Spanien beschwört den Geist des fiesen Treters Juanito
Borussia Dortmund sollte die Schienbeinschoner festschnallen: Vor dem Rückspiel machen sich Real Madrid und die spanische Presse Mut – und erinnern an Spielerlegende Juanito. Er beging 1987 eines der brutalsten Fouls der Fußballgeschichte.
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Auf der Website zeigt die „Marca“ ein Real-Kassenhäuschen mit der neuen Deko – „Nichts ist unmöglich“ steht da über Spielbildern der königlichen Stars. Darüber wandert eine schwarz-weiße Bilderleiste mit Szenen der legendären Aufholjagden in Madrids Heim-Tempel „Estadio Santiago Bernabéu“. Haupt-Protagonist vieler denkwürdiger Rückspiel-Kämpfe: Juan Gómez González, genannt Juanito. Spätestens seit seinem Unfalltod vor ziemlich genau 21 Jahren wurde der Kämpfer von Madrid zur Real-Legende und steht sinnbildlich für den Geist des Bernabéu, wo so oft ein scheinbar aussichtloser Rückstand aufgeholt werden konnte. „As“ hat gar ein Bild von Juanito auf den Titel gehoben – „Es geht um Dich“ steht darunter.
Dass Juanito neben einem großen Kämpferherz auch einen Hang zu fiesen Ausrastern hatte, lassen die Spanier dabei gerne außen vor. Zumal der heißblütige Andalusier sein krassestes Foul in einem Spiel beging, bei dem Madrid gegen eine deutsche Mannschaft unterging.
Das brutalste Foul der Fußballgeschichte
Im April 1987 stand Bayern München gegen Real Madrid im Halbfinale des Europapokals der Landesmeister. Durch zwei Tore von Lothar Matthäus gewann Bayern mit 4:1 gegen die Spanier. Doch Matthäus sollte dafür bezahlen: Der Madrilene Juanito konterte mit einem der brutalsten Fouls der Fußballgeschichte. Dem auf dem Boden liegenden Torschützen Matthäus sprang er in den Rücken. Danach trat er ihm ins Gesicht. Im Rücken des Schiedsrichters stiegen andere Real-Spieler auf die Beine von Matthäus. Feldspieler und Augenzeuge Andreas Brehme berichtet: „Dass sich Lothar nicht den Kiefer brach, war ein Wunder. Lothar erzählte nachher, er habe geglaubt, Juanito hätte ihn umbringen wollen.“ Juanito sah die Rot Karte und wurde für fünf Jahre von den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen.
Pikant: Nachdem Robert Lewandowski im Hinspiel alle vier BVB-Treffer gelangen, kündigten sowohl José Mourinho als auch Abwehrspieler Sergio Ramos in der Pressekonferenz mehr Gegenwehr und Körpereinsatz gegen den polnischen Stürmer an: „Vielleicht ist das ein Weg, ihn am Tore schießen zu hindern. Wir haben auf Videos gesehen, dass wir nicht energisch genug in die Zweikämpfe gegangen sind. Morgen wird das aber anders aussehen.“ Das klingt, als würden die nicht unbedingt als vorbildliche Fußball-Gentlemen bekannten Real-Profis Ramos und Pepe schon ihre Stollen anspitzen.
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