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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich finde es schon sehr bemerkenswert was hier zu lesen ist.
Es wird hier geschrieben, dass ich (und andere) verallgemeinern bzw. generalisieren würde.
Weil sich da Leute etwas anmaßen und generalisieren.
Das ist nicht korrekt. Ich schließe vom Beispiel Di Caprio nicht auf etwas Allgemeines oder Generelles, sondern anhand des Beispiel lassen sich generelle und allgemeine Beobachtungen exemplarisch veranschaulichen.
Ich meine... der "Beweis" der These wurde hier im Thread ja direkt mitgeliefert:
Meine Frau ist auch 10 Jahre jünger als ich
Meine Freundin ist auch 10 Jahre jünger als ich...
Und guess what... meine Freundin ist auch beinahe 7 Jahre jünger als ich. Und offensichtlich falle ich damit nicht aus dem Rahmen. Ich glaube sogar, dass es hier im KT schon mal eine Umfrage gab, wie groß der Altersunterschied in den Beziehungen der KT-User ist. Und in den meisten Fällen gab es einen Altersunterschied, der mal mehr, mal weniger groß ausfiel. Und in den allerallermeisten Fällen war dieser Altersunterschied dergestalt, dass der Mann älter und die Frau jünger war. Wie gesagt, schaut nochmal nach oben: q.e.d.
So weit, so unproblematisch. Das ist einfach eine banale Feststellung.

Es geht auch gar nicht darum, dass hier irgendjemand die Selbstbestimmung der Frauen in Frage stellt. Ganz im Gegenteil: Ich bin da voll bei euch, dass diese Beziehungen von beiden Parteien als symmetrisch und machtfrei empfunden werden. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie es auch sind. Ich spreche zunächst von einer sozialen Machtdimension, nicht von einer individuellen Machtungleichheit, bei der möglicherweise sogar bewusst und gewaltvoll Macht ausgeübt wird.
Dabei ist es erst mal unerheblich was die Gründe dafür sind (bspw. kann man da biologistisch argumentieren, wie es Trayal getan hat), in jedem Falle hat es aber soziale Auswirkungen, die sich in geschlechterspezifischen Ungleichheiten manifestieren.
Kleines Beispiel: Der Mann ist Anfang 30, die Frau Anfang 20. Er hat studiert, ist seit einigen Jahren im Berufsleben und hat sich auf der Karriereleiter bereits etwas nach oben gearbeitet. Nach ein paar Jahren entschließt sich das Paar dazu Kinder zu bekommen, weil sie gerade mit dem Studium durch ist, da passt es ziemlich gut (und es wäre natürlich auch schön für ihn, wenn er nicht schon zu alt ist wenn er Vater wird). Es ist ziemlich schnell klar, dass sie die Elternzeit nicht gleichmäßig untereinander aufteilen, weil es auch finanziell für die beiden sinnvoll erscheint, dass er als Hauptverdiener die Familie finanziert. Außerdem hat er sich gerade eine Position in der Firma erarbeitet, die Führungsaufgaben umfasst und das ist eine Chance, die er sich jetzt nicht entgehen lassen will. Wir können das an dieser Stelle ewig weiter spinnen, aber ihr seht worauf ich hinaus will.

Im Übrigen finde ich es immer sehr spannend, wann die Selbstbestimmung der Frau hochgehalten wird und wann sie in Abrede gestellt wird.
Im Stars-Vorher-Nachher-Thread wurden mehr als einmal ehemalige Stars und Sternchen gepostet, die einen sichtbaren Alterungsprozess hinter sich haben, dem sie auch schon mal durch Schönheitsoperationen versucht haben Einhalt zu gebieten.
Wie oft musste ich in dem Kontext schon lesen "die war mal so heiß, was ist aus der geworden", "das Botox hat ihr aber gar nicht gut getan", "Wenn die in den Spiegel schaut kann sie das doch unmöglich schön finden" etc.
Ja meine Güte, vielleicht gefällt sie sich so einfach besser? Vielleicht findet sie sich selbst schön? Vielleicht hat sie das gemacht, weil sie es wollte und nicht um eurem Schönheitsideal zu gefallen?
Aber in einem solchen Kontext ist es dann wiederum unmöglich, dass Frau machtfrei und selbstbestimmt entscheidet?

Das gleiche mit religiöser (Voll-)Verschleierung: Natürlich macht das die Frau in keinem Fall freiwillig und natürlich ist das nur möglich, weil es in der Beziehung ein Machtgefälle zugunsten des Mannes gibt. Irgendwie komisch. [Ich paraphrasiere hier ironisch, nicht dass irgendjemand jetzt denkt das wäre meine Meinung]
ist das hier etwas anderes?

Und um es zum Ende des Beitrags nochmal auf Di Caprio zurückzuführen:
Wenn ihr euch z.B. mit dem weiterführenden Link beschäftigt hättet, dann würdet ihr erfahren, dass er seine jetzige Freundin schon kannte, als sie 11 Jahre alt war. Da war er 35.
Und jetzt erzählt mir nochmal, dass da keine Machtunterschiede bestehen und die Liebe nun mal dort hin fällt wo Amor seinen Pfeil hinschießt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Stars-Vorher-Nachher-Thread wurden mehr als einmal ehemalige Stars und Sternchen gepostet, die einen sichtbaren Alterungsprozess hinter sich haben, dem sie auch schon mal durch Schönheitsoperationen versucht haben Einhalt zu gebieten.
Wie oft musste ich in dem Kontext schon lesen "die war mal so heiß, was ist aus der geworden", "das Botox hat ihr aber gar nicht gut getan", "Wenn die in den Spiegel schaut kann sie das doch unmöglich schön finden" etc.
Ja meine Güte, vielleicht gefällt sie sich so einfach besser? Vielleicht findet sie sich selbst schön? Vielleicht hat sie das gemacht, weil sie es wollte und nicht um eurem Schönheitsideal zu gefallen?
Aber in einem solchen Kontext ist es dann wiederum unmöglich, dass Frau machtfrei und selbstbestimmt entscheidet?
wieso wird die Selbstbestimmung in dem Fall in Abrede gestellt?
Ich zumindest gehe in der Regel davon aus, dass die Frauen sich aus freien Stücken dazu entschieden haben, sich unters Messer zu legen. Das heißt aber nicht, dass ich das Ergebnis davon bejubeln muss. Klar machen die das, weil sie sich danach besser fühlen. Wäre auch irgendwie seltsam, wenn sie sich mit Absicht verunstalten wollen.
Finden es manche Frauen toll, unnatürlich riesige Schlauchbootlippen zu haben? Sicher. Gibt bestimmt auch Männer, die das attraktiv finden. Aber wenn ich persönlich finde, dass das ziemlich beschissen aussieht, darf ich das schon noch, oder?
Die Dame wird das genauso wenig jucken wie Di Caprio der twitter-Beitrag. Der Stars vorher-nachher Thread hat ja genau nur den einen Zweck zu sagen, ob sich jemand gut gehalten hat, oder ob man jemanden kaum mehr wieder erkennt. Oberflächlichkeit pur, da geht's doch nur ums Äußere.
 
Gute Frage, deflektiert aber etwas vom eigentlichen Thema.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich finde es schon sehr bemerkenswert was hier zu lesen ist.
Es wird hier geschrieben, dass ich (und andere) verallgemeinern bzw. generalisieren würde.

Das ist nicht korrekt. Ich schließe vom Beispiel Di Caprio nicht auf etwas Allgemeines oder Generelles, sondern anhand des Beispiel lassen sich generelle und allgemeine Beobachtungen exemplarisch veranschaulichen.
Ich meine... der "Beweis" der These wurde hier im Thread ja direkt mitgeliefert:


Und guess what... meine Freundin ist auch beinahe 7 Jahre jünger als ich. Und offensichtlich falle ich damit nicht aus dem Rahmen. Ich glaube sogar, dass es hier im KT schon mal eine Umfrage gab, wie groß der Altersunterschied in den Beziehungen der KT-User ist. Und in den meisten Fällen gab es einen Altersunterschied, der mal mehr, mal weniger groß ausfiel. Und in den allerallermeisten Fällen war dieser Altersunterschied dergestalt, dass der Mann älter und die Frau jünger war. Wie gesagt, schaut nochmal nach oben: q.e.d.
So weit, so unproblematisch. Das ist einfach eine banale Feststellung.

Es geht auch gar nicht darum, dass hier irgendjemand die Selbstbestimmung der Frauen in Frage stellt. Ganz im Gegenteil: Ich bin da voll bei euch, dass diese Beziehungen von beiden Parteien als symmetrisch und machtfrei empfunden werden. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie es auch sind. Ich spreche zunächst von einer sozialen Machtdimension, nicht von einer individuellen Machtungleichheit, bei der möglicherweise sogar bewusst und gewaltvoll Macht ausgeübt wird.
Dabei ist es erst mal unerheblich was die Gründe dafür sind (bspw. kann man da biologistisch argumentieren, wie es Trayal getan hat), in jedem Falle hat es aber soziale Auswirkungen, die sich in geschlechterspezifischen Ungleichheiten manifestieren.
Kleines Beispiel: Der Mann ist Anfang 30, die Frau Anfang 20. Er hat studiert, ist seit einigen Jahren im Berufsleben und hat sich auf der Karriereleiter bereits etwas nach oben gearbeitet. Nach ein paar Jahren entschließt sich das Paar dazu Kinder zu bekommen, weil sie gerade mit dem Studium durch ist, da passt es ziemlich gut (und es wäre natürlich auch schön für ihn, wenn er nicht schon zu alt ist wenn er Vater wird). Es ist ziemlich schnell klar, dass sie die Elternzeit nicht gleichmäßig untereinander aufteilen, weil es auch finanziell für die beiden sinnvoll erscheint, dass er als Hauptverdiener die Familie finanziert. Außerdem hat er sich gerade eine Position in der Firma erarbeitet, die Führungsaufgaben umfasst und das ist eine Chance, die er sich jetzt nicht entgehen lassen will. Wir können das an dieser Stelle ewig weiter spinnen, aber ihr seht worauf ich hinaus will.

Im Übrigen finde ich es immer sehr spannend, wann die Selbstbestimmung der Frau hochgehalten wird und wann sie in Abrede gestellt wird.
Im Stars-Vorher-Nachher-Thread wurden mehr als einmal ehemalige Stars und Sternchen gepostet, die einen sichtbaren Alterungsprozess hinter sich haben, dem sie auch schon mal durch Schönheitsoperationen versucht haben Einhalt zu gebieten.
Wie oft musste ich in dem Kontext schon lesen "die war mal so heiß, was ist aus der geworden", "das Botox hat ihr aber gar nicht gut getan", "Wenn die in den Spiegel schaut kann sie das doch unmöglich schön finden" etc.
Ja meine Güte, vielleicht gefällt sie sich so einfach besser? Vielleicht findet sie sich selbst schön? Vielleicht hat sie das gemacht, weil sie es wollte und nicht um eurem Schönheitsideal zu gefallen?
Aber in einem solchen Kontext ist es dann wiederum unmöglich, dass Frau machtfrei und selbstbestimmt entscheidet?

Das gleiche mit religiöser (Voll-)Verschleierung: Natürlich macht das die Frau in keinem Fall freiwillig und natürlich ist das nur möglich, weil es in der Beziehung ein Machtgefälle zugunsten des Mannes gibt. Irgendwie komisch. [Ich paraphrasiere hier ironisch, nicht dass irgendjemand jetzt denkt das wäre meine Meinung]
ist das hier etwas anderes?

Guter Punkt und verstehe auf was du hier hinaus willst, unterstreicht auch Focaults Theorie der Macht, nach der es kein außerhalb der Macht geben und daher auch nie soetwas wie ein Machtequilibrium dauerhaft bestehen kann, insbesondere wenn "Entwicklung" im Spiel ist, da Macht ein "produktives" Netz darstellt. Soziale Bewegungen finden demnach immer innerhalb von Machtverhältnissen statt.
 
Ich kann mir gut vorstellen, dass die von @Mingo beschriebene Situation (Frau bleibt daheim, "opfert" ihre Karriere für die Familie...) häufig vorkommt.

Wenn ich aber meine eigene Situation anschaue, so kann es auch anders laufen. Als bei uns das zweite Kind unterwegs war, habe ich meine Frau gefragt, ob ich das Jahr zu Hause bleiben soll/kann. Die negative Antwort hat keine 2 Sekunden benötigt. Es war ihr Wunsch, nicht mehr Vollzeit zu gehen, obwohl das für uns mal zumindest finanzielle Einbussen bedeutet.

Die Tochter wird jetzt 4 und vor ein paar Wochen habe ich sie erneut gefragt, ob ich weniger Stunden machen solle, damit sie wieder Vollzeit gehen kann. Da hat sie mich ganz irritiert angeguckt und auch diese Frage verneint.

Gut, sie ist auch nicht der Karriere-Typ, der nach dem Ende der Fahnenstange strebt. Sie hat eine sehr gute und sichere Position in ihrer Firma, ist quasi die Vertraute der Abteilungsleiterin und kümmert sich um den Krempel, den die Anderen nicht können.

Ich weiss nicht, ob wir da DIE Ausnahme sind, aber meine Frau konnte immer ihr Ding so machen, wie sie es wollte. Und wenn ich in unserem Umfeld nachschaue, ist das oft ganz ähnlich.
 
@Zimtzicke Nein, ihr seid keine Ausnahme und das ist exakt der springende Punkt! Wie ich auch in meinen obigen Ausführungen verdeutlichen wollte muss man sich von dem Gedanken lösen, dass hier irgendwie Macht intentional, wissentlich oder willentlich ausgeübt würde.
Der Soziologe Pierre Bourdieu spricht in dem Zuge von symbolischer Gewalt (teilweise auch von "sanfter" Gewalt): dabei handelt es sich um eine "verkannte und damit gesellschaftlich anerkannte Gewalt, mit Hilfe derer die herrschende Sicht der sozialen Welt legitimiert wird".
Die patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaft wirken heutzutage nahezu ausschließlich symbolisch. Also in einer Form, in der diese nicht als Gewalt empfunden werden. Durch die beidseitige (gehen wir von einer Zweigeschlechtlichkeit aus, wie es in unserer Gesellschaft normal ist) Anerkennung der gegebenen Umstände wird die (symbolische) Ordnung praktisch aufrecht erhalten und geschlechtliche Ungleichheiten immer wieder reproduziert.

Auf Wikipedia heißt es weiter (und soziologisch sperrig formuliert): "Symbolische Gewalt kann ihrer symbolischen Stärke beraubt werden, indem die Willkür, mit der sie wirkt, bewusst gemacht wird, also die Verkennung der Doxa (d. h. Prinzipien des Beurteilens und Bewertens) beseitigt wird".
Es geht dabei nicht darum, auf einer individuellen Ebene Handeln in Frage zu stellen. Sondern vielmehr darum, die scheinbar natürlich wirkende Geschlechterordnung in einer kritischen Betrachtung in Bezug auf symbolische 'Gewaltpotentiale' zu hinterfragen.

Individuelle Handlungen, die sich bewusst gegen eine solche symbolische Gewalt richten, bleiben übrigens selbst gewissermaßen symbolisch und verlangen daher auf einer persönlichen Ebene oft eine gewisse Überwindung: beispielsweise kann sich eine Frau, die das weibliche Schönheitsideal - das gesellschaftlich anerkannt ist und in dieser Form symbolisch Gewalt ausübt - in Frage stellt, ihr Achselhaar wachsen lassen und öffentlich zeigen. Das ist insofern auch ein symbolischer Akt, weil nicht das bisherige Schönheitsideal mit einem neuen Schönheitsideal ersetzt werden soll, sondern durch das Abweichen zuvorderst aufgezeigt wird, dass es ein gesellschaftlich anerkanntes Schönheitsideal gibt, das mit einem enormen Konformitätsdruck verbunden ist.
Durch die "bewusst gemachte Willkür" und das ebenso bewusste Widersetzen und Abweichen werden Ermöglichungsbedingungen geschaffen für alle anderen Mädchen und Frauen (aber natürlich auch für Männer, die wir dieses Schönheitsideal ebenso internalisiert haben), sich auch anders verhalten zu können (in diesem Beispiel: Achselhaare zu rasieren oder eben auch nicht oder irgendwas dazwischen).

Ebenso ist für mich klar, dass ich - sollte ich einmal heiraten - meinen Nachnamen abgeben werde, gerade weil es ein symbolischer Akt ist, der soziale (und patriarchale) Normalität sichtbar macht und gleichzeitig in Frage stellt.

Da es aber einzig um das Schaffen von Ermöglichungsbedingungen geht muss klar sein, dass auf individueller Handlungsebene jede dann gewählte Möglichkeit legitim ist und anerkannt werden sollte. Daher ist es falsch, wenn Schminken, Beine rasieren, Schönheitsoperationen etc. als anti-feministisch bezeichnet wird, wenn eine Frau persönlich dafür kritisiert wird, wenn sie sich zuhause um die Kinder kümmern möchte und so weiter.

Kritisiert werden müssen aber die dahinter liegenden Strukturen. Zuallererst natürlich die institutionalisierten Strukturen, die eine Ungleichheit der Geschlechter nicht nur symbolisch sondern auch formal manifestieren. Aber darüber hinaus auch gesellschaftlich konstruierte Normalitäten, die eben nicht "natürlich" gegeben sind sondern veränderbar.
Aber auch auf individueller Ebene kann man durchaus Kritik anbringen, wenn beispielsweise ein Di Caprio eine notorische Vorliebe für junge Frauen auslebt, die sogar so weit geht, dass er seine jetzige Freundin bereits kannte, als diese 11 Jahre alt war.
Und dann kann man durchaus auch mal die Frage stellen, in wie fern die durch meinen Ursprungsbeitrag evozierten männlichen "Solidaritätsbekundungen" eventuell auch ein Teil des Problems sind, wenn sie quasi reflexartig darauf abzielen jegliche Machtdysbalancen in diesen Beziehungen zu negieren.
 
@Mingo

Es fällt mir während der Arbeit schwer, deinen Text in ein für mich allgemeinverständliches Deutsch zu transferieren. :ugly:

Aber wenn ich das richtig verstehe, so hätte meine Frau eben doch aus irgendwelchen patriarchalen/gesellschaftlichen/whatever Zwängen heraus so gehandelt, wie sie gehandelt hat.

Ich habe sie übrigens damals aktiv gefragt, ob ich ihren Namen annehmen könne. Hat sie auch verneint.

Ich geb dir gerne mal ihre Nummer, dann kannst du sie mal fragen, was sie als erwachsene Frau dazu sagt. :ugly:

Und noch was. Ich finde behaarte Achseln bei Frauen ätzend. Passenderweise meine Frau auch. Ich bei mir auch. Deswegen haben wir beide rasierte Achseln. Besteht die Möglichkeit, dass man sowas auch aus eigenen Motiven heraus macht? Eigenes ästhetisches Empfinden?

So ganz manchmal kommt es mir so vor, als würde man wissenschaftlich über gesellschaftliche Probleme diskutieren, die zumindest nicht allgemein zutreffend sind. :?
 
Immer sehr cool, wenn man manche Threads nur am am Rande verfolgt/überfliegt und dann auf sowas stößt.

- du kannst meine Frau mal anrufen
- sie hat auch rasierte Achseln

Das war im übertragenen Sinne, ich hoffe, das war klar. Damit wollte ich eigentlich nur ausdrücken, dass sie durchaus ihre eigene Meinung hat, bewusst handelt und auch kein Problem damit hat, dazu zu stehen. Ich glaube, meine Frau wäre mit Mingo ziemlich schnell fertig. :D

Das mit den Achseln... joa, ist das jetzt ein intimies Geheimnis, was man nicht über seinen Partner verraten sollte?
 
Wenn ich aber meine eigene Situation anschaue, so kann es auch anders laufen. Als bei uns das zweite Kind unterwegs war, habe ich meine Frau gefragt, ob ich das Jahr zu Hause bleiben soll/kann. Die negative Antwort hat keine 2 Sekunden benötigt. Es war ihr Wunsch, nicht mehr Vollzeit zu gehen, obwohl das für uns mal zumindest finanzielle Einbussen bedeutet.

Die Tochter wird jetzt 4 und vor ein paar Wochen habe ich sie erneut gefragt, ob ich weniger Stunden machen solle, damit sie wieder Vollzeit gehen kann. Da hat sie mich ganz irritiert angeguckt und auch diese Frage verneint.

Gut, sie ist auch nicht der Karriere-Typ, der nach dem Ende der Fahnenstange strebt. Sie hat eine sehr gute und sichere Position in ihrer Firma, ist quasi die Vertraute der Abteilungsleiterin und kümmert sich um den Krempel, den die Anderen nicht können.

Ich weiss nicht, ob wir da DIE Ausnahme sind, aber meine Frau konnte immer ihr Ding so machen, wie sie es wollte. Und wenn ich in unserem Umfeld nachschaue, ist das oft ganz ähnlich.

Wir wissen aber aus endlosen Diskussionen, dass du jemand bist, der das Mutter-Kind-Modell favorisierst, aus Überzeugung und eigener Erfahrung. Du findest es gut, dass die Mutter beim Kind bleibt, am besten 2-4 Jahre lang. Prinzipiell sollte sie nur Halbtags arbeiten, damit sie noch genug Zeit hat, sich um das Kind zu kümmern, wenn es aus der Kiga oder der Schule kommt. So hast du es in deiner Kindheit auch erlebt. So jedenfalls meine Erinnerung aus den ganzen Diskussionen. Und da ihr aufm Dorf lebt, kann man sich da auch ganz gut ausmalen, dass es ein gängiges Modell dort ist. Deine Frau ist ja da aufgewachsen, glaube ich und wird es in ihrer Kindheit auch nicht anders erlebt haben. Insofern ist das, wofür sie sich entschieden hat, genau das, was die recht enge Gemeinschaft dort von ihr erwartet. Ganz automatisch. Und das sind dann wohl auch die Dinge, die Mingo da angesprochen hat.
 
Ne Meinung weiblicher Personen wäre hier mal interessant. *dachte er laut und sprach dazwischen*

Jedenfalls nochmal danke an @Mingo dieses Thema hier eingebracht zu haben. Gab ne witzige Diskussion heute im Bekanntenkreis.

Edit: Sie lief ähnlich wie hier. Hat mich etwas an Diskussionen wie zum Thema Fleischkonsum erinnert.
 
Wir wissen aber aus endlosen Diskussionen, dass du jemand bist, der das Mutter-Kind-Modell favorisierst, aus Überzeugung und eigener Erfahrung. Du findest es gut, dass die Mutter beim Kind bleibt, am besten 2-4 Jahre lang. Prinzipiell sollte sie nur Halbtags arbeiten, damit sie noch genug Zeit hat, sich um das Kind zu kümmern, wenn es aus der Kiga oder der Schule kommt. So hast du es in deiner Kindheit auch erlebt. So jedenfalls meine Erinnerung aus den ganzen Diskussionen. Und da ihr aufm Dorf lebt, kann man sich da auch ganz gut ausmalen, dass es ein gängiges Modell dort ist. Deine Frau ist ja da aufgewachsen, glaube ich und wird es in ihrer Kindheit auch nicht anders erlebt haben. Insofern ist das, wofür sie sich entschieden hat, genau das, was die recht enge Gemeinschaft dort von ihr erwartet. Ganz automatisch. Und das sind dann wohl auch die Dinge, die Mingo da angesprochen hat.

Die obigen Punkte kommentiere ich jetzt mal nicht. Hättest du meine vorherigen Posts gelesen, wüsstest du einige Dinge schon besser.

Ich würde nicht sagen, dass meine Frau das gemacht hat, was von ihr erwartet wurde. Dafür haben wir viel zu offen über all diese Themen gesprochen. Sie hat das gemacht, was sie wollte. Sie wollte 12 Monate zu Hause bleiben, sie wollte nicht mehr 100% gehen und wenn es finanziell machbar sein wird, wird sie auch noch weniger als jetzt gehen.

Den Weg, den ihr gegangen seid, wollte meine Frau nicht gehen.

Das muss echt ne total verquere Sache sein, wenn eine moderne Frau nicht nach Karriere strebt und nicht Vollzeit arbeiten gehen will. :ugly:
 
Ich komme bei diesen Themen leider kaum aus meinem "Soziologie-Sprech" raus, aber im Grunde genommen habe ich mit meinem obigen Beitrag exakt das erklärt: warum das gerade eben keine verquere Sache ist.

Es klingt für mich aber so, als könne die Frau aus irgendwelchen Gründen nicht frei entscheiden.

edit: die Tatsache, dass es aber Frauen gibt, die durchaus mit ihrer Situation zufrieden sind ist wie zu bewerten?
 
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