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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Nein, man kann gerne alles mögliche hinterfragen, natürlich auch vorgelebte Rollenbilder. Es ist nur nicht zielführend, wenn sich die Debatten um Gleichberechtigung auf solche Nebenschauplätze reduzieren und zerfasern und genau das passiert ständig und war auch hier zu beobachten. Wenn z.B. die ganze Gender-Debatte sich um schriftliche Formulierungsansätze verhärtet, die ohnehin kaum einer nutzt im richtigen Leben. Ähnlich verläuft es mit der Spielzeugdiskussion. Das sind sicherlich Ansätze, aber ich halte sie überbewertet und den tatsächlichen Einfluss von Eltern auch für verhältnismässig gering. Eine Barbie ist eine Barbie. Was das Kind darin sieht und damit spielt, steht nochmal auf nem ganz anderen Blatt. Im Kuddelmuddel des Kinderzimmers durchmischt sich eh alles nochmal kräftig miteinander. Eine Mutter, die ihr Kind zur Prinzessin erziehen möchte, wird unter Umständen genau diese jungenhaften Rollenklischees in ihrer Tochter befördern, weil es ihr ein natürliches Bedürfnis ist, sich von ihrer Mutter abzugrenzen. So ein Beispiel haben wir im Bekanntenkreis. Ich beobachte das mit stiller Freude. Ich bezweifle eh ganz grundsätzlich, dass Erziehung so funktionieren kann, dass man immer versucht ist, das möglichst beste Umfeld für ein Kind zu schaffen. Solche Bemühungen laufen in der Praxis oft ins Leere und wir sind vermutlich eh die erste Generation, die für sowas die Zeit aufbringen kann.
Natürlich können und sollen sich Gender-Wissenschaftler damit beschäftigen. Der praktische Nutzen, für die Frauen zwischen 30-40 ist allerdings sehr gering. Behaupte ich mal.

Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass diese Entwicklung in Star Wars und anderen Filmen der Verdienst von Genderwissenschaften oder der (oftmals ideologisch aufgeladenen) Emanzipationsbewegung sind. Das sind Filme die sich knallhart wirtschaftlich beweisen müssen und an Frauen als Zielgruppe wohl nicht nicht mehr vorbeikommen. Das junge Frauen "von ganz allein" nach neuen Rollenvorbildern suchen, hat meiner Meinung nach viel mehr mit der Existenz des Internets zutun. Hier können sie ganz privat auf die Suche gehen und sich mit anderen austauschen. Das passiert schon seit Jahren, ganz automatisch, ist aber eine Sache, die es vorher so nicht gab. Frauen sind nicht mehr abhängig von z.B. althergebrachten Printmedien, die ihnen tatsächlich ein klischeebeladenes Frauenbild angeboten haben, alternativlos. Das wurde aber von keiner Frauenbewegung erkämpft, sondern ist wohl letzlich eine Begleiterscheinung des Kapitalismus. So wie der Rock'n'Roll damals auch schon für Befreiungsimpulse sorgte, um letztlich auch mehr Umsatz zu generieren. :D
 
Naja, eigentlich hat er eher geschrieben dass der Kapitalismus für die Gleichberechtigung mehr erreicht hat als jede "Frauenbewegung".
Ich lass das dann auch einfach Mal so stehen, dass Emanzipation "von ganz allein" stattfindet und wir uns quasi nur zurücklehnen müssen.

Nur eines noch: es ist interessant und auch ein wenig traurig zu beobachten, dass der Spin (um nicht von derailing-Strategien zu sprechen), den dieser Diskurs zuweilen erhält, so wirkungsvoll zu sein scheint.
Wenn man hier die Diskussion verfolgt, bitte Mal darauf achten von welchen Diskus-Teilnehmer*innen hier welche Themen gesetzt werden und wie unter anderem ebendieses Thema sich entwickelt hat.
Am Ende wird man als derjenige dargestellt, der mit seinen pseudointellektuellen Nicht-Lösungen der Gleichberechtigungsbewegung quasi noch einen Bärendienst erweist.

Aber danke für den 1 Like für meinen Artikel zur #metoo-Debatte vong Anerkennung her.
 
Nee, von ganz allein passiert das sicherlich nicht und man kann im Umgang mit Kindern sicherlich auch Impulse setzen. Den freien Willen von Mädchen zu stärken halte ich für sehr wichtig. Das müssen ihre Mütter ihnen vorleben. Dazu gehört es auch, dass sie erkennen, wo sie in ihrem Leben gerade den Kürzeren ziehen, zu Gunsten eines Mannes. Und sich nicht von Männern einreden lassen, dass doch alles schon eigentlich ganz gut und ausgeglichen ist. Das ist es nämlich nicht. Aber in erster Linie sehe ich die Frauen an sich schon in der Bringpflicht, denn die grundsätzlichen Vorraussetzungen sind da. Sie müssen nur aufstehen und fordern was ihnen zusteht. Am Star Wars Beispiel lese ich auch heraus, dass die Männer weniger Probleme damit haben, als man vielleicht annehmen könnte und ihnen manchmal auch unterstellt wird. Nur, wenn es um Vorzüge und Privilliegien geht, ist grundsätzlich erstmal niemand bereit, etwas freiwillig abzugeben. Frauen bestimmt auch nicht.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Am Ende wird man als derjenige dargestellt, der mit seinen pseudointellektuellen Nicht-Lösungen der Gleichberechtigungsbewegung quasi noch einen Bärendienst erweist.

Ja, schon. Weil die Masse der unterlegenen Frauen, die zwischen Beruf und Familie den Kürzeren ziehen und sich gleichzeitig darin aufreiben, damit nicht erreicht wird. Sie wendet sich von diesen Debatten entnervt ab, weil sie ihre ganz praktischen Probleme nicht wiederspiegelt und sehr theoretisiert und nicht selten auch elitär-abgehoben wirkt.
 
Das sind sicherlich Ansätze, aber ich halte sie überbewertet und den tatsächlichen Einfluss von Eltern auch für verhältnismässig gering
vs.
Der freien Willen von Mädchen zu stärken halte ich für sehr wichtig. Das müssen ihre Mütter ihnen vorleben
Elterlicher Einfluss = gering vs. Mutter muss Vorbild sein.
Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass diese Entwicklung in Star Wars und anderen Filmen der Verdienst von Genderwissenschaften oder der (oftmals ideologisch aufgeladenen) Emanzipationsbewegung sind
vs.
Aber in erster Linie sehe ich die Frauen an sich schon in der Bringpflicht, denn die grundsätzlichen Vorraussetzungen sind da.
Emanzipationsbewegung trägt wenig zur tatsächlichen Emanzipation bei vs. Frauen sollen sich endlich selbst emanzipieren.

Sorry, aber das wird mir zu wirr. I'm out.
 
Der elterliche Einfluss bezog sich in dem Zusammenhang auf die Auswahl des Spielzeugs oder wie das Kind zum Fasching in den Kindergarten geht.

Und natürlich, wenn die Mutter vorlebt, dass sie für 10 Jahre in eine Halbtagsstelle wechselt, weil sie sich auf die Kindererziehung konzentriert, dann lebt sie ihrer Tochter ein Rollenverhalten vor, dass viel schwerwiegender ist, als das rosa Prinzessinnenkleid. Genau davon rede ich die ganze Zeit, von der Verhältnismässigkeit in der Diskussion.

Und klar, dafür wäre die Emanzipationsbewegung sicherlich sinnvoll, wenn sie sich um die erwähnten praktischen Bedürfnisse und Probleme kümmern würde. Da gebe ich dir recht. Aber macht sie das? Ich sehe überwiegend nur das, was ich kritisiert habe.
 
Ja, schon. Weil die Masse der unterlegenen Frauen, die zwischen Beruf und Familie den Kürzeren ziehen und sich gleichzeitig darin aufreiben, damit nicht erreicht wird. Sie wendet sich von diesen Debatten entnervt ab, weil sie ihre ganz praktischen Probleme nicht wiederspiegelt und sehr theoretisiert und nicht selten auch elitär-abgehoben wirkt.
Ok, eines noch.
Es ist ein generelles Problem der Gesellschaftswissenschaften, dass sie einerseits einen Untersuchungsgegenstand (nämlich: die Gesellschaft) hat, mit der wir uns scheinbar alle bestens auskennen, weil wir selbst Teil dessen sind. Also können auch alle etwas dazu sagen.
Andererseits ist sind auch die Gesellschaftswissenschaften und ihre Teildisziplinen auf Fachsprache und Fachvokabular angewiesen, um Phänomene präzise zu beschreiben und sich mit anderen Expert*innen über dem Level von Alltagstheorien austauschen zu können.

Verwendet man keine Fachsprache, so fühlt sich jeder Mensch dazu bemüßigt, seinen Senf dazu geben zu können (was nicht per se schlecht ist).
Verwendet man jedoch Fachsprache, so sieht man sich sofort dem Vorwurf ausgesetzt, dass die Wissenschaft abgehoben ist und fern von der Basis in einem Elfenbeinturm geführt wird.
Anderen Disziplinen gesteht man Fachvokabeln und Fachjargon ohne weiteres zu. Dass man selbst nicht mitkommt, wenn sich zwei Chemikerinnen austauschen, geschenkt. Dass man einen wissenschaftlichen Artikel zur physikalischen Leitfähigkeit von Edel-Metallen im Vakuum kaum zwei Sätze lang lesen kann, klar... ist ja fremdes Terrain.
Ein wissenschaftlicher Artikel zu Genderkram? Lol, wie sich das liest, die haben ja wohl den Schuss noch nicht gehört...

Und davon abgesehen: dass die Argumentation "Es gibt ja wohl noch viel wichtigere Probleme, also hört auf euch um alle übrigen Probleme zu kümmern" noch nie sehr überzeugend war, dürfte mittlerweile hoffentlich common sense sein.
 
Und klar, dafür wäre die Emanzipationsbewegung sicherlich sinnvoll, wenn sie sich um die erwähnten praktischen Bedürfnisse und Probleme kümmern würde. Da gebe ich dir recht. Aber macht sie das? Ich sehe überwiegend nur das, was ich kritisiert habe.
Da es nicht "die" Emazipationsbewegung gibt: ja, natürlich tut sie das. :roll:
 
Naja. Das "Problem" entsteht wohl vor allem in dem Moment, wo es darum geht, aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen praktische Ideen für das gesellschaftliche Zusammenleben abzuleiten und diese dann auch unters Volk mischt. Und nicht allein, wenn sich zwei Wissenschaftler miteinander unterhalten. Dann wird natürlich auch diskutiert und auch zurecht. Und wenn es am Ende (ich übertreibe) ständig um so Sachen wie Geschlechtssymbole auf öffentlichen Toiletten geht, dann sagt sich irgendwann auch die Supermarktkassiererin, dass es da nicht ihre Probleme geht.
 
Das sind Leute die zeigen, warum man Genderstudies unbedingt braucht:
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Nebenbei die Werbung, sich selbst ein Bild von #4genderstudies zu machen.
 
Und wenn es am Ende (ich übertreibe) ständig um so Sachen wie Geschlechtssymbole auf öffentlichen Toiletten geht, dann sagt sich irgendwann auch die Supermarktkassiererin, dass es da nicht ihre Probleme geht.
Ich halte dich für schlau genug dahinterzusteigen, warum du als "Außenstehender" die Debatte um Unisex-Toiletten so massiv wahrnimmst, während du von anderen Dingen, die u.a. von der Geschlechterforschung angestoßen und erreicht werden, eher wenig hörst.
Schönen Tag noch.
 
Ich finde es ja beachtlich, wie automatisch davon ausgegangen wird, dass die Frau ihren Job "opfert" bei der Kindererziehung. Die heutigen Frauen zwischen 30 und 40 sind emanzipiert genug, als dass sie solche Dinge bei der Kinderplanung zumindest berücksichtigen.

Und im persönlichen Umfeld kenne ich keine Mutter, die gerne die Zeit mit ihren Kindern (Teilzeit) gegen mehr Karriere tauschen wollte.

Wichtig sollte natürlich sein, dass sie die Möglichkeit hätte. Aber das heisst nicht, dass sie es auch tun muss.
 
Schweden führt ab Juli 2018 Sex-Genehmigung ein (augsburger-allgemeine)
Ich weiß nicht wie das fuktionieren soll. Wenn man nicht gerade in der Öffentlichkeit Sex hat,
gibt es keine Zeugen und da steht Aussage gegen Aussage. :?

http://www.augsburger-allgemeine.de...Juli-2018-Sex-Genehmigung-ein-id43589536.html
aussage gegen aussage bedeutet auch nach deutschem recht bereits heute nicht, dass jemand nicht verurteilt werden kann. insbesondere bei solchen dingen wie vergewaltigung oder missbrauch (ohne zeugen).
 
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