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Jobwechsel...was meint Ihr?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich möchte den Thread mal ausgraben und eure Meinung zu meiner Situation einholen...

Arbeite aktuell für ein japanisches Unternehmen in Deutschland. Mitarbeiterzahl weltweit knapp 40.000. Bin zuständig für den Bereich Automotive und betreue sämtliche OEMs und Tiers in Europa, sowie begleite diese zu Audits nach Japan. Arbeit mit den Kunden macht Spaß und die Industrie ist genau mein Ding. Job ist durch das Unternehmen gesichert... ich würd eher nie gekündigt werden, so lange keine Bombe alle fünf Firmen-Hochhäuser in Tokyo, NY und Detroit in die Tiefe reißt.

Und dennoch denke ich seit geraumer Zeit darüber nach zu wechseln... Insbesondere weil paar interne Geschichten mir auf den Sack gehen. Insbesondere wie die Führungspositionen so drauf sind, wie man sich allein schon für 2 Wochen Urlaub rechtfertigen muss, dass Urlaub eh nur auf dem Papier herrscht, weil mich eh keiner vertreten kann (wobei ich dann einfach nie ans Telefon gehe) und so weiter... Kollegen sind aber eigentlich super.

Hinzu kommt, dass mich ein anderes Unternehmen abwerben möchte. Ebenfalls japanischen Ursprungs und in der Automobilindustrie, allerdings dann doch technischer. Das Unternehmen ist an sich aber VIEL kleiner (ca. 400 MA weltweit) und das Büro in Deutschland besteht erst seit letztem Jahr (in einem Business Share Center, sprich die Räumlichkeiten mit Agentur zur Miete hochgezogen, die auch ebenso schnell wieder verlassen werden könnten). Nun stellt man mir natürlich ca. 17k brutto jährlich mehr und eine leitende Position (KAM, Sales bzw. Business Dev. muss man noch besprechen) in Aussicht. Trotzdem ist das alles meinem Gefühl nach natürlich nicht so sicher. Hab trotzdem für den 1.2. einem persönlichen Gespräch zugestimmt und möchte denen da auf den Zahn fühlen.

Wofür würdet ihr euch entscheiden?

Zu mir... ich mache seit 2 Jahren einen top Job und strebe auch bei meinem aktuellen Arbeitgeber einen Gehaltspung von ca. 12k an. Position würde wohl aber bleiben (nicht leitend). Wird zwar eine harte Kiste, aber könnte klappen. Vor diesem Hintergrund frag ich mich auch, wie es wohl wäre, beim kleinen Unternehmen mitzuspielen und bei konkretem Angebot, damit beim aktuellen Chef vorzusprechen? So nach dem Motto, das bin ich auf dem markt wert und würde gerne bleiben... ABER eben nur, wenn sich auch hier etwas tut. Soll jetzt keine Erpressung sein oder so...

Bin für eure Meinung wirklich dankbar.
 
Die neue Position klingt nicht unbedingt danach, dass der Urlaub leichter zu organisieren wäre. Diesbezüglich solltest du also unbedingt abklären, wie es beim neuen Arbeitgeber mit Vertretungen für deine Person während deiner Abwesenheit aussieht, ansonsten hast du wieder das gleiche Problem wie zuvor.
Wenn die leitende Position zusätzlich zur fachlichen auch die direkte disziplinäre Führung von Personal mit einbezieht musst du dir selbst die Frage stellen, ob du diese Verantwortung auch übernehmen möchtest. Hier muss einem klar sein, dass man dann eben nicht nur für seine Ergebnisse verantwortlich ist, sondern auch für seine Mitarbeiter Sorge tragen muss.
Das Gegenangebot beim eigenen Vorgesetzten anzusprechen finde ich nicht sonderlich kritisch, besonders wenn die eigenen Leistungen von diesem in der Vergangenheit auch gesehen wurden und er das so auch dir gegenüber kommuniziert hat. Im Endeffekt ist jeder halbwegs brauchbaren Führungskraft klar, wie viel seine Mitarbeiter aktuell auf dem Markt wert sind. Man sollte es aber natürlich im Gespräch auch nett verpacken und nicht seinem Gegenüber die Pistole auf die Brust drücken.
 
Was das Thema Urlaub etc angeht. Früher war ich eher Richtung Karriere aus. Aber Work-Life-Balance (scheiß Wort ich weiß) ist mir mittlerweile viel wichtiger. Wenn ich schon höre das man sich für einen Urlaub rechtfertigen muss. (was aber für ein Japanisches Unternehmen nicht verwunderlich ist) Dort ist Urlaub ja ein Fremdwort.

Ordentliches Gehalt scheinst du ja bei beiden zu haben. Bin selber auch KAM und habe immer dazu noch ein variables Gehalt. Das solltest Du Dir halt auch überlegen ob das für Dich okay ist.

Und die Idee Deinem Chef das Gegenangebot vorzulegen halte ich risikoreich.
Sollte er nämlich dann mit einem Gegenangebot kommen hast du evtl. ein Gewissenskonflikt :)

Aber ihm sagen das du generell woanders suchst etc finde ich richtig. Wie gut ist denn eure Bindung?
 
Einen kleinen variablen Anteil hab ich aktuell auch.

Du meinst das Verhältnis zum Chef? Geht in Ordnung, mache oft den Seelsorger und lasse ihn auch gerne gegen meinen inkompetenten direkten Vorgesetzten lästern. Ist zwar nicht okay, dass er das tut gegenüber einem Angestellten, aber ich werd das für ich nutzen können, wenn zur Sprache kommt, dass ich quasi auf alles Acht gebe und nicht er (er kann aber als Expat aus Tokyo nicht hier entlassen werden)... Das ist übrigens auch so eine interne nervige Geschichte... Ich hatte schon OEMs, die mich gefragt haben ob es sein kann, dass er nicht der hellste ist bzw. jeder in Japan Manager werden kann bei entsprechender Firmenzugehörigkeit (das übersetze ich dann nicht und wir lachen alle verlegen eine Runde) :grins:
 
Ich würde die Sicherheit des Konzerns (die habe ich auch) vermutlich nicht aufgeben.
Wenn man nicht den berühmten goldenen Löffel klaut, ist das ne Sicherheit bis zum Renteneintritt.

Ich weiß zwar, und ich ich denke das wird dir @enix ähnlich gehen, das ich jederzeit auch einen neuen Job antreten könnte, aber ich weiß meine aktuelle Stelle einfach zu sehr zu schätzen.
Neben dem Geld zählt für mich mindestens genauso, wenn nicht sogar mehr, die work life balance.
Ich verbringe lieber mehr Freizeit mit meinem Sohn und meiner Familie, als das ich diese im Tausch mit einer höheren Position und mehr Geld aufgeben würde.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wobei WL-Balance schon nicht ideal ist... Gibt Wochen die bin ich komplett weg (alle 2 Monate) und ansonsten eigentlich jede Woche eine Nacht außerhalb. Bekomme ich wie gesagt keine 10-12k mehr dieses Jahr, dann bin ich auf jeden Fall weg.

Werd nach euren Meinungen wohl tatsächlich erstmal versuchen im aktuellen Job mehr rauszuschlagen, bevor ich wechsel. Wenn sich am 1.2. beim Gespräch im neuen Unternehmen natürlich was unerwartet positives abzeichnet, werd ich das nochmal bewerten müssen.
 
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