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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Da habe ich schon fast aufgehört, zu lesen.... :lol:

Ich denke, keiner Boykottiert Gillete, weil es sich gegen "toxische Männlichkeit" einsetzt. Viel mehr wird es Boykottiert, weil es mal wieder einen großteil der Männer über einen Kamm schert.

"Some are ok" - klar, einige Männer sind nett, aber die Meisten sind sexistische Arschlöcher. Rly?



Die Ganze Kolumne ist eigentlich zu Haare raufen. Ich wüsste garnicht, wo ich anfangen sollte... :ugly: Ich meine, als wären Männer in kurzen Hosen im Sommer ein seltenes Bild oder als würden sich Kumpels nicht mal umarmen etc
Nein, Gilette wird von manchen Deppen wohl boykottiert, weil sie ein Problem angesprochen haben, das in unserer Gesellschaft besteht und das viele Männer nicht wahrhaben wollen. Auch auf eine überspitzte Art, aber so ist das nun mal in einem kurzen, griffigen Spot.

Und zu Punkt 2: Versuch in vielen Unternehmen mal als Mann, in kurzen Hosen aufzulaufen. Da kanns auch schnell mal die Order geben, das bleiben zu lassen. Frauen in kurzen Röcken und Ausschnitt sind aber immer A-OK.
Und ja, es gibt durchaus nicht wenige Männer, bei denen kommt bei mehr als nem Fistbump Skepsis auf.

Natürlich nicht immer und bei jedem. Aber trotzdem so weit verbreitet, dass es ein gesellschaftliches Problem ist.
 
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gillette-krieg-gegen-die-maennlichkeit-in-amerika-1.4291397

Ein Artikel der grün-links ( :D ) versifften SZ zum Gillette-Spot.

Lässt man die Motivation von Gillette einfach mal aussen vor, so kann man am Anfang viele Szenen sehen, die so im Alltag tagtäglich wahrscheinlich millionenfach passieren. Und dass das nicht richtig ist und geändert werden muss, sollte auch in den Kopf des letzten Hinterwäldlers gehauen werden.

Insofern mag die Motivation eines Unternehmens durchaus fragwürdig sein, die Message ist aber richtig und wichtig.
 
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gillette-krieg-gegen-die-maennlichkeit-in-amerika-1.4291397

Ein Artikel der grün-links ( :D ) versifften SZ zum Gillette-Spot.

Lässt man die Motivation von Gillette einfach mal aussen vor, so kann man am Anfang viele Szenen sehen, die so im Alltag tagtäglich wahrscheinlich millionenfach passieren. Und dass das nicht richtig ist und geändert werden muss, sollte auch in den Kopf des letzten Hinterwäldlers gehauen werden.

Insofern mag die Motivation eines Unternehmens durchaus fragwürdig sein, die Message ist aber richtig und wichtig.

Das Video hier fand ich zu dem Thema sehr gut ->

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Ist die Position eines Mannes der selbst nicht in den Raster der “toxischen Männlichkeit“ fällt aber ein Problem mit dem Spot hat und weil er dieses artikulierte gleich von den “SJWs“ angefeindet wurde.
 
Ich weiss ja nicht...

Vielleicht habe ich ja ein anderes Verständnis von Männlichkeit, aber ich fühle mich als Mann weder angegriffen, noch in meiner Männlichkeit gekränkt, wenn ich das (millionenfache) Fehlverhalten von Männern gezeigt bekomme. Ich finde auch nicht, dass der Spot pauschalisiert. Wir sind auch denke ich raus aus der Zeit, wo man sein Fehlverhalten mit Sprüchen wie "ist halt bei Jungs so" abtun und weitermachen kann.

Ich meine, dieses Verhalten führt ja nicht nur zu Problemen zwischen Mann und Frau, es führt ja auch zu gesellschaftlichen Problemen allgemein.

Vielleicht bin ich auch einfach nicht Mann genug?
 
Ich finde auch nicht, dass der Spot pauschalisiert. Wir sind auch denke ich raus aus der Zeit, wo man sein Fehlverhalten mit Sprüchen wie "ist halt bei Jungs so" abtun und weitermachen kann.

Aber genau das tut er, indem er sagt, dass Männer sich scheiße verhalten. Und dann sagt, "some are ok".

Das bedeutet, dass eben fast alle sich "toxisch männlich" verhalten und es eben ein paar Ausnahmen gibt. Aber das ist doch quatsch. Ein großteil Verhält sich eben nicht so. Also müsste es "most are ok" heißen. Die Idee hinter dem Spot ist ja gut, keine Frage.

Warum sollte man sich nicht darüber aufregen? Das ist gerade die Pauschalisierung, die immer und überall angeprangert wird.
 
Nein, Gilette wird von manchen Deppen wohl boykottiert, weil sie ein Problem angesprochen haben, das in unserer Gesellschaft besteht und das viele Männer nicht wahrhaben wollen. Auch auf eine überspitzte Art, aber so ist das nun mal in einem kurzen, griffigen Spot.

so einfach kann man sichs natürlich auch machen.

Wenn ich meine Hauptzielgruppe (Männer) in meinem Werbespot aber erstmal alle über einen Kamm schere und teilweise haarsträubende Szenarios als "normales Verhalten bei Männer" propagiere (welcher Vater steht bitte seelenruhig am Grill während sein Kind verprügelt wird oder ein anderes verprügelt? Ist es nicht eher die Norm, dass man sein Kind beschützen will oder ihm beibringt, Schwächere (und so wird es im Spot dargestellt) nicht zu mobben?) muss ich mich nicht wundern, wenn genau die angesprochene Mehrheit da vllt etwas einzuwenden hat.

Natürlich kann ich im Sinne der Aufmerksamkeit erstmal alle Männer als in den 20er-Jahren zurückgebliebene instinktgesteuerte Affen darstellen und am Ende sagen: Ein paar Gute gibts ja auch. Dass das nicht so gut ankommt ist jetzt aber nicht so die große Überraschung.
 
Aber genau das tut er, indem er sagt, dass Männer sich scheiße verhalten. Und dann sagt, "some are ok".

Das bedeutet, dass eben fast alle sich "toxisch männlich" verhalten und es eben ein paar Ausnahmen gibt. Aber das ist doch quatsch. Ein großteil Verhält sich eben nicht so. Also müsste es "most are ok" heißen. Die Idee hinter dem Spot ist ja gut, keine Frage.

Warum sollte man sich nicht darüber aufregen? Das ist gerade die Pauschalisierung, die immer und überall angeprangert wird.

Wenn du mich fragst, ist das eine absichtliche Überspitzung, um genau diese Reaktion bei Männern auszulösen. So verstehe ich es jedenfalls.

@Crozzbow

Guck dir den Spot nochmals genau an. Und höre zu. Und achte darauf, was in dem Spot von Männern, und was von Jungen gemacht wird.

Die Szene mit dem Grill ist wohl für uns Deutsche nicht so gut nachvollziehbar (wobei es ja auch hier Sprüche gibt wie "das sind Jungs, die müssen das lernen"). In den USA ist das viel mehr verbreitet. Irgendwo habe ich einen Artikel darüber gelesen.
 
Alle Asylanten sind Kriminell! Alle Frauen Flittchen! Alle Polen Diebe!

but some are ok.

Diese Formen der Pauschalisierung kannst du aber IMO nicht mit Werbung vergleichen. Aber gut, ich erinnere mich da auch noch an die Werbeplakate von Benetton in den 90ern, die wurde auch überwiegend negativ aufgenommen, weil sie falsch verstanden wurde.

Solche Spots müssen Salz in die Wunde streuen, müssen Emotionen und Reaktionen hervorrufen. Und sie müssen auch spalten können.

Ich kann nur für mich sagen, dass ich mich nicht angegriffen fühle und durchaus verstehe, was der Spot aussagen will. Ich verschwende da keine Zeit mich mit "but some are ok" auseinander zu setzen.
 
@Crozzbow

Guck dir den Spot nochmals genau an. Und höre zu. Und achte darauf, was in dem Spot von Männern, und was von Jungen gemacht wird.
und worauf willst du hinaus?

Solche Spots müssen Salz in die Wunde streuen, müssen Emotionen und Reaktionen hervorrufen. Und sie müssen auch spalten können.

Kann und will ich auch keinem Unternehmen verbieten. Was Gillette hier macht ist der Versuch, sich ein bestimmtes Image anzueignen. Ist jetzt im Marketing nix ungewöhnliches. Allerdings eher ungewöhnlich für sehr alltägliche Gebrauchsgegenstände, weswegen ich die Intention dahinter noch nicht so ganz verstehe. Bei Dr. Best Zahnbürsten würde man jetzt auch nicht als erstes auf die Idee kommen einen Spot gegen Rassismus zu drehen. Wir kaufen solche Produkte eigentlich, weil sie eine bestimmte Funktion möglichst gut erfüllen sollen. Bei anderen Produktkategorien wie Kleidung oder Essen ist der Bedarf der Kunden sich darüber zu definieren viel größer. Da macht es Sinn, dass ein Unternehmen bestimmte Werte vertritt, mit denen man sich selbst identifizieren kann. Aber niemand läuft in der Öffentlichkeit mit seinem Nassrasierer rum.

Also keine Ahnung ob es so eine gute Idee seitens Gillette ist, ihr Hauptzielgruppe spalten zu wollen. Da dürften die meisten relativ schmerzlos sein einfach auf eine andere Marke umzusteigen.
 
okay, dann schreibe ich doch kurz was zur gillette werbung:

ich kenne die aktuellen zahlen nicht, aber in der vergangenheit (insbesondere in den 80ern als die gillette in deutschland wilkinson als marktführer verdrängt) waren eben nicht männer die zielgruppe sondern frauen.

jetzt wird man sich fragen wieso das so war. ganz einfach: frauen "gingen damals einkaufen" und kauften dementsprechend den rasierer für ihren mann. also entwarf man bei gillette eine werbung die darauf abzielte, wie frauen ihren mann gerne sehen: gut aussehend, gepflegt, erfolgreich, mit baby auf dem arm (familienmensch). wie oben angedeutet hat das ganze so gut funktioniert, dass man den deutschen hersteller wilkinson hinter sich lassen konnte.

auch heute lässt die werbung den schluss zu, dass sie vor allem auf frauen abzielt. zwar nutzt man bekannte fußballer als werbeträger, doch wenn man sich genauer damit beschäftigt fällt durchaus auf, dass mit der art und weise der präsentation eigentlich eher frauen angesprochen werden, statt männer. nämlich in dem man ihnen zeigt, wie ihr mann sein könnte, wenn er gillette-produkte nutzt.

kommen wir zurück zur aktuellen werbung um die so ein bohei gemacht wird: gillette hat erkannt, dass für frauen z.b. themen der gleichstellung und gleichberechtigung wichtig sind. dass männer nicht mehr dem klassischen "mann" entsprechen müssen. das thematisieren sie in dieser werbung. richtet sich diese werbung an die männer? nope. nicht im geringsten. im gegenteil zeigt für mich diese werbung im grunde, dass die gillette davon ausgeht, dass immer noch überwiegend frauen einen rasierer kaufen (kann ja sein, dass das durch marktforschung belegt ist, ich kenne da ja keine zahlen) und diese damit einen guten grund haben zu gillette zu greifen, denn dort werden sie verstanden und der hersteller ist fortschrittlich und ein fürsprecher. die paar männer, die sich darüber aufregen und gillette boykotieren kann man verkraften. im gegenteil: sie helfen sogar. so sehen frauen, dass sie damit durchaus "rebellieren" und gegen die vorherschaft des mannes stellen können.

alles in allem: respekt, gillette. das ist großes kino und hervorragendes marketing.
 
Kann und will ich auch keinem Unternehmen verbieten. Was Gillette hier macht ist der Versuch, sich ein bestimmtes Image anzueignen. Ist jetzt im Marketing nix ungewöhnliches. Allerdings eher ungewöhnlich für sehr alltägliche Gebrauchsgegenstände, weswegen ich die Intention dahinter noch nicht so ganz verstehe. Bei Dr. Best Zahnbürsten würde man jetzt auch nicht als erstes auf die Idee kommen einen Spot gegen Rassismus zu drehen. Wir kaufen solche Produkte eigentlich, weil sie eine bestimmte Funktion möglichst gut erfüllen sollen. Bei anderen Produktkategorien wie Kleidung oder Essen ist der Bedarf der Kunden sich darüber zu definieren viel größer. Da macht es Sinn, dass ein Unternehmen bestimmte Werte vertritt, mit denen man sich selbst identifizieren kann. Aber niemand läuft in der Öffentlichkeit mit seinem Nassrasierer rum.

Also keine Ahnung ob es so eine gute Idee seitens Gillette ist, ihr Hauptzielgruppe spalten zu wollen. Da dürften die meisten relativ schmerzlos sein einfach auf eine andere Marke umzusteigen.

Es ist eine reine Image-Kampagne. Produkte sind im ganzen Spot ja nicht zu sehen.

Zum einen will man natürlich das allgemeine Image damit aufpolieren (was wohl zumindest bei vielen Männern erstmal nicht funktioniert hat). Zum anderen will man ja das eigene Image von "damals" ad acta legen.

Wie gesagt, die Motivation hinter dem Spot darf man gerne hinterfragen. Der Absatz von Gillette-Rasierern ist auch auch seit geraumer Zeit rückläufig. Vielleicht will man sich so einfach nur zurück in die Köpfe der Menschen/Männern bringen.

Vielleicht vergrault man damit auch für den Moment einige Kunden. Aber Image reicht ja auch in die Zukunft.
 
okay, dann schreibe ich doch kurz was zur gillette werbung:

ich kenne die aktuellen zahlen nicht, aber in der vergangenheit (insbesondere in den 80ern als die gillette in deutschland wilkinson als marktführer verdrängt) waren eben nicht männer die zielgruppe sondern frauen.

jetzt wird man sich fragen wieso das so war. ganz einfach: frauen "gingen damals einkaufen" und kauften dementsprechend den rasierer für ihren mann. also entwarf man bei gillette eine werbung die darauf abzielte, wie frauen ihren mann gerne sehen: gut aussehend, gepflegt, erfolgreich, mit baby auf dem arm (familienmensch). wie oben angedeutet hat das ganze so gut funktioniert, dass man den deutschen hersteller wilkinson hinter sich lassen konnte.

auch heute lässt die werbung den schluss zu, dass sie vor allem auf frauen abzielt. zwar nutzt man bekannte fußballer als werbeträger, doch wenn man sich genauer damit beschäftigt fällt durchaus auf, dass mit der art und weise der präsentation eigentlich eher frauen angesprochen werden, statt männer. nämlich in dem man ihnen zeigt, wie ihr mann sein könnte, wenn er gillette-produkte nutzt.

kommen wir zurück zur aktuellen werbung um die so ein bohei gemacht wird: gillette hat erkannt, dass für frauen z.b. themen der gleichstellung und gleichberechtigung wichtig sind. dass männer nicht mehr dem klassischen "mann" entsprechen müssen. das thematisieren sie in dieser werbung. richtet sich diese werbung an die männer? nope. nicht im geringsten. im gegenteil zeigt für mich diese werbung im grunde, dass die gillette davon ausgeht, dass immer noch überwiegend frauen einen rasierer kaufen (kann ja sein, dass das durch marktforschung belegt ist, ich kenne da ja keine zahlen) und diese damit einen guten grund haben zu gillette zu greifen, denn dort werden sie verstanden und der hersteller ist fortschrittlich und ein fürsprecher. die paar männer, die sich darüber aufregen und gillette boykotieren kann man verkraften. im gegenteil: sie helfen sogar. so sehen frauen, dass sie damit durchaus "rebellieren" und gegen die vorherschaft des mannes stellen können.

alles in allem: respekt, gillette. das ist großes kino und hervorragendes marketing.

:lol: Darauf wäre ich ja im Leben nicht gekommen :O_o:

Wenn das wirklich die Idee ist, hut ab :D

Ja, ich auch nicht aber es ergibt tatsächlich Sinn :D
 
@Zimtzicke
ja gut hab ich ja auch nix anderes behauptet. Dann sind wir uns ja einig :D
warum ich mir den Spot nochmal angucken soll weiß ich trotzdem noch nicht

wenn es allerdings so ist wie BitByter sagt, macht die Kampagne natürlich Sinn. Da würd ich tatsächlich gerne mal wissen, ob das tatsächlich noch so ist, dass die Damen den Herren den Rasierer beim Einkaufen mitbringen. Dann wär das schon stark, wenn man das Klischee "Frau geht für den Mann einkaufen" dazu ausnutzt, den Frauen das Gefühl zu vermitteln etwas gegen Sexismus zu tun :lol:
 
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