...als Ryan und Matt quer über die ISS fliegen und Ryan zum Schluss mit den Beinen in den Leinen hängen bleibt.
Da hat man einfach mal die physikalischen Gesetze über den Haufen geworfen, um hier eine dramatische Situation zu schaffen. Wäre bestimmt auch irgendwie anders gegangen, statt hier so einen Bock zu schießen, um sich diese Schlüsselszene zu schaffen. Eine Schlüsselszene die übrigens meiner Meinung nach die größte Achillesferse des Films war und den Spannungsbogen ab diesen Moment regelrechte vernichtete.
Gravity wirkte insgesamt gesehen auch einfach unglaublich konstruiert. Hier an dieser Stelle möchte ich besonders die Szene erwähnen wo Ryan in der Rettungskapsel sitzt und jene wegen des sich verfangenen Schirms beinahe auf die ISS knallt. Zwar wiederum nett inszeniert, wie all diese Szenen und Momente, aber Spannung kam hier keine auf.
Weshalb? Man wusste halt genau, dass sie schon irgendwie aus dieser Situation entkommen würde, weil ein Scheitern mit ihrem Tod enden und damit das frühzeitige Ende des Films einher gehen würde - der aber erst gerade die Halbzeit knackte.
Deshalb erachte ich die Seilschaft-Szene zwischen Ryan und Matt, wo Matt seinen Tod wählte, auch als den Spannungstöter des Films. Mit zwei Personen bis nahe des Schlusses hätte man deutlich mehr Spannung aufbauen können bzw. überhaupt für Spannung sorgen können, da einen ständig das Ende hätte ereilen können, ohne dass der Film dann zwingend zu Ende wäre. So hat sich das bereits ab ca. Minute 30 erübrigt.
Die kurz darauf folgende Szene in der Kapsel hätte mir fast das Kraut ausgeschüttet, hat sich dann jedoch zum Glück nur als eine Halluzination entpuppt - ist aber bezeichnend, für den bisherigen Verlauf, dass ich es Gravity wirklich zugetraut hätte. Musste da über mich selbst schmunzeln, ob meiner voreiligen Facepalm Reaktion. Im Nachhinein betrachtet einer der klar besten Momente des Films.
Sämtliche Probleme werden übrigens damit gelöst, dass entweder irgendwas aufgeschraubt, ein Knopf gedrückt oder sich irgendwo entlang gehangelt wird...was mir dann doch irgendwie zur dezenten Langeweile führte, da ich mich ansonsten nur an der herausragend-visuellen Seite ergötzen konnte.
Das Ende war übrigens auch ziemlich...mäh!
Was hatte ich doch auf ein nicht typisches Happy Ending gehofft. Wäre am Schluss sogar noch etwas Spannung aufgekommen, da man hier zum ersten Mal Ryan draufgehen oder ihr etwas schlimmes passieren hätte lassen können, ohne dass der Film abrupt zu Ende gewesen wäre. Aber nein, das durfte ja nicht sein und stattdessen gab es dann ganz zum Schluss noch eine besonders kitschig-metaphysische Taufe.