Ist ziemlich eindeutig mein liebstes Far Cry bislang. Geht alles gut von der Hand, die umfangreicheren Anpassungsmöglichkeiten motivieren, es gibt ständig was zu tun, das Setting bleibt stark und bietet einige wunderschöne, wie explosive Szenerien und die Story ist gewohnt überspitzt und herrlich amerikanisch.

Vor allem zwei Sachen macht es meiner Meinung nach besser als die Vorgänger:
Zum einen das Gunplay. Hat sich nicht drastisch verändert, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass es sich diesmal irgendwie wuchtiger und auch präziser anfühlt. Vielleicht irre ich mich auch, aber ich finde es sehr viel befriedigender. Die Waffen lassen sich übrigens auch aufwerten (Schalldämpfer, größeres Magazin, Skins & Co) - Ghost Recon Wildlands lässt grüßen.
Zum anderen der Spielaufbau und Spielfluss. Bisher hat Far Cry zwischen Hauptmissionen und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen unterschieden. Also die ordentlich inszenierte Story und weiter eigentlich nur wortlose Markierungen auf der Karte, an denen dann ein zu erklimmender Turm oder ein zu befreiendes Lager stand. Diesmal ist es viel geschmeidiger verpackt. Prinzipiell bleiben die typischen Ubisoft-Missionen erhalten, nur sind auch kleinere Nebenaufgaben an gesprächige Charaktere gebunden und gefälliger präsentiert.
Teilweise haben selbst unscheinbare Passanten eine Bitte oder man findet einen Auftrag über einen Anrufbeantworter oder Flyer. Spielspaßbremsen wie Türme wurden hingegen entfernt. Langweilig wird einem so definitiv nicht. Alle Nase lang stolpert man über einen Charakter mit einem Anliegen, eine oft zufällige, actiongeladene Schießerei oder ein Prepper-Lager, in denen immer netter Loot versteckt ist, deren Türen aber meist verschlossen sind. Zu öffnen nur durch ein kurzes Umgebungsrätsel. Beispiel: Tür ist von innen versperrt. Gibt augenscheinlich keinen Weg hinein. Gegenüber ist aber eine Aussichtsplattform, an der sich ein Scharfschütze herumtreibt. Also dorthin, sein Scharfschützengewehr geschnappt und oha, auf der Rückseite des Gebäudes, in das ich hinein möchte, ist ein offenes Fenster, durch das man auf das Türschloss schießen und die Tür so öffnen kann. Gesagt, getan und Loot kassiert. Sind jetzt keine intellektuellen Kunststücke und das Spiel hält einen mit Tipps auch immer an der Hand, aber ich habe schon ein paar echt nette, kreative "Rätsel" gesehen, die das Gameplay aufwerten und abwechslungsreicher gestalten.
Fühlt sich alles organischer und unterhaltsamer an als in den bisherigen Far Crys, in denen ich meist nur von Marker zu Marker gerannt und lieblos platzierte Lager befreit habe. Das Setting greift hier viel mehr ins eigentliche Spiel ein und ist nicht bloß eine stumme Kulisse für die immer gleichen Ballereien.
edit: Alles natürlich an Far Cry Standards gemessen. Ist jetzt kein The Witcher in Ego-Shooter Form, sondern immer noch Far Cry.

Aber ein echt gutes.