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MUSIC Kopfhörer? Kopfhörer! (1 Betrachter)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Sound ist halt auch mega subjektiv, das liegt ja schon in der Anatomie der Ohren begründet, daher geht nichts über's Ausprobieren. Ich weiß ja nicht wie das jetzt in Covid-Zeiten läuft, aber normalerweise kann man einfach in ein Musikhaus (oder MediaMarkt oder whatever) gehen und eine Reihe an Kopfhörern probieren.

Danke für die Eindrücke zum Austrian, schade, dass ihr keine Freunde werdet. Aber ich hab's bereits kommen sehen.
 
Ich bezweifel mittlerweile, dass die sich dann viel besser als die Astros anhören.
das ist gut möglich, mir sagen die astros nichts. :D
Und welche davon sind nun besser? (Will zwar keinen Verstärker zwischen schalten müssen, aber mich würde interessiert trotzdem der vor- bzw. Nachteil
vorteil: klingt nochmal feiner und klarer imo.
nachteil: zusatzhardware nötig.

aber das gilt natürlich nur für ansonsten gleiche modelle. ein 600ohm hörer ist per se nicht besser als ein 32er.
 
das ist gut möglich, mir sagen die astros nichts. :D

vorteil: klingt nochmal feiner und klarer imo.
nachteil: zusatzhardware nötig.

aber das gilt natürlich nur für ansonsten gleiche modelle. ein 600ohm hörer ist per se nicht besser als ein 32er.
Dann wäre nur noch die Frage ob es sinnig ist zusätzlich eine soundkarte für den 32ohm Hörer zu holen oder ihn mitm onbord soundchip zu befeuern?
 
Also ich habe in den letzten 2 Wochen folgende Kopfhörer ausprobiert. Muss dazu sagen mir ging es rein weg um den Sound an der PS5. Für was anderes werden die Kopfhörer nicht genutzt.

Habe ausprobiert Beyerdynamic DT 880Pro, Beyerdynamic DT 770Pro und das Sony Pulse 3d.

Beide Beyerdynamic haben mir, wohlgemerkt am PS5 Controller überhaupt nicht gefallen. Ich besitze noch ein altes Qpad QH85 Pro Gaming Headset und das hat mir rein zum zocken mit Abstand am besten gefallen.

Also alles wieder zurück geschickt. Auch das Pulse 3d. Jetzt habe ich mir auf @Trayal Rat hin die Sennheiser HD 599 bestellt. Sind wegen Black Friday bei Amazon im Moment für 99 anstatt 149€ im Angebot.

https://www.amazon.de/dp/B07Q7S7247/ref=cm_sw_r_cp_apa_fabc_dlC_VguVFbGXP61J0?_encoding=UTF8&psc=1

Ich kann nur sagen ich bin endlich angekommen. Die Dinger sind mehr als laut genug am Controller ohne Kopfhörerverstärker und klingen sowas von sauber, detailliert und trotzdem wuchtig. Ein Traum. Auch richtig geil mit 3d Audio wie ich finde.

Vielleicht mal testen :)

Edith: Noch bisschen mit Demons Souls getestet. Einfach geil wie viel Details man ganz deutlich hört. Der Wind pfeift, die Krähen schreien etc. Also ich find es echt richtig gut! Soviel Details konnte beim 3d Sound nur das Pulse 3d von den getesteten und das auch lang noch nicht so gut. Und die HD599 sind vom ganzen Sound einfach viel besser. Das ist zumindest mein Empfinden.

Edit2: Ach und der Tragekomfort ist auch richtig super! :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun sind beide Kandidaten angekommen.
Hab beide schon angetestet, ist aber noch zu früh was zu sagen, auch wenn ich schon leichte Tendenzen habe.

Austrian Audio
Anhang anzeigen 134199

DT1990
Anhang anzeigen 134200

Der Test kann beginnen (für die nächsten Tage...)

Anhang anzeigen 134202

Zwei richtig geniale Kopfhörer, die du da head-on testest. Ich hoffe du fütterst die ausschließlich mit bestem Material und nicht irgendeinem komprimierten oder/und schlecht produzierten Scheiß! :D
 
Zwei richtig geniale Kopfhörer, die du da head-on testest. Ich hoffe du fütterst die ausschließlich mit bestem Material und nicht irgendeinem komprimierten oder/und schlecht produzierten Scheiß! :D
Sowohl als auch.
Spotify und Apple Music ist aber auch gar nicht mal so schlecht, da sind schon auch brauchbare Inhalte verfügbar.
Nutzt du gar keine Streamings bzw. Downloads?
 
@DoK

Da du dir ja offenbar richtig Zeit nimmst die zu testen, möchte ich dir ein paar Denkanstöße zur Entscheidungshilfe geben, also Dinge worauf man sich gezielt beim Hören fokussieren kann, um die jeweiligen Stärken und Schwächen für einen rauszuhören.

Bass
Spaßig/hyped wird keiner der beiden in der Bass Range klingen (höchstens der DT1990 mit den nicht analytischen Polstern) aber achte mal darauf wie schnell die Response Time ist und wie tief der Bass wahrnehmbar ist. Nicht wie mächtig/druckvoll er rüber kommt, das ist quasi trickery, sondern wie er aufgelöst wird und wie klar/tight er bleibt, ohne muddy zu werden.


Mids & Höhen
Wobei das vermutlicht der schwierigste Part zu bewerten ist, da dies der Bereich sind den wir mit unserem Gehör am besten wahrnehmen und in dem sich am meisten tut. Die meisten klassischen Instrumente etwa bewegen sich hauptsächlich hier und dann reicht das auch von den Low, über die Mids, High Mids bis in die Höhen.

Nur so als Anhaltspunkt: Das Mid-Range Instrument schlechthin ist so ziemlich die Gitarre. Normalerweise bewegt sie sich im Rhythmus Bereich direkt in der mittleren Mid-Range, geht jedoch tiefer gestimmt (zB im Metal) in die Low-Mids bis sogar in den Bass über oder als singende Solo-Gitarre in den High-Mids bis in den High-Range Bereich über. Die Gitarre als Referenzpunkt genommen, könnte man nun zum Cello blicken, welches einen ähnlichen Bereich abdeckt, nur gen Bass verschoben bzw. am anderen Ende die Violine, gen Höhen verschoben.

Stimmen bewegen sich auch allesamt im Mid-Range bis Höhen-Bereich. So richtig im Bass befindet sich keine Stimme, die gehen runter bis in den Low-Mid Bereich, während richtig hohe Sängerinnen jedoch auch tief in den Höhen-Bereich vorstoßen. Neben Sängerinnen und der Violine finden sich im Höhen-Bereich auch viele Blasinstrumente oder natürliche Geräusche, wie etwa Regen.

Die Höhen bestimmen auch wie "offen", "klar" und "vibrant" ein Kopfhörer klingt. Sie geben dem Klang eine gewisse Strahlkraft mit. Der Begriff des "Presence" spielt sich auch hier ab, in den hohen Mitten bis Höhen. Unser Gehör reagiert sehr empfindlich auf diesen Frequenzbereich, es versetzt uns quasi in erhöhte Alarmbereitschaft, weshalb Töne in dem Bereich besonders durch den Mix schneiden und unsere Aufmerksamkeit in Beschlag nehmen (Stichwort Violine, Lead Gitarre oder Sopran Sängerinnen). Von Presence spricht man wenn man diesen Bereich hervorhebt und dem Mix damit allgemein etwas mehr Klarheit verleiht. Das ist quasi die heiße Klinge die durch die kalte Butter gleitet. Ist einer der schwierigsten und subjektivsten Bereiche für Kopfhörer, da hier die Gratwanderung zwischen genial für den einen und anstrengend für den anderen hauchdünn ist. Ich wähle meine Kopfhörer im gehobeneren Qualitätssegment im Grunde hauptsächlich danach aus.

Wie man jetzt auch sicher gemerkt hat, bin ich nicht die beste Schiebelehre für den Bass-Bereich (der muss hauptsächlich hochauflösend, tight und responsive sein), während ich endlos über Mitten und Höhen philosophieren könnte. Das spiegelt sich bestimmt auch in meiner persönlichen Gewichtung wider und hat viel mit meinen Hörgewohnheiten zu tun :D


Auflösung und Tiefenstaffelung
Hier gehts schlicht darum wie viele Details du wahrnehmen kannst und wie sehr sich die einzelnen Töne und Geräusche voneinander abheben/abgrenzen (nicht darum wie sie im Raum stehen, es handelt sich hier ja um keine Surround Kopfhörer - das ist eine völlig andere Disziplin). Hier hast du es mit zwei Kopfhörern zu tun, die sich in der Disziplin auf einem außerordentlich hohen Niveau bewegen. Um zu sehen wie hoch, würde ich dir empfehlen die mal nicht gegeneinander zu vergleichen, sondern direkt mit anderen Kopfhörern. Da sollten sich, entsprechendes Material vorausgesetzt, wahre Gräben auftun, wenn dein sonstiges Equipment das hergibt.


Bühne / Soundstage
Da gehts nicht um die Auflösung bzw. Tiefenstaffelung, sondern wie der Eindruck des Klangs wahrgenommen wird. Referenzpunkt ist hier der Raumklang über Stereo Monitore. Sprich du hast links und rechts vor dir Boxen stehen, die den Raum, ausgehend von ihrer Position, in Relation zu dir selbst beschallen. Das ist quasi die maximal offene Bühne. In-Ear Kopfhörer erzeugen das Gegenteil davon, die blasen dir den Sound direkt in den Schädel. Ohrumschließende Kopfhörer variieren hier je nach Bauform. Wenn sie offen sind (sprich die ganze Umgebung laut mit dir mithören kann), dann erzeugen sie mehr Bühne, wenn sie geschlossen sind (die Umgebung oder das nahe stehende Mikro hört nicht mit) dann haben sie weniger Bühne. Was neben der geschlossenen und offenen Bauform auch noch mitwirkt, ist die Form (der Raum) der Ohrpolster und die Wirkweise der Driver. Die Soundstage ist übrigens kein direkts Qualitätsmerkmal, sondern eine Möglichkeit den Klang zu definieren. Es gibt Leute die eine offene Bühne mögen und es gibt leute die mehr den in your head Klang bevorzugen.


Sowohl als auch.
Spotify und Apple Music ist aber auch gar nicht mal so schlecht, da sind schon auch brauchbare Inhalte verfügbar.
Nutzt du gar keine Streamings bzw. Downloads?

Doch, nutze viel Spotify und Spotify auf höchster Streaming Qualität ist schon ganz brauchbar, das geht voll in Ordnung. Ansonsten halt gerne noch physische Medien oder lossless Formate, wenn ich mir Alben auf diversen Plattformen zum Download kaufe. Wenn ich meine Gitarren ans Audio Interface anstecke, dann bekome ich den Sound natürlich auch in natura, völlig unkompromiert in den Gehörgang geschleudert.
 
Hey, Danke für deinen ausführlichen Beitrag @Trayal! TOP!

Ich kann dir so weit gut folgen, da mich das Thema auch schon länger begleitet und beschäftigt, allerdings mehr aus dem Bereich der Lautsprecher. Was Kopfhörer angeht bin ich absoluter Neuling, meine Erfahrungswerte beziehen sich da überwiegend auf diverse in ears, also ein völlig anderes Level als das, was ich hier jetzt vorfinde.

Ich würde mich schon als recht anspruchsvollen Musik-Hörer bezeichnen. Bis ich z.B. die für mich passenden Standlautsprecher gefunden hatte, verging einige Zeit. Ich höre quer durch die Bank sehr unterschiedliche Musikrichtungen und bin für alles offen. Ausnahmen bilden Hip-Hop und Rap, da kann ich wenig - selten was mit anfangen. Das macht die Auswahl von Lautsprechern und auch Kopfhörern natürlich nicht leicht, da es einfach nicht DEN Speaker für alle Richtungen gibt. Ich bevorzuge daher auch eine möglichst lineare / natürliche Wiedergabe und kann mit künstlich aufgepumpten Höhen und Tiefen wenig anfangen.
Meine Dali Opticon 6 z.B. verfügen für mich über ausreichend Reserven im Bass, sind tendenziell aber eher knackig und direkt und spielen nicht ganz so tief - müssen sie aber auch nicht.
Da sind mir die fein aufgelösten Höhen, die der Bändchen-Hochtöner mit sich bringt, sehr viel wichtiger.
Ich weiß noch wie ich im Studio Hörraum saß und bei einer Reihe von Liedern plötzlich Details hören konnte, die mir vorher niemals aufgefallen sind. Umso glücklicher war ich dann zu hören, dass die Lautsprecher sich auch in meinem Wohnraum „entfalten“ konnten. Was viele Leute ja vergessen ist, dass nicht nur die Lautsprecher, sondern auch, vielleicht sogar mehr, der Raum seinen eigenen Sound mit sich bringt.

Aber egal, das geht zu weit. Ich wolle nur kurz beschreiben, was meine Ausgangsbasis ist.
Da ich für meinen Geschmack also schon „guten Sound“ gewohnt bin, waren die ersten Tests heute nicht so leicht und, um ehrlich zu sein, war ich im ersten Moment etwas ernüchtert, da ich mir Sound-technisch „mehr“ versprochen hatte. Aber ich finde mich langsam in das veränderte Hören ein und beginne die vielen feinen Unterschiede festzustellen. Ich habe immer noch eine Tendenz, die aber aktuell nicht mehr die gleiche ist wie zu Beginn und aufgrund meiner Ersteindrücke :D

Aber ich werde den Teufel tun, jetzt schon was zu sagen, da ich mich bestimmt 100 mal revidieren müsste.

Wenn du oder andere User ein paar Vorschläge / Musik-Tipps haben, wäre das doch eine feine Ergänzung für diesen Thread hier. Also immer rein damit, das macht den konkreten Austausch, wenn denn Interesse daran besteht, vielleicht nochmal interessanter. @hank scorpio vielleicht hast du ja auch Bock.
 
Ich würde mich schon als recht anspruchsvollen Musik-Hörer bezeichnen.

Ja exzellent, dann bringst du ja schon etwas Vorerfahrung mit.

Aber ich finde mich langsam in das veränderte Hören ein und beginne die vielen feinen Unterschiede festzustellen. Ich habe immer noch eine Tendenz, die aber aktuell nicht mehr die gleiche ist wie zu Beginn und aufgrund meiner Ersteindrücke :D

Aber ich werde den Teufel tun, jetzt schon was zu sagen, da ich mich bestimmt 100 mal revidieren müsste.

Was ja auch ein großer Punkt ist, der gerne übersehen wird: das "Einbrennen" neuer Boxen oder Kopfhörer. Damit ist gemeint, dass sowohl die Hardware (zB Membran) als auch die Psychoakustik etwas Zeit benötigt.


Wenn du oder andere User ein paar Vorschläge / Musik-Tipps haben, wäre das doch eine feine Ergänzung für diesen Thread hier. Also immer rein damit, das macht den konkreten Austausch, wenn denn Interesse daran besteht, vielleicht nochmal interessanter. @hank scorpio vielleicht hast du ja auch Bock.

Vielleicht stehen da manchen die Haare zu Berge aber ich teste immer gerne mit klassischer Musik. Da kommt eine große Bandbreite an Instrumenten und Dynamik zum Einsatz, die damit nicht nur eine großen Frequenzbereich abdecken sondern auch sehr anspruchsvoll sind was Dynamik und Auflösung bzw. Tiefenstaffelung angeht.

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Allgemein nutze ich gerne Tracks die einen möglichsten breiten Frequenz und Dynamikumfang abdecken und klanglich multilayered sind. Dafür sind natürlich orchestrale und ambient Stücke sehr geeignet.

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...das hier mag sehr unüblich für einen Basstest wirken. Die E-Gitarre wurde extrem tief auf Bass Niveau runter getuned und der Gitarrist unternimmt technisch größte Mühe um den Sound dennoch möglichst Tight zu halten. Eine typische Bass Schleuder schluckt dir hier die Nuancen, während ein guter Kopfhörer den heiklen Übergang zwischen (dreckigen) Low Mids und Bass immer wieder perfekt meistern wird. Statt Omph, Omph Bass gehts hier mal um Details.

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Etwas vielschichtig-rockiges, um meinem Musikgeschmack näher zu kommen und das andere Zeugs erspare ich dir :D
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Recurring...

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Ich hab auch einige Lieder, die ich immer teste, weil ich deren Charakeristik gut kenne und einschätzen kann.
Hier mal eine kleine Auswahl, bunt gemischt.

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Das kurze Stück hier find ich auch ganz nett, weil es den Hörbereich rechts und links neben der Lautsprecher krass erweitert, wenn es die Lautsprecher denn zulassen.

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So, im Rennen zwischen dem Beyer Dynamic DT1990 und dem Austrian Audio HI-X55 habe ich mein persönliches Fazit gezogen. Vorab: Beide sind großartige Hörer, jeder hat seine Stärken und Schwächen, vor allem in Bezug auf den Einsatzzweck und die eigenen / bevorzugten Hörgewohnheiten.
Hier nochmal beide Kandidaten:

Beyer Dynamic DT1990
Anhang anzeigen 134280


Austrian Audio Hi-X55
Anhang anzeigen 134281


Der Beyer Dynamic Hörer wurde etwas früher geliefert, weswegen ich mit diesem auch meine ersten Hörproben absolvierte. Da ich Neuling auf dem Gebiet der Kopfhörer bin, war ich im ersten Moment etwas ernüchtert.
In meinem Kopf hatte sich irgendwo der Gedanke festgesetzt, dass Kopfhörer grundsätzlich besser / intensiver klingen müssen als frei im Raum stehende Lautsprecher.

In der Zeit damals, wo das in meinem Fall tatsächlich zutreffend war, und selbst „einfache“ Kopfhörer besser klangen als mein Stereo Setup im Raum, liegt natürlich die Vermutung nahe, dass es wohl am verwendeten Equipment gelegen haben könnte...

Dieser Zustand hat sich, ich möchte nicht sagen umgekehrt, aber nun zumindest deutlich verlagert.

Seit ich mein frei stehendes Lautsprecherequipment daheim nicht mehr nur auf Surround-Sound und den bestmöglichen Effekt hin auswähle, sondern auch sehr viel Wert auf eine präzise und möglichst neutrale Stereo-Abbildung lege, bin ich für mein Empfinden bereits „verwöhnt“ und sehr zufrieden was Musikhören angeht.

So habe ich also angefangen mit dem DT1990 einige erste, mir gute vertraute Stücke, zu hören und war im ersten Moment etwas ernüchtert. Nicht, weil es schlecht klang, sondern weil ich mir einfach den WOW-Effekt erwartet hatte, der sich in meinem Kopf in Bezug auf Kopfhörer manifestiert hatte.

Nachdem ich das für mich eingeordnet und den Kopfhörer als alternative Hörvariante akzeptiert hatte, ging das genießen los. Unabhängig von Sitzplatz und Raum immer die gleiche Soundqualität genießen zu können, hat ja durchaus was für sich.

Ich musste relativ schnell das werkseitig montierte Ohrpolster der DT1990 wechseln, welches sich „balanced“ (warum auch immer) nennt und für eine leichte Bassanhebung sorgen soll. Mir war das bei einigen Stücken zu viel des Guten und so drehte ich also die mitgelieferten „analytical“ - Polster auf (meine anfänglichen Schwierigkeiten beim Aufziehen sollen hier kein Thema sein, denn mit etwas Übung geht es ganz gut), die für einen neutraleren Klang sorgen sollen, und war auf Anhieb zufriedener mit dem Ergebnis.

Was mir sofort aufgefallen ist, wie schön transparent und detailreich die Höhen klingen.
Hier werden all die Feinen Details der Tracks herausgearbeitet, die einem mit „einfachen“ Speakern mitunter komplett vorenthalten bleiben. Das macht Spaß!
Wenn mir die Interpretin / der Interpret ins Ohr haucht und ich vor dem Ertönen der Stimme dieses leichte „Schnalzen“ vernehme und höre, wie sich die Lippen voneinander trennen, ist das einfach eine intimere Hörerfahrung, man wird förmlich auf die Bühne gesaugt und wähnt sich live vor Ort.

Damit genug zu den Beschreibungen. Ich bin kein Toningenieur und kann nicht die vielen feinen Nuancen in Worte fassen, die einen Kopfhörer oder einen Lautsprecher ausmachen, und für einen „richtigen“ Test fehlen mir schlicht auch die zahlreichen Vergleichsmöglichkeiten.

Aber kommen wir nun zu dem Vergleich, der mir aktuell möglich ist, und da kommt Kandidat Nummer 2 ins Spiel, der Austrian Audio:

Auch hier gab es eine ersten Höreindruck, der wiederrum ernüchternd war.
Diesmal war der Grund ein anderer. Nachdem ich zuvor den DT1990 gehört hatte, kam mir der Austrian Audio anfangs sehr flach und unspektakulär vor. Hätte ich mich festlegen müssen, wäre nach meinem ersten Eindruck der DT1990 vorne gewesen. Die nächsten Stunden verbrachte ich trotzdem immer wieder mit dem Austrian Audio, und mein Gehör stellte sich relativ schnell auf das neue Hören ein. Da der Austrian Audio eine ganze Ecke leichter ist und der Anpressdruck der Bügel geringer, fand ich ihn vom Tragekomfort auf Anhieb ein gutes Stück angenehmer als den DT1990.

Auch in Bezug auf die Höreigenschaften ist der Austrian Audio ein Kopfhörer, den man lange tragen kann und dessen Klangeigenschaften für mein Empfinden niemals unangenehm oder gar nervig wurden.

Was die Brillanz / die Höhen betrifft und das Herausarbeiten feiner Sound-Bestandteile, würde ich als Laie dem Austrian Audio die gleichen Fähigkeiten attestieren wie dem DT1990, vielleicht sogar noch etwas mehr. Für mich konzentriert dieser Hörer sich auf das Wesentliche und klingt einfach „ehrlich“.
Das ist super, kann aber auch gewöhnungsbedürftig sein, wenn die Aufnahme mal nicht ganz so gut ist.

Im Folgenden habe ich dann immer wieder zwischen den Hörern gewechselt, um einzelne Lieder oder Teile davon unmittelbar vergleichen zu können. Mir wurde dann relativ schnell klar, dass ich den DT1990 auf Dauer zu anstrengend finde. Neben dem Anpressdruck und dem höheren Gewicht, war es vor allem der Bass / die tiefen Frequenzen, die mir der DT1990 etwas zu dominant darstellte. "Loudness" ist der Begriff, der mir da immer im Kopf rumschwirrte, aber diesen auf den 1990 anzuwenden ist wohl nicht fair, aber im Direktvergleich zum Austrian Audio ist er der Begriff, der am ehesten transportiert, was ich meine.

Der DT1990 ist keine Bassschleuder, um das klar zu sagen, aber er hält sich unabhängig von dem gewählten Polster nicht wirklich zurück, so war es mir auf Dauer etwas zu viel des Guten.

Der Austrian Audio klingt im direkten Vergleich flacher, schlägt aber dort, wo es wirklich sein muss, auch in den tiefen Frequenzen gut zu. Der Kickbass einzelner Stücke gefiel mir bei den Austrian Audio sogar besser, da er noch trockener und direkter Klang. Der Bass des DT1990 ist im allgemeinen etwas weicher für mein Empfinden.

Da ich während den Vergleichen auch immer wieder über meine Standlautsprecher gehört habe, ist mir schnell aufgefallen, dass die Austrian Audio meinen bisherigen Hörgewohnheiten deutlich näher kommen als die DT1990.
Im direkten Vergleich sehe ich meine Standlautsprecher klangtechnisch aber vorne, was meine größte Überraschung ist, die ich aus diesem „Test“ ziehe.

Testumgebung
Anhang anzeigen 134282

Mein Fazit in Bezug auf die Kopfhörer lautet, das dürfte man schon herausgelesen haben, dass meine Wahl in diesem Vergleich auf die Austrian Audio gefallen ist. Neben den oben beschriebenen Klangeigenschaften und dem allgemeinen Tragekomfort ist es auch die Flexibilität und die Einsatzmöglichkeiten, die für die Austrian Audio sprechen.

In diesem Zuge der Hinweis: Mein ursprüngliches Kaufvorhaben lag darin begründet, dass ich einen Kopfhörer zum Spielen am Dual Sense suchte. Und weil ich bin, wie ich bin, musste es dann direkt was „Hochwertiges“ sein, weil man den Kopfhörer dann auch zum Musikhören nutzen kann. Für mich hat sich schon oft der Spruch bewahrheitet, dass man zweimal kauft, wenn man "zu günstig" kauft. Daher wäre mir der Kauf des PS5 Headsets gar nicht erst in den Sinn gekommen. Rein fürs Gaming hätte es vielleicht auch was günstiger sein können, aber warum soll man beim Spielen nicht auch die Ohren verwöhnen, denn auch hier gibt es viele schöne Dinge zu entdecken.

Für den Einsatz am Pad eignet sich der Austrian Audio mit seiner geringen Impedanz von nur 25 Ohm natürlich besser als ein DT1990 mit 250 Ohm, der nach mehr Power verlangt (die er im Test auch bekommen hat, um das klarzustellen) und der sich an Smartphone und Dual Sense nicht ganz so wohl fühlen dürfte wie der Austrian Audio. Auch das man den Austrian Audio mal schnell ans Ipad oder Smartphone klemmen und er trotzdem ordentlich Pegel auffahren kann, spricht für ihn.

Jetzt werde ich mich die nächsten Tage weiter mit dem Austrian Audio beschäftigen.
In Bezug auf den Einsatz zum Zocken bin ich im Übrigen erstmal enttäuscht, da das 3D Audio der PS5 mir aktuell nicht das liefert, was ich erwartet hatte. Aber da werde ich noch etwas Rumprobieren..

Die PS5 macht sich im Übrigen auch sehr gut als Halter für den Kopfhörer.

Anhang anzeigen 134279

Danke fürs Lesen / Überfliegen oder Wegklicken! :D

@Trayal und @hank scorpio
Danke für eure Tipps!
 
Schöner Vergleich. Mich reizt ja auch immer wieder der Einstieg ins Kopfhörer-Universum, allerdings hab ich bisher keinen gefunden, bei dem ich nicht nach einer Stunde "Schmerzen" an Ohren oder Kopf hatte.

Falls du noch mehr testen willst He-400i (2020) und Sundara von Hifiman und iBasso SR2. Die könnten für deinen Soundgeschmack auch was sein.

Und Liebe geht raus wegen der Dalis (sind doch welche?).
 
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