So, im Rennen zwischen dem
Beyer Dynamic DT1990 und dem
Austrian Audio HI-X55 habe ich mein persönliches Fazit gezogen. Vorab: Beide sind großartige Hörer, jeder hat seine Stärken und Schwächen, vor allem in Bezug auf den Einsatzzweck und die eigenen / bevorzugten Hörgewohnheiten.
Hier nochmal beide Kandidaten:
Beyer Dynamic DT1990
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Austrian Audio Hi-X55
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Der Beyer Dynamic Hörer wurde etwas früher geliefert, weswegen ich mit diesem auch meine ersten Hörproben absolvierte. Da ich Neuling auf dem Gebiet der Kopfhörer bin, war ich im ersten Moment etwas ernüchtert.
In meinem Kopf hatte sich irgendwo der Gedanke festgesetzt, dass Kopfhörer grundsätzlich besser / intensiver klingen müssen als frei im Raum stehende Lautsprecher.
In der Zeit damals, wo das in meinem Fall tatsächlich zutreffend war, und selbst „einfache“ Kopfhörer besser klangen als mein Stereo Setup im Raum, liegt natürlich die Vermutung nahe, dass es wohl am verwendeten Equipment gelegen haben könnte...
Dieser Zustand hat sich, ich möchte nicht sagen umgekehrt, aber nun zumindest deutlich verlagert.
Seit ich mein frei stehendes Lautsprecherequipment daheim nicht mehr nur auf Surround-Sound und den bestmöglichen Effekt hin auswähle, sondern auch sehr viel Wert auf eine präzise und möglichst neutrale Stereo-Abbildung lege, bin ich für mein Empfinden bereits „verwöhnt“ und sehr zufrieden was Musikhören angeht.
So habe ich also angefangen mit dem DT1990 einige erste, mir gute vertraute Stücke, zu hören und war im ersten Moment etwas ernüchtert. Nicht, weil es schlecht klang, sondern weil ich mir einfach den WOW-Effekt erwartet hatte, der sich in meinem Kopf in Bezug auf Kopfhörer manifestiert hatte.
Nachdem ich das für mich eingeordnet und den Kopfhörer als alternative Hörvariante akzeptiert hatte, ging das genießen los. Unabhängig von Sitzplatz und Raum immer die gleiche Soundqualität genießen zu können, hat ja durchaus was für sich.
Ich musste relativ schnell das werkseitig montierte Ohrpolster der DT1990 wechseln, welches sich „balanced“ (warum auch immer) nennt und für eine leichte Bassanhebung sorgen soll. Mir war das bei einigen Stücken zu viel des Guten und so drehte ich also die mitgelieferten „analytical“ - Polster auf (meine anfänglichen Schwierigkeiten beim Aufziehen sollen hier kein Thema sein, denn mit etwas Übung geht es ganz gut), die für einen neutraleren Klang sorgen sollen, und war auf Anhieb zufriedener mit dem Ergebnis.
Was mir sofort aufgefallen ist, wie schön transparent und detailreich die Höhen klingen.
Hier werden all die Feinen Details der Tracks herausgearbeitet, die einem mit „einfachen“ Speakern mitunter komplett vorenthalten bleiben. Das macht Spaß!
Wenn mir die Interpretin / der Interpret ins Ohr haucht und ich vor dem Ertönen der Stimme dieses leichte „Schnalzen“ vernehme und höre, wie sich die Lippen voneinander trennen, ist das einfach eine intimere Hörerfahrung, man wird förmlich auf die Bühne gesaugt und wähnt sich live vor Ort.
Damit genug zu den Beschreibungen. Ich bin kein Toningenieur und kann nicht die vielen feinen Nuancen in Worte fassen, die einen Kopfhörer oder einen Lautsprecher ausmachen, und für einen „richtigen“ Test fehlen mir schlicht auch die zahlreichen Vergleichsmöglichkeiten.
Aber kommen wir nun zu dem Vergleich, der mir aktuell möglich ist, und da kommt Kandidat Nummer 2 ins Spiel, der Austrian Audio:
Auch hier gab es eine ersten Höreindruck, der wiederrum ernüchternd war.
Diesmal war der Grund ein anderer. Nachdem ich zuvor den DT1990 gehört hatte, kam mir der Austrian Audio anfangs sehr flach und unspektakulär vor. Hätte ich mich festlegen müssen, wäre nach meinem ersten Eindruck der DT1990 vorne gewesen. Die nächsten Stunden verbrachte ich trotzdem immer wieder mit dem Austrian Audio, und mein Gehör stellte sich relativ schnell auf das neue Hören ein. Da der Austrian Audio eine ganze Ecke leichter ist und der Anpressdruck der Bügel geringer, fand ich ihn vom Tragekomfort auf Anhieb ein gutes Stück angenehmer als den DT1990.
Auch in Bezug auf die Höreigenschaften ist der Austrian Audio ein Kopfhörer, den man lange tragen kann und dessen Klangeigenschaften für mein Empfinden niemals unangenehm oder gar nervig wurden.
Was die Brillanz / die Höhen betrifft und das Herausarbeiten feiner Sound-Bestandteile, würde ich als Laie dem Austrian Audio die gleichen Fähigkeiten attestieren wie dem DT1990, vielleicht sogar noch etwas mehr. Für mich konzentriert dieser Hörer sich auf das Wesentliche und klingt einfach „ehrlich“.
Das ist super, kann aber auch gewöhnungsbedürftig sein, wenn die Aufnahme mal nicht ganz so gut ist.
Im Folgenden habe ich dann immer wieder zwischen den Hörern gewechselt, um einzelne Lieder oder Teile davon unmittelbar vergleichen zu können. Mir wurde dann relativ schnell klar, dass ich den DT1990 auf Dauer zu anstrengend finde. Neben dem Anpressdruck und dem höheren Gewicht, war es vor allem der Bass / die tiefen Frequenzen, die mir der DT1990 etwas zu dominant darstellte. "Loudness" ist der Begriff, der mir da immer im Kopf rumschwirrte, aber diesen auf den 1990 anzuwenden ist wohl nicht fair, aber im Direktvergleich zum Austrian Audio ist er der Begriff, der am ehesten transportiert, was ich meine.
Der DT1990 ist keine Bassschleuder, um das klar zu sagen, aber er hält sich unabhängig von dem gewählten Polster nicht wirklich zurück, so war es mir auf Dauer etwas zu viel des Guten.
Der Austrian Audio klingt im direkten Vergleich flacher, schlägt aber dort, wo es wirklich sein muss, auch in den tiefen Frequenzen gut zu. Der Kickbass einzelner Stücke gefiel mir bei den Austrian Audio sogar besser, da er noch trockener und direkter Klang. Der Bass des DT1990 ist im allgemeinen etwas weicher für mein Empfinden.
Da ich während den Vergleichen auch immer wieder über meine Standlautsprecher gehört habe, ist mir schnell aufgefallen, dass die Austrian Audio meinen bisherigen Hörgewohnheiten deutlich näher kommen als die DT1990.
Im direkten Vergleich sehe ich meine Standlautsprecher klangtechnisch aber vorne, was meine größte Überraschung ist, die ich aus diesem „Test“ ziehe.
Testumgebung
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Mein Fazit in Bezug auf die Kopfhörer lautet, das dürfte man schon herausgelesen haben, dass meine Wahl in diesem Vergleich auf die Austrian Audio gefallen ist. Neben den oben beschriebenen Klangeigenschaften und dem allgemeinen Tragekomfort ist es auch die Flexibilität und die Einsatzmöglichkeiten, die für die Austrian Audio sprechen.
In diesem Zuge der Hinweis: Mein ursprüngliches Kaufvorhaben lag darin begründet, dass ich einen Kopfhörer zum Spielen am Dual Sense suchte. Und weil ich bin, wie ich bin, musste es dann direkt was „Hochwertiges“ sein, weil man den Kopfhörer dann auch zum Musikhören nutzen kann. Für mich hat sich schon oft der Spruch bewahrheitet, dass man zweimal kauft, wenn man "zu günstig" kauft. Daher wäre mir der Kauf des PS5 Headsets gar nicht erst in den Sinn gekommen. Rein fürs Gaming hätte es vielleicht auch was günstiger sein können, aber warum soll man beim Spielen nicht auch die Ohren verwöhnen, denn auch hier gibt es viele schöne Dinge zu entdecken.
Für den Einsatz am Pad eignet sich der Austrian Audio mit seiner geringen Impedanz von nur 25 Ohm natürlich besser als ein DT1990 mit 250 Ohm, der nach mehr Power verlangt (die er im Test auch bekommen hat, um das klarzustellen) und der sich an Smartphone und Dual Sense nicht ganz so wohl fühlen dürfte wie der Austrian Audio. Auch das man den Austrian Audio mal schnell ans Ipad oder Smartphone klemmen und er trotzdem ordentlich Pegel auffahren kann, spricht für ihn.
Jetzt werde ich mich die nächsten Tage weiter mit dem Austrian Audio beschäftigen.
In Bezug auf den Einsatz zum Zocken bin ich im Übrigen erstmal enttäuscht, da das 3D Audio der PS5 mir aktuell nicht das liefert, was ich erwartet hatte. Aber da werde ich noch etwas Rumprobieren..
Die PS5 macht sich im Übrigen auch sehr gut als Halter für den Kopfhörer.
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Danke fürs Lesen / Überfliegen oder Wegklicken!
@Trayal und
@hank scorpio
Danke für eure Tipps!