Jiders schrieb:
Ich bleib nachwievor dabei: Der Film ist sehr komplex, er bietet genug Interpretationsspielraum und zwar über ein Level hinaus, wo man behaupten kann, dass in jede Sitcom auch sehr viel hineininterpretiert werden kann. Ich spreche von Fragen, die der Film eindeutig aufwirft und IMO nicht völlig eindeutig beantwortet werden können (zumindest nicht auf die Schnelle). Je mehr ich mich mit Leuten über den Film unterhalte, desto verwirrter werd ich, weil quasi jeder was anderes verstanden hat. Das ist so absolut überhaupt nicht eindeutig
Ja, der Film hat 1) eine komplexe Erzählstruktur und ist 2) offen für Interpretationen gestaltet.
Aber: Er ist nicht das, was man unter einem typischen Nolan-Mindfuck versteht. Denn ein Prestige oder ein Memento sind eben nicht wirklich offen für Interpretationen, sondern kompliziert, und den Zuschauer täuschend erzählte Geschichten, die am Ende weitestgehend aufgelöst werden und die diesen "Holy shit"-Moment haben.
Wenn jemand mit dieser Erwartungshaltung an Inception geht, kann ich nachvollziehen, wie man enttäuscht sein kann. Wenn man ohne Erwartungshaltung an Inception geht, bekommt man ein grandioses Filmerlebnis. Für mich ist es auf jeden Fall der beste Film in 2010.