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Hat die amazon-Reportage euer Kaufverhalten verändert?

Hat die amazon-Reportage euer Kaufverhalten verändert?

  • Ja, ich werde amazon meiden, so gut es geht

    Stimmen: 6 4,3%
  • Ich werde meine amazon-Käufe einschränken, wenn es anderswo nicht teurer ist

    Stimmen: 8 5,8%
  • Mir ist das egal, bei mir ändert sich nichts

    Stimmen: 97 70,3%
  • Ich habe amazon bislang sowieso gemieden

    Stimmen: 5 3,6%
  • Habe die Reportage nicht gesehen / keine Meinung

    Stimmen: 22 15,9%

  • Umfrageteilnehmer
    138

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Das schon, aber wenn eine Reportage Darstellungen enthält. die sich bestens dafür eignen, dass sich jeder Stammtisch in Deutschland trefflich aufregen kann und am besten noch über die bösen großen KOnzerne und ihre dunklen Machenschaften wettern kann, sollte man zumindest ein wenig hellhörig sein.
 
Polemisierende Formulierungen habe ich ja auch nie bestritten (oder gutgeheißen) und ich halte den Bericht auch nicht unbedingt für ein journalistisches Glanzstück. Ich verwehre mich nur gegen die Lug & Trug-Märchen, die hier einige verbreiten.
 
Cale schrieb:
Ja ja, alle Lügen und betrügen, nur man selbst kennt die einzige Wahrheit. So muß es sein :lol:

Ich fürchte, hier verwechseln Einige Meinungen mit Fakten. Man muß ja Schlußfolgerungen nicht zustimmen (tue ich auch nicht bei gewissen Themen), aber daß heißt ja nicht, daß derjenige lügt.

Welcome to the Internet :deal:
Das erlebt man in diesem Medium einfach soo oft, jeder einzelne weiß als einziger was wirklich los ist :lol:
 
Cale schrieb:
Ja, das meinte ich ja auch mit Fakten und Meinungen. Nur weil jemand eine andere Meinung hat, lügt er noch nicht gleich. Das es da natürlich auch eine Grauzone gibt, ist unbestritten. Nur die Behauptung, daß bei allen Reportagen systematisch und vorsätzlich gelogen und betrogen wird, um Quote zu erzielen, ist lächerlich.

Ich kann Dir mein Beispiel leider nicht zeigen, aber das Problem ist doch folgendes.

Ein (guter) Journalist schafft es mit Leichtigkeit die Aussage eines Artikels/Beitrags bei ALLEN Lesern/Zuschauern so zu steuern, dass eine bestimmte Meinung, auf Grund einer scheinbaren (<- wichtig) Faktenlage, erwirkt wird.
Das kennt man bei vielen Zeitungen oder privaten Formaten.
Die Journalisten bewegen sich dabei (Behauptung von mir) meist im rechtlich sicheren Rahmen, aber das Kernproblem ist doch die bewusste Meinungsmache und genau da dürfen sich die ÖRs imo nicht angreifbar machen.

Was von der Allgemeinheit finanziert wird hat imo den Auftrag neutral und faktenbasierend zu berichten und darf sich eben nicht auf die Ebene der privaten (=Meinungsmache) begeben.
 
eMKay schrieb:
Cale schrieb:
Ja, das meinte ich ja auch mit Fakten und Meinungen. Nur weil jemand eine andere Meinung hat, lügt er noch nicht gleich. Das es da natürlich auch eine Grauzone gibt, ist unbestritten. Nur die Behauptung, daß bei allen Reportagen systematisch und vorsätzlich gelogen und betrogen wird, um Quote zu erzielen, ist lächerlich.

Ich kann Dir mein Beispiel leider nicht zeigen, aber das Problem ist doch folgendes.

Ein (guter) Journalist schafft es mit Leichtigkeit die Aussage eines Artikels/Beitrags bei ALLEN Lesern/Zuschauern so zu steuern, dass eine bestimmte Meinung, auf Grund einer scheinbaren (<- wichtig) Faktenlage, erwirkt wird.
Das kennt man bei vielen Zeitungen oder privaten Formaten.
Die Journalisten bewegen sich dabei (Behauptung von mir) meist im rechtlich sicheren Rahmen, aber das Kernproblem ist doch die bewusste Meinungsmache und genau da dürfen sich die ÖRs imo nicht angreifbar machen.

Was von der Allgemeinheit finanziert wird hat imo den Auftrag neutral und faktenbasierend zu berichten und darf sich eben nicht auf die Ebene der privaten (=Meinungsmache) begeben.

Volle Zustimmung. Wenn die ÖR anfangen "Meinungen" zu produzieren, dann führt man sie ad absurdum. Die sind dazu da, um sich einen Beitrag so schwierig (Im Sinne von Pro/Con) wie möglich zu machen, und die Meinung gefälligst ihren Zuschauern zu überlassen.
 
Interessanter Artikel zu Christopher Schroer / (Verlag "Die Neue Sachlichkeit"), der Amazon nicht mehr beliefern wollte. Fand durchaus ein großes Medienecho, aber 6 Wochen später die Erkenntnis:
"Die bittere Wahrheit ist: ein vollständiges Auslisten unserer Titel bei Amazon ist nicht möglich. Das liegt am Wesen des Buchhandels"

Um sicherzustellen, dass Amazon über den Zwischenbuchhandel unsere Titel nicht mehr beziehen kann, müssten wir unsere Verträge mit den Grossisten auflösen. Somit wird in Zukunft auch (fast) jedes unserer Bücher über Amazon erhältlich sein. Die Alternative, dem Zwischenbuchhandel zu kündigen ist leider keine, denn dann kommen unsere Titel auch nicht zum kleinen unterstützenswerten Buchhändler vor Ort.

Und das nach den Worten:
Heute nehmen wir Abschied, wir kündigen [...] Mit sofortiger Wirkung. Ohne Wenn und Aber und mit allen Konsequenzen.

Wenn man dem Verlag nicht unterstellen will einfach nur auf der Anti-Amazon-Welle mitschwimmen zu wollen, dann scheint man dort wohl nicht zu wissen, wie der Buchhandel funktioniert. :staun: Würde dann vielleicht auch erklären, warum man sich als Verlag zusätzlich zu - angeblich - schlechteren Konditionen noch einen extra Vertrag mit Amazon eingeht. Wenn man die "Erkenntnis" nach 6 Monaten mit den Worten quittiert, dass Amazon nun zumindest über den Großhändler mehr für die Bücher bezahlen muss, warum werden dann solche Verträge abgeschlossen. :?
 
Dow Jones schrieb:
Volle Zustimmung. Wenn die ÖR anfangen "Meinungen" zu produzieren, dann führt man sie ad absurdum. Die sind dazu da, um sich einen Beitrag so schwierig (Im Sinne von Pro/Con) wie möglich zu machen, und die Meinung gefälligst ihren Zuschauern zu überlassen.

Bei mir ist es mittlerweile so, dass ich einen Beitrag abbreche, wenn ein Einspieler, unterlegt mit der typischen dramatischen Musik, kommt.
Das hat in den ÖRs einfach nix zu suchen.
 
Geht mir auch ähnlich mit der Musik :D
Immer wenn diese dramatischen Brummtöne und gefährlichen Melodien kommen, muss ich mit den Augen rollen... Denn das ist imo ein klares Anzeichen dafür, dass der Beitrag nicht neutral berichtet, sondern Emotionen erzeugen und Meinung machen will. Objektive, distanzierte Berichterstattung braucht solche billigen Dramaturgieeffekte nicht.
 
Schaut euch mal die aktuelle Folge fernsehkritik.tv an. Da gibts nen Gastbeitrag, in dem einer dieser Marktchecks zerpflückt wird, die grad so populär sind.

Der ist auch vom ZDF und kommt wie ne billige Krawall-Doku von den Privaten daher.
 
Jo, wollte das auch gerade posten. Das ist echt zum schämen. Vor allem Cale sollte sich das mal angucken. :lol:


Hier die Fernsehkritik.tv Beiträge


Hier das Original vom ZDF.

Das geilste ist das mit den Garnelen.

Im Aldi kaufen sie Garnelen gekauft, im Lidl haben sie Riesengarnelen gekauft. Und weil die im Lidl größer sind, bekommen die den Siegtreffer. Wie bescheuert ist das denn?
 
Ich denke, das würden die wenigsten behaupten. Aber wie kann ich einer Reportage noch vertrauen, wenn die begründete Wahrscheinlichkeit besteht, dass Meinung gemacht werden soll oder eben Fakten großzügig "interpretiert" werden?
Es steht auf einer Reportage nicht drauf, ob sie vorbildlich recherchiert oder polarisierend-polemisch ist. Und wenn ich das nicht wissen kann, besteht die Möglichkeit, dass ich keine Reportage mehr ernst nehmen kann.

Natürlich gibt es die guten, informativen Reportagen, bei den ÖRs wohl sogar häufiger als bei den Privaten. Nur kann ich nicht wissen, welche dazugehört und welche nicht.
 
Cale schrieb:
Und deshalb sind alle Reportagen erstunken und erlogen? Schöne einfache Internetwelt :lol:

Natürlich nicht, hab ich auch nicht behauptet. Aber wenn jetzt jede Woche so eine Doku eintrudelt, oder zumindest jede zweite, wird diese Rede von den "Ausnahmen" nicht mehr tragbar. Und aus der Ausnahme wird eine Regel. Und auch in diesem Bild ist nicht jede Doku schlecht.

Ich habe auch nicht behauptet, dass alle schlecht sind. Ich würde nur sagen, dass es die Regel ist, dass inzwischen nicht mehr objektiv berichtet wird. Tendenz zum Schlimmeren arg ansteigend.
 
Dow Jones schrieb:
Natürlich nicht. Aber wenn jetzt jede Woche so eine Doku eintrudelt, oder zumindest jede zweite, wird diese Rede von den "Ausnahmen" nicht mehr tragbar. Und aus der Ausnahme wird eine Regel. Und auch in diesem Bild ist nicht jede Doku schlecht.

Naja, solange ich Dir zu jeder grottigen Reportage noch zwei, drei Dutzend nennen kann, die zwischen OK und hervorrangend ansiedelt sind, bleiben es Ausnahmen. Die Markencheck-Teile sind in der Tat grottig, da muß ich Dir recht geben und bei der Tendenz leider auch. Aber trotzdem sollte man das Gesamtbild betrachten und das ist immer noch bis auf Ausnahmen positiv. Leider gibt es in INet-Diskussionen fast immer nur Schwarz und Weiß.
 
Cale schrieb:
Naja, solange ich Dir zu jeder grottigen Reportage noch zwei, drei Dutzend nennen kann, die zwischen OK und hervorrangend ansiedelt sind, bleiben es Ausnahmen. Die Markencheck-Teile sind in der Tat grottig, da muß ich Dir recht geben und bei der Tendenz leider auch. Aber trotzdem sollte man das Gesamtbild betrachten und das ist immer noch bis auf Ausnahmen positiv. Leider gibt es in INet-Diskussionen fast immer nur Schwarz und Weiß.

Ja, man kann es sicherlich auch thematisch anordnen. Themen, die gesellschaftlich etabliert sind, also solche Dinge wie Geschichte, Politik oder sonst irgendwas, wo die öffentlich-rechtlichen auch Kompetenzen haben, ist die Möglichkeit einer wirklich miserablen Doku vielleicht geringer, als bei den Themen, Medien, Internet oder Technik generell. Das würde das Bild auch weiter vermischen.

Die Frage ist aber, was sollte man sich von den ÖR erwarten? Und was können sie liefern? Was liefern sie wirklich ab? Die Dokus stehen ja nur auf einer Seite, Maz-Beiträge in anderen Sendungen des ÖR sind, je nach Thema, ebenso bescheuert.

Zumindest sollte man, wenn man sich nicht verarschen lassen will, inzwischen jede Doku des ÖRs abklopfen. Denn es ist nicht mehr garantiert, dass man eine fehlerfreie bzw. von meinungsmache verschonten Sendung schauen kann. Imo ist das auch schon schlimm genug.

Und wenn ich dann so etwas sehen muss, wie diesen Discounter-Check, bestärkt es mich nicht gerade darin, dass sich da in absehbarer Zeit etwas tut, denn den normalen Zuschauern fällt das scheinbar nicht auf. Oder sie interessiert es nicht.
 
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