Damit es auch nochmal im richtigen Thread verewigt wird.
Freitag abend war es soweit, nach 122 Stunden hab ich
Fallout New Vegas inklusive aller DLC´s abgeschloßen. Auch wenn ich viel Spaß mit dem Game hatte, blicke ich mit gemischten Gefühlen auf meine Zeit in der Mojave zurück.
Anfänglich war es natürlich toll, ein weiteres Mal nach Fallout 3 in eine riesige Welt hinausgelaßen zu werden und nach und nach Ortschaften, Gefährten und Quests zu entdecken.
Doch nachdem man den Großteil der Karte aufgedeckt hatte, vermißte man die weitläufigen Ruinen Washingtons und seine zahlreichen Supermutanten. Wenn es eine Sache gab, die mir am meisten gefehlt hat, so waren das Supermutanten. Die Handvoll Mutanten in Black Mountain oder die friedliche Fraktion in Jacobstown können einen nicht zufriedenstellen.
Sobald man sich der Deathclaws entledigt hat, die an 2 Stellen der Karte campierten, konnte einem nix mehr gefährlich werden und so wurde die Mojave zunehmend langweiliger. Es fehlten Gegner wie die Enklave, die sich auch mal plötzlich über dir abgeseilt haben oder ein Rudel Supermutanten, die nach dem Fleisch lechzten. Weder NCR, Legion, Las Vegas Familien und Noobtribes konnten einem auch nur ein Haar krümmen. Selbst auf hohem Schwierigkeitsgrad.
Nach etwa 70 Stunden hatte ich den Großteil der SQ´s abgeschloßen und die HQ auch schon weit vorangebracht. Da kammen mir die DLC als Abwechslung gerade recht.
Wie schon mal erwähnt war DeadMoney eine einzige Enttäuschung, Affenkotze hoch 10, das hatte mehr mit Folter den mit Fallout zu tun.
Honest Hearts war da schon um Klassen besser, eine weite Landschaft, Flüße, Regen und Einwohner, die an Indianer erinnerten. Hat mir zusammen mit der Geschichte um Joshua Graham sehr gut gefallen.
Oddworld Blues war dann nochmal besser, man wurde ständig mit dem typischen Fallout Humor bombardiert und die Umgebung lud mit all dem tollen Loot zur Erkundung ein. Am meisten haben mich der sprechende Toaster und Muggy erheitert. Die anderen Einrichtungsgegenstände waren auch gut aber die beiden haben mit ihrem eigenwilligen Charakter und der genialen englischen Synchro den Vogel abgeschoßen.
Gekrönt wurden die humoristischen Einlagen nur noch vom Gespräch mit

Sehr obskur und doch genial, jeder Satz sorgte für Erheiterung.
Als letzter DLC kamm dann Lonesome Road dran, die zerklüftete Landschaft mit all ihren Ruinen sah toll aus und sorgte für eine dichte Atmosphäre. Die menschlichen Gegner waren zahlreich und hielten auch ordentlich was aus, so machten die Gefechte schon deutlich mehr Spaß. Wobei das in Oddworld Blues auch schon so war, da hatte man mit den Lobotomies und Roboterskorpionen gut zu tun.
Humor gab es in Lonesome Road weniger, paßte aber auch besser zu dem düsteren Umfeld. Einzig das Finale konnte mich nicht ganz überzeugen, nachdem man in den vorherigen DLCs auf diese Begegnung immer wieder vorbereitet wurde, hab ich von der Auflösung einfach mehr erwartet.
Der leichte rote Faden (Christine,Elijah,Courier), der sich durch alle 4 DLCs zog, hat mir hingegen sehr gut gefallen. Christines Silent Sniperrifle ist der Hit.
Gestern nun hab ich meine letzte Reise angetreten, alle Vorbereitungen auf die 2. Schlacht um den Hoover Damm waren getroffen und die Erwartungen groß. Was als große Schlacht angekündigt wurde, entpuppte sich als Hinterhofschießerei zweier Gangs. Anders kann man dieses laue Scharmützel mit vielleicht 30-40 Beteiligten nicht nennen. Auch die Inszenierung war recht arm, bei einer Schlacht erwarte ich Beschuß und Bombenhagel von allen Seiten aber wahrscheinlich bin ich von COD zu verwöhnt in solchen Dingen.

Da war die Endmission in Fallout 3 weitaus besser und epischer inszeniert.
Abspann bestand erwartungsgemäß aus paar Standbildern und diversen Sprechern, das ist genauso wie in Fallout 3 für den Arsch. Nach solch einer Spielzeit sollte der Abspann etwas mehr bieten um einen zufriedenzustellen.
Wenn man zuvor nicht Fallout 3 gezockt hätte, würde es einen wahrscheinlich komplett flashen und aus den Socken hauen, so muß es sich leider in einigen Punkten mit Fallout 3 messen laßen. Ist natürlich Geschmacksache, manchem gefällt die Mojave besser als Washington und sein Umland.
Während für mich das urbane Fallout 3 eine bessere Atmo bietet, kann New Vegas in verbessertem Gameplay und Skillung punkten. Zielen über Kimme und Korn, Levelaufstieg bis 50, nur ein Perk alle 2 Level, sinnvolle neue Perks ( reparieren mit ähnlichen Waffen und Rüstungen ), 3 super DLC´s mit großem Umfang, geniale neue Waffen 40mm Granatwerfer "Mercy"

), ne Menge Mods für Standardwaffen, selber Munition herstellen(überschüßige und unnötige Munition zu brauchbarer Munition umwandeln), das sind alles Dinge, die New Vegas richtig macht.
Für Fallout 4 wünsche ich mir eine Verschmelzung der beiden Titel. Außerdem muß das alles noch viel größer werden, die Karte kann ruhig 4x so groß sein, Levelaufstieg bis 100 und mehr Gegner bieten damit man auch seine Muntion verbraucht kriegt.
