Endlich ist das Sommerloch vorbei und das Spielejahr kann so gut fortgesetzt werden wie es begonnen hat. Eigentlich sollte Wukong den Anfang machen, aber Digi Only Release + Unklarheit zum Schwierigkeitsgrad haben mich einfach ein paar Tage länger warten lassen. Ist aber nicht schlimm. Die Verkaufszahlen von Wukong lassen sich sehen. Sie brauchen mich erstmal nicht. Also komm ich jetzt nach etwas Blabla dahin, wo dieser Beitrag hin soll
STORY UND RAHMEN:
Erstmal haben wir in diesem Spiel ein wirklich tolles Star Wars Feeling, was durch die authentische Kay mit ihrem knuffigen Nix untermalt wird. Das man hier mal die Unterwelt kennenlernt - also das, was Han Solo hauptberuflich gemacht hat, wenn die Rebellion nicht andere Pläne für ihn hat, fand ich sehr gut umgesetzt. Die Story ist letztlich nichts besonderes und hierzu schreibe ich auch nichts wirklich, aber wie sie erzählt wird, mag ich. Hier hab ich aber einen Kritikpunkt: Kay bekommt ein Todesmal. Was heißt, dass sie jeder jagen sollte. Nun, ich hätte mir gewünscht, dass das auch mal passiert. Dieses Thema wird ab und an angesprochen, aber leider hat man hier einfach Spannung liegen lassen - genau wie in den Antagonisten, die praktisch nie präsent sind. Und halt auch kaum mal welche, die in Quests wirklich fies wirken. Dafür sind einige Hauptquests richtig hochwertig und abwechslungsreich, indem sie alles auffahren wie aus jeder Gameplaysparte Dinge zu präsentieren und dann noch überraschende Wendungen bringen.
Questlogbuch, Fraktionssystem und Fähigkeiten
Das Quest Logbuch hat mir ganz gut gefallen, weil es klar in Kategorien unterteilt hat. Hier weiß man gut Bescheid, was Hauptquest ist, was Belohnungen bringt, was Fraktions Quests sind und so weiter.
Das Fraktionssystem fand ich anfangs ziemlich cool und innovativ. Allerdings hat es mich von vorn herein genervt Minuspunkte zu bekommen, wenn man erwischt wird. Das konnten schon mal schmerzliche Punkte sein, die man dann mit einem lästigen Neuladen weg bekommen hat.
Die anfänglich suggerierte Entscheidungsfreiheit besteht auch nur aus Punkten, die dir in einer Fraktion Bonus bringt und in der anderen je nachdem Minus, welches man dann durch langweilige Standardquests wieder richten kann.
Die Fähigkeiten zu verbessern fand ich ganz witzig. Leute kennenlernen um neue Fähigkeiten zu erhalten, die man aber nur bekommt, wenn man bestimmte Kriterien im Kampf, mit Materialien oder mit Sozialem erfüllt.
GAMEPLAY:
Joa, das Gameplay funktioniert und ist Geschmacksache. Manchmal hab ich das altbackene Schleichen geliebt und öfter einfach gehasst. War mir too much auf Dauer und was mich dann halt stört ist, dass Ubi doch die Ressourcen und das Know How haben müsste gerade in einem Star Wars wie auch in einem Assassins Creed abzuliefern. Hier entstand manchmal unnötiges Trial & Error, auch wenn die Einbindung von Nix wirklich spitze war - um auch was gutes am Schleichen zu finden.
Ansonsten fand ich das Gameplay sehr gut. Schießen mit verschiedener Munition ging gut von der Hand. Klettern, Gleiter reiten, Raumschlachten, Hacken, Schlossknacken, war alles sehr spaßig. Auch wenn ich die beiden letzteren dann kurz vor der Zielgeraden ausgeschaltet habe.
Technik:
- Das Artdesign ist wirklich schön, allerdings liegt darüber der ständige Schatten der "Grafikpracht". Es wirkt oft recht unscharf und grau.
- ...und wenn ich hochscrolle zu meinem Beitrag vom 9 Jahre alten Uncharted...
- Der Soundtrack ist überdurchschnittlich gut. Das Theme des Spiels ist ein richtiger Ohrwurm und hätte selbst für die Original Trilogie perfekt gepasst.
- Der Sound hat klar den Star Wars Bonus. Wenn man mit dem Schiff oder dem Gleiter durch die Gegend streift ist das einfach nur etwas, was mich zum Lächeln bringt, genau wie die Blaster. Allerdings hat man teils bei der Ortserkennung geschlampt. Dann sprechen Gegner oder Passanten, ich drehe mich zu der Stelle und dann ist die Person ganz wo anders... Kenn ich viel besser.
- Die deutsche Synchro ist verdammt gut. Mehr hab ich dazu nicht zu sagen

- Die Optionenvielfalt, besonders in den Barrierefreiheitsmodi hat mir sehr gut gefallen. Ein Beispiel ist hier das Ändern der Farbenblindeinstellungen, denn die musste ich immer in Raumschlachten umstellen. Da ich rot auf schwarz kaum sehen kann, war ich sehr dankbar, dass ich rot in was helleres tauschen konnte.
- Insgesamt werde ich so um die 10 nicht so wilden Abstürze gehabt haben. Wer mitgelesen hat, weiß aber, dass ich einmal echt um meinen Spielstand bangen musste, weil ich nicht mehr nach Akiva fliegen konnte. Hier musste ich allein schon um die 15 Mal nachladen und es hat dann über nen Umweg über Tatooine funktioniert. Das war aber nur das eine Mal. Danach konnte ich hinfliegen wohin ich will.
Die Welt im Spieldesign:
Die Auswahl der Planeten und ihre entsprechenden Vegetationen haben mir gut gefallen. Die Abwechslung hat im Grunde also gepasst.
Was mich aber echt richtig abgef... äh genervt hat ist, dann man einen Ort nie richtig geschafft hat. Hat man in einem Banditenversteck alles erledigt und ist wieder gegangen und wieder gekommen. Standen die Banditen selbst wie in Dark Souls wieder an Ort und Stelle und haben das selbe gemacht wie vorher. So konnte es passieren, dass man für 2 Nebenquests ein und den selben Ort auf exakt sie selbe Art und Weise wie vorher erledigt hat. Jepp, das gibt Minuspunkte.
Man findet viele Materialien, die man für Raumschiff-, Blaster- und Gleiterverbesserungen finden kann. Es ist immer befriedigend, wenn man was spürbar verbessert. Alles auf Max zu bringen wäre mir aber zu viel Arbeit. Hier hätte ich mir mehr passenden Loot und entsprechend mehr Progress gewünscht. Aber das ist natürlich nur Geschmacksache
Leider war Ubi auch ziemlich faul bei der Gegnervielfalt. Es laufen so viele Aliens rum. Warum kämpft man fast ausschließlich nur gegen Menschen? Auch scheint man auch coole Bosskämpfe vergessen zu haben. Muss ja keine Souls Ausmaße haben, aber mehr Kreativität hat noch keinem Spiel geschadet.
KESSEL SABACC:
Bestes Kartenspiel in einem Videogame. Sogar noch besser als Gwent. Love it!
Die erste Bonus Quest aus dem Season Pass ist ein schlechter Scherz. Diese Quest hatte nicht mal ansatzweise eine gute Qualität oder war wenigstens umfangreich. Da kam Jabba im Hauptspiel viel cooler rüber. Egal, sei es drum.
FAZIT:
Mir hat das Spiel über sehr weite Strecken in meinen ungefähr 55 Stunden extrem viel Freude und viel zu viel Suchtfaktor beschert.
Ja, ich bin ehrlich. Ohne Star Wars hätte Ubi mich nicht bekommen und vermutlich hätte es ohne Star Wars auch nicht so viel Spaß gemacht. Denn hier gibt es viel Licht und Schatten. Auch wenn ich das Spiel sehr liebe finde ich den Metacritic von 76 sehr gerechtfertigt, während der Userscore von 5.6 natürlich völliger Blödsinn ist.
Das Spiel selbst ist, wenn ich es so objektiv wie möglich versuche ne 75. Der Star Wars Bonus, sowie Kay, Nix und ND bringen es für mich subjektiv auf ne 85.