wunsch hier war jedenfalls, dass die beiden doch jetzt endlich mal einer erschießen würde. Notiz an mich selber: Keine Frau heiraten, die zu ihrem Hochzeitskleid ihre Waffe an der Hüfte trägt.

Die Bösewichte sind da etwas cooler. Neben einer Ansammlung mutierter Mädchen, die alle etwas erlebt haben, was euch im Spiel im Codec in je 20 Minuten erklärt wird, was man aber auch getrost als "Scheißkindheit" zusammenfassen kann, kann vor allem Vamp hoch auftrumpfen. Wer nach einem Schuss durch die Stirn noch sein Handy auffangen kann ist einfach bad-ass. Der gute alte Liquid hingegen lacht zuviel, als dass es zu mehr als zu einem Samstag-vormittag-Cartoon-Bösewicht reichen würde.

Dankenswerterweise sind die Cutszenes pausierbar und manchmal lässt euch das Game auch zwischendurch speichern. Dies ist auch bitter nötig, schließlich ist die gesamte Laufzeit der Videos länger als die durchschnittliche Spieldauer eines modernen FirstPersonShooters. Die Missionbriefings sind sogar interaktiv und erlauben es euch, Regisseur zu spielen. Übertrieben hat man es allerdings in einigen Splitscreenszenen. Es ist schlichtweg unmöglich, sich links auf die Action zu konzentrieren und auch nur im Ansatz rechts die Cutszene parallel zu verfolgen.

The End... ha, fooled you!

Schlussendlich überschlägt sich die Story noch einige Male im Epilog und darauf folgenden Debriefing. Hey, selbst nach den Credits geht die Story noch weiter, womit Metal Gear Solid 4 mehr FakeEndings hat als Die Rückkehr des Königs. Vielleicht hat man festgestellt, dass man im Vergleich zu Sons of Liberty etwas zu wenig unsinnige Wendungen drin hatte und so muss der Spieler selbst nach den ersten Credits noch durch zahlreiche Ringe springen.

Ein Problem, das Metal Gear immer schon hatte, ist dass die Leute hier einfach nicht in Ehre sterben können. Kaum noch in der Lage zu atmen, keuchen und röcheln sie euch trotzdem noch minutenlang die Ohren voll, stehen auf, fallen hin, stehen auf, fallen hin, schließen die Augen und quatschen weiter. Kann man die Story nicht mal von jemandem erklärt bekommen, der sich nicht im Sterbeprozess befindet? Aber scheinbar wäre das den Schreibern nicht dramatisch genug.

Und wenn sie sonst zu nichts taugt, die Story in MGS 4 ist prädestiniert für allerlei Trinkspiele. Nehmt einen Schluck jedes Mal, wenn Snake hustet. Oder wenn einer was von Nanomaschinen erzählt. Oder wenn Naomi die Seiten wechselt. Oder wenn sich einer grunzend eine Spritze in den Hals jagt. Besoffen wird man in allen Fällen. Oder hey, einen vergessen, ihr schluckt wenn im Spiel geraucht wird. Hier merkt man den japanischen Ursprung, denn keine amerikanische Produktion würde es wagen, das Rauchen von Zigaretten derartig zu zelebrieren wie es hier im Spiel getan wird.

Was die Story schafft, ist einen Abschluss zur Metal Gear Solid Saga um Solid Snake zu schaffen ohne ein Dutzend offene Fragen und WTFs zu hinterlassen. Ob das Ende wirklich befriedigend ist, ist Ansichtssache, einer gewissen Tragik entbehrt die Geschichte um Snake sicherlich nicht. Es gibt nun mal nicht für jeden ein Happy Ending. Wobei, im Falle von Metal Gear Solid muss man happy sein, wenn man überhaupt ein Ending kriegt.

Wat? Ich bin dran? Ohje, da war ich nicht drauf vorbereitet....

Aber zwischen den Cutszenes wird sogar ein klein wenig gespielt. Um fair zu sein, gerade zu Beginn liegt der Anteil an spielbaren Szenen deutlich über dem Niveau von Sons of Liberty. Geändert hat sich nicht viel. MGS ist ein StealthAction Game, in dem ihr Snake meist aus der Perspektive der dritten Person möglichst ungesehen von Punkt A nach Punkt schicken müsst. Auf dem Weg müsst ihr wahlweise eure Feinde umgehen oder ausschalten. Der Weg ist linear, die Level aber meist groß genug, um verschiedene Möglichkeiten zu haben, sie zu durchqueren. Meistens ist euer Ziel auf der Karte markiert, interessanter aber wird es in einigen Szenen, in denen ihr durch Geschick, sei es Fährtenlesen oder Verfolgen, den richtigen Weg durch die verzweigten Level selber finden müsst.

Neben seiner Gesundheitsleiste müsst ihr bei Snake außerdem auf seine Psyche und seinen Stresslevel achten. Ist er gestresst, wirkt sich dies negativ auf seine Fähigkeiten aus. Durch ruhiges Hinlegen oder allerlei Items kann sich Snake regenerieren. Er ist halt nicht mehr der Jüngste. Snake ist Meister im Nahkampf, kann aber auch eine Vielzahl an Waffen aufnehmen und benutzen. Jedenfalls solange er genug Geld hat, um die bei allen Waffen vorhandene IDSperre zu umgehen. Durch Aufsammeln von Waffen sammelt Snake automatisch Punkte, die beim Händler um die Ecke (will heißen im Menü) sofort gegen Waffen, Upgrades und Munition getauscht werden können. Ihr solltet also nie ohne Munition da stehen, schließlich reicht ein Druck auf die Starttaste, um euch neu auszurüsten. Meist könnt ihr euch das weitere Vorgehen aussuchen, wobei gerade auf den niedrigen Schwierigkeitsgraden die Motivation zum Schleichen eher gering ist, wenn Snake sich spielend leicht durch die drei, vier Wachen feuern kann. Die neue Steuerung beim Feuern, eine klassische ThirdPersonShooter Ansicht, macht es fast zu einfach. Trotzdem ist die überarbeitete und modernisierte Steuerung sehr willkommen. Ironischerweise fühlt sich Snake in MGS4 jünger und frischer an als je zuvor.

Jetzt siehst du mich... jetzt schieß ich dir in den Rücken

Manchmal aber gibt euch das Game die Marschroute vor. Mal müsst ihr euch mit Feuergewalt gegen Angreifer wehren, dann müsst ihr in einer osteuropäischen Stadt im Trenchcoat einem Mann folgen, dann gebt ihr als Beifahrer Feuerschutz in einer atemberaubenden Verfolgungsjagd. Allerlei Gadgets helfen dabei, insbesondere die Camosuits sind genial. Wie ein Chamäleon könnt ihr die Umgebungsfarbe annehmen und euch so nahezu überall perfekt tarnen. Ohne die SplinterCell üblichen Schatten ist dies eine hervorragende und sehr spaßige Methode, Stealth umzusetzen. Auch ein kleiner Roboter, den ihr zum Erkunden vorschicken könnt und die traditionelle Betäubungspistole sind an Bord, um euch möglichst viele Optionen beim Durchqueren der Level zu lassen.

Highlights sind aber mal wieder die Bosskämpfe, die weit über das übliche Gamingklischee hinausgehen. Bosse haben mehr drauf als Angriffsmuster zu wiederholen oder Schwachstellen zu verstecken. Bosse in MGS werden genauso im Gehirn bekämpft wie auf dem Schlachtfeld. Manche Gegner spielen Verstecken mit euch, verlangen spezielle Taktiken bzw. Gegenstände um besiegt zu werden oder spielen gar komplett mit eurer Konsole verrückt. Spätere Bossfights mögen spielerisch weniger anspruchsvoll sein, aber die cineastische Inszenierung insbesondere des letzten Faustkampfes ist sagenhaft. Da stellt sich allerdings die Frage, wieso nicht viel mehr Szenen des Spiels in dieser untrennbaren Mischung aus Cutszene und Liveaction inszeniert worden sind. Das Spiel zeigt schließlich, dass es geht. Wenn die Entwickler dies konsequent auf das gesamte Spiel angewandt hätten, wäre MGS4 wohl das unglaublichste Spiel aller Zeiten geworden.

Prärie, so weit das Auge reicht.

Die weiten offenen Szenarien heben allerdings das leicht klaustrophobische Gefühl der Vorgänger etwas auf. Insbesondere das Verstecken von Leichen ist in MGS4 nahezu vollkommen irrelevant geworden. Dies war auf Shadow Moses, im Tanker oder auf Big Shell noch deutlich anders. GegnerKI ist auch weitestgehend auf dem Niveau der Vorgänger. Einmal aufgeschreckt genügt es, sich für anderthalb Minuten nicht blicken zu lassen und alles geht wieder seinen gewohnten Gang. Im Kampf sind die Feinde in der Regel nur Kanonenfutter. Dies ändert sich jedoch ab Akt 4, wo ein Verstecken vor den Gegnern wirklich Sinn macht und vor allem auch für massig Nervenkitzel sorgt.

Umständlich bleibt leider das Menü, das ingame per Halten der Trigger die verfügbaren Waffen und Items der Reihe nach durchschaltet und euch im Pausenmenü in Ruhe durch die Vielzahl an Werkzeugen klicken lässt. Das oft rot auf rot gehaltene Design der Waffen in Verbindung mit der Schrift macht es unnötig schwer, sich im Menü auf zu halten, aber man kommt mit der Zeit damit klar.

Insgesamt bietet MGS 4 ein tiefes und sehr abwechslungsreiches Gameplay, das bis kurz vor Schluss immer noch aktualisiert und erweitert wird und so trotz der langen Spielzeit zu keinem Zeitpunkt langweilig oder gar eintönig wird. Selbst Fahrzeugsequenzen und eingeworfene QuickTimeEvents fügen sich perfekt ins Gameplay ein und machen Spaß. Wenn selbst das Hämmern der Dreieckstaste für Herzklopfen vor Aufregung sorgt, weiß man, dass hier wahre Inszenierungsgötter am Werk waren.

Grafik ist nicht alles... behaupten die, die's nicht können

Dieselben müssen sich auch für die Präsentation des Game verantwortlich zeigen. Die fünf Akte sind sehr abwechslungsreich im Design und allesamt genial präsentiert. Alle Texturen sind gestochen scharf und hoch aufgelöst. Animationen sind flüssig wie verdünntes Wasser, die Regie in den Cutszenes ist sagenhaft und die Übergänge von Cutszene zu Gameplay fließend und ohne Unterbrechung. Detaillierte Gesichter liefern die Emotionen der Charaktere auch ohne Worte zum Spieler. Effekte wie Schnee, Regen, Wasser oder Blut auf der Kamera wirken so echt, dass man zum Tuch greifen und den Bildschirm reinigen möchte. All dies geschieht ohne einen Hauch von Tearing oder Ruckler. Was hier abgeliefert wurde ist mehr als beeindruckend. Leider kommt das nicht ohne einen Preis. Nach dem erstmaligen Installieren des Spiels muss nach jedem Akt erneut nachinstalliert werden. Da macht Otacon Witze über das Ur-Metal Gear Solid, das auf zwei CDs ankam und hier muss man nach der ersten Installation insgesamt weitere 15 Minuten Snake beim Rauchen zusehen. Ein CD Wechsel hat damals sicherlich keine 15 Minuten gedauert. Netterweise gibt das Spiel hilfreiche Tips während dieser Szene wie: Pausiere jede Stunde! Tja, leider kommt man bei Metal Gear Solid 4 während einer Stunde nicht sonderlich weit. Im Spiel wird leider Gottes beim Szenen- oder Arealwechsel sehr oft neu nachgeladen. Diese Momente sind kurz, aber zahlreich genug, um störend zu wirken. Wenn sich dann aber zwei Kampfroboter vor dem peitschenden Meer einen erbitterten Kampf auf Leben und Tod liefern interessiert das keinen mehr.

Ebenfalls von unbeschreiblicher Qualität ist der Sound des Spiels. Epische Musikstücke in allen Szenen, klassische Songs zur richtigen Zeit aus den Vorgängerspielen und atmosphärische Klänge während des ruhigen Schleichens ohne Feindkontakt machen die Gänsehaut zum Dauerzustand. Waffeneffekte klingen hart und gefährlich und das Voiceacting ist auf durchgehend hohem Niveau, wobei mein persönlicher Favorit Phil LaMarrs Vamp ist. Erstaunlicherweise ist die englische Sprachausgabe absolut lippensynchron. In Nahaufnahmen ist zu sehen, dass sogar die Zungenbewegungen mit den gesprochenen Worten überein stimmt. Wer nichts anderes will, als mit seiner PS3 anzugeben, der kann dies kaum besser tun als mit Metal Gear Solid 4.

Mit dicken 15-20 Stunden stimmt auch der Umfang des Spiels, wobei hier noch nicht mals die vielen Eastereggs und optionalen Codecgespräche mitgezählt sind. Ein weiterer Schwierigkeitsgrad wird neben einigen anderen Goodies nach einmaligem Durchspielen freigeschaltet. Leider ist wie bei vielen storylastigen Medien angesichts der vielen, anstrengenden Cutszenes und der nach einmaligem Genuss verlorenen Spannung ein wenig die Luft raus, sodass zumindest ein sofortiger zweiter Durchgang eher nicht reizt. Allerdings dürfte sich nach dem Abspann niemand über eine Mogelpackung beschweren dürfen.

I have a Solid Snake... in my pants (The Todd)

MGS 4 ist... anstrengend. Den nimmer enden wollenden Dialogen und Monologen der Charaktere zu lauschen und sich nicht im WirrWarr von Nanomaschinen, Genetik, Verwandtschaftsverhältnissen, Gut/Böse, AIs und allerlei fachchinesischen Abkürzungen zu verlieren, ist schon eine zu bewältigende Aufgabe in sich. MGS war immer bekannt für ausufernde Videosequenzen und Teil 4 ist hier natürlich keine Ausnahme. Lobenswert ist zu erwähnen, dass die optisch völlig uninteressanten Codecszenen auf ein absolutes Minimum reduziert wurden während man grad in Sons of Liberty gut und gerne eine halbe Stunde im Codecscreen verbringen musste. Dennoch muss man einfach dankbar für die Pausefunktion während der Szenen sein. Wer seit den Urzeiten mit Snake mit gefiebert hat, der wird es nicht anders kennen oder wollen, auch wenn ein wenig Straffung hier und da ohne Zweifel dem Ganzen sehr gut getan hätte. Folgt man der Story jedoch aufmerksam, wird man mitgenommen auf einen ebenso spektakulären wie dramatischen Ritt sondersgleichen mit einem Helden, den man bewundert und der einem gleichzeitig unendlich leid tut.

Spielerisch präsentiert sich MGS 4 stark, spannend und abwechslungsreich mit einem perfekten Mix als klassischem MGS und modernem Shooter. Technisch gehört das Game sowieso auf ein Podest, vor dem sich andere Firmen drei Mal täglich verbeugen müssten. MGS 4 beeindruckt in jeder Beziehung und auch, wenn ich mir einen zweiten Durchgang nicht vorstellen kann: MGS 4 ist ein AAAA-Titel, der mit so viel Liebe zum Detail, zu den Figuren, zur Story und zu den Fans produziert wurde wie es maximal einmal alle zehn Jahre passiert. MGS 4 ist mehr ein Erlebnis als ein Spiel... aber eines, das man auch wirklich erlebt haben sollte.
 
"Anstrengend" fasst es eigentlich sehr gut zusammen. Ich mochte das Spiel ja, aber ich hab mich gleichermaßen darüber beömmelt wie unglaublich krampfhaft die Schreiber alles zuende bringen wollten. Abschluss um jeden Preis, so würde ich MGS4 bezeichnen. Kein Schlechtes Zwischensequenzenspiel, keine Frage, aber als Spiel an sich für mich nicht richtig zu gebrauchen.
 
Oxblood schrieb:
"Anstrengend" fasst es eigentlich sehr gut zusammen. Ich mochte das Spiel ja, aber ich hab mich gleichermaßen darüber beömmelt wie unglaublich krampfhaft die Schreiber alles zuende bringen wollten. Abschluss um jeden Preis, so würde ich MGS4 bezeichnen. Kein Schlechtes Zwischensequenzenspiel, keine Frage, aber als Spiel an sich für mich nicht richtig zu gebrauchen.

In wie fern ?
Ich fand es Spilerich auch sehr gut .
Mir haben sogar die Endgegner fights gefallen , und das obwohl die bei mir auf der Hass listen auf platz 3 hinter Zeitlimits und Quicktim Events liegen ..
IMO ein gutes schleich spiel , was aber leider erst auf höheren SGs wirllich zum tragen kommt .
 
Ich hab mich da eigentlich nur durchgeballert, das Spiel ermutigt einen ja regelmäßig dazu ^^

Anstrengend fand ich es in Sachen Story. Ich kenne mich mit der Metal Gear Serie an sich gut aus, hab die drei Hauptspiele der Reihe mehrfach gespielt, also saß ich nicht davor und dachte mir "WTF", aber ich empfand es dennoch als anstrengend und teilweise ermüdend, den Charakteren bei ihren endloses Ausführungen zuzuhören, nicht, daß das früher anders gewesen wäre bei 1-3, aber diesmal haben sie einem einfach so viel Gedönse um die Ohren geknallt...

Davon abgesehen hat man für meinen Geschmack die lebende Verwesung, so will ich es jetzt mal nennen, von Snake einfach zu sehr zelebriert, da ist Vigo, das Leiden von Moldavien, ja gar nichts gegen. Snake stirbt das gaaaanze Spiel langsam röchelnd und hustend vor sich hin, das ging mir irgendwann ziemlich auf den Keks. Einfach diesmal etwas ZU over-the-top für meinen Geschmack...wobei ich es ja auch nur das eine Mal bei Spunkie durchgespielt habe, und das auf normal, wenn ich nicht irre. Aber das ändert ja an der Präsentation nichts, die 4 Stunden, die man spielen durfte, waren ja okay :lol:
 
Wie ich schon gesagt habe , das spiel ist bus normal snake einfach zu leicht .
Deswegen hatte ich auch nochmal begonnen . Wenn man einen höheren SG wählt führt das geballere nurnoch zum tot .
Aber das war bei MGS2 ja schon ähnlich .
 
Ich hätte ja auch stealthy vorgehen können, bin ich ja teilweise auch, ich erinnere mich da an einige Stellen, wo Geballer einem nicht viel gebracht hat und ich MAG es auch, so vorzugehen, das werf ich dem Spiel überhaupt nicht vor. Ich halte es nur für ein sehr spezielles Spiel, ein hochgradiges Nischenprodukt für Fans.
 
Oxblood schrieb:
Ich hätte ja auch stealthy vorgehen können, bin ich ja teilweise auch, ich erinnere mich da an einige Stellen, wo Geballer einem nicht viel gebracht hat und ich MAG es auch, so vorzugehen, das werf ich dem Spiel überhaupt nicht vor. Ich halte es nur für ein sehr spezielles Spiel, ein hochgradiges Nischenprodukt für Fans.

Hmm , ich denke dafür verkauft es sich zu gut um als Nischenprdukt durchgehen zu können .
Aber natürlich ist das alles geschmackssache . Ich frage mich ja immer wieder wie man an spielen wie GoW spass haben kann .
 
Mit Nischenprodukt meine ich jetzt "Anteil der Leute, die das Spiel wirklich so wahrnehmen können,wie es gewünscht war". Das dürften dann nur MGS-Fans sein, alle anderen überfordert die Story doch total. Also GoW hat mir Spaß gemacht, Gears of war (;)) zwar auch, aber God of War war besser :D
 
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