Wenn man sich überlegt, wo Ferrari mit zwei Massas herumdümpeln würde, kann man verstehen, dass Stefano Domenicali schon fast unterwürfig wirkt, wenn er von seinem "Maestro" aus Spanien schwärmt: "Das war eine sensationelle Leistung, gar keine Frage", strahlt der Teamchef nach Alonsos Sieg in Hockenheim. "Ich hoffe, dass er diesen Schwung so lange wie möglich halten kann, im Idealfall bis Ende November. Am 1. Dezember kann er dann tun und lassen, was er will."
"Für ihn war dieses Jahr wichtig, nicht das Vertrauen ins Team zu verlieren. Wir hatten am Saisonbeginn eine schwierige Zeit - da war unser Auto kein richtiges Auto", gibt Domenicali zu. "Dass er trotzdem immer motiviert und auf seine Aufgabe konzentriert geblieben ist, rechne ich ihm hoch an. Man erkennt große Champions, wenn sie unter Druck stehen, wie sie dann arbeiten, das Team antreiben, konstruktiv bleiben. Das ist entscheidend, und dafür sind wir Fernando sehr dankbar."
Der Italiener weiß genau, dass die inzwischen sogar recht sichere WM-Führung Alonsos, aber nicht Ferraris Verdienst ist: "Wir haben noch nicht das schnellste Auto. Hätten wir es, dann würde es uns leichter fallen, Rennen zu gewinnen", analysiert er. "Wir müssen das Auto verbessern und sicherstellen, dass es unter allen Bedingungen gut ist: im Nassen, im Trockenen, mit verschiedenen Reifen. Das ist eine riesige Herausforderung."
"Man muss sicherstellen, das Auto von Rennen zu Rennen zu verbessern, sonst verliert man in diesem starken Wettbewerbsumfeld unweigerlich Punkte. Die ersten drei Autos lagen heute innerhalb von drei Sekunden. Das ist nichts. Fernando musste 67 Qualifying-Runden fahren, um sich zu behaupten", so Domenicali. Immerhin: "Unsere Vorhersagen hinsichtlich des Reifenverschleißes waren korrekt. Das ist ermutigend."