JokerofDarkness schrieb:
Meine Antwort ist nicht dumm, sondern realistisch und bezogen auf eigene Erfahrungen. Es gibt verschiedene Mittel und Wege sein Studium zu finanzieren. Wenn man natürlich mit Scheuklappen durch das Land rennt und allen anderen die Schuld gibt, dann wird das nichts. Meckern ist natürlich einfacher, als selbst die Initiative zu ergreifen. Ich denke auch, dass ich das nicht nur vom persönlichen, sondern insbesondere schon vom beruflichen Standing her sehr gut beurteilen kann.
Im übrigen habe ich schon mehrfach Zeitarbeitnehmer mit akademischen Titeln kennengelernt, von daher ist Deine Aussage etwas befremdlich. Zudem wird mittlerweile jeder dritte Arbeitsvertrag durch Zeitarbeit gestellt. Dann wäre da noch das Thema Überqualifikation etc., aber das führt uns dann komplett vom Thema weg.
Deine Antwort, wie auch diese, ist voller Vorurteile und realitätsfern. Wir haben es geschafft den Bildungsstandort komplett kaputt zu sparen. Wir haben es geschafft ganze Hochschulen (ganze Hochschulen, während die Exzellenzinitiative Fachbereiche fördern sollte) mittelbar zu stigmatisieren. Wenn bei uns heute jemand aufschlägt und sich in irgendeinen Studiengang klagen will, dann muss man dem erstmal erklären das er doch angenommen wurde in Heidelberg. Verblüfft gucken dich die jungen Rehaugen dann an und fragen ernsthaft "aber die RTWH Aachen ist doch ne Eliteuni, da will ich hin." Um dort Philosophie oder son Zeuch zu studieren... hrmpf.
Wir haben Studiengebühren eingeführt. Wenn du dich da hinstellst, mit dem gemachten Bett, und jungen Leuten meinst Ratschläge erteilen zu können... da lache ich drüber. Allein durch die Einführung der Gebühren ist es faktisch für viele Studenten unmöglich geworden. BaFöG (Sofern es das überhaupt gibt) kann den Lebensunterhalt decken, nicht aber zusätzlich die 1600€ im Jahr zusätzlich ermöglichen.
Die einzige Möglichkeit bleibt dann für den Großteil (du sagst es selbst. Nur noch prekäre Arbeit im Elternhaus) nur noch der Studienkredit. Das ist enorm abschreckend für einen jungen Menschen der dann mit Schulden ins Leben startet und mit Ende 20 (bachelor reicht ja nicht mehr um das aufzuholen was er versäumt hat) dann endlich arbeiten darf. Genauso sind die Studienkredite für bestimmte Studiengänge gar nicht möglich. Aufgrund der Länge von des Studiums der Rechtswissenschaft oder der Medizin - exemplarisch genannt - reicht die Förderung von KfW z.B. gar nicht aus. Genauso sind studienbedingte Besonderheiten in diesen standardisierten Studiendarlehen nicht berücksichtigt worden. Man geht dort offenbar davon aus das Menschen die sich für ein derartiges Studium entscheiden ohnehin kein Darlehen zur Lebensfinanzierung in Anspruch nehmen müssten.
Dieses blöde Gelaber ey. Sitzt da auf seinem hohen Ross und hat keine Probleme und dann schön nach unten treten. Gleichzeitig aber die AN-Situation anprangern. venire contra factum proprium
Und wo kommen die abstrusen Zahlen zu der Begründung von AV her? Hans-Böckler-Stiftung oder was? 80% aller
Mandate aus dem Gebiet, die ich bearbeite, sind immer noch _un_befristete AV.
Und frag dich mal warum die beiden Juristen Abteilungsleiter bei dir in der freien Wirtschaft sind und nicht als Juristen tätig sind.