Eine Auswahl recht (un)willkürlicher Zwischenbemerkungen an
@Zimtzicke (du hattest mich nunmal markiert und bei einigen deiner Ausführungen bin ich immer wieder hängen geblieben.
Ich mag z.B.
@Mingo , aber er ist so ein Typ... ich glaub, wenn ich hier einen Frauenwitz loslassen würde, würde er nicht lachen sondern mich eher darauf hinweisen, dass das nicht korrekt sei.
Kommt drauf an, in welcher Stimmung ich bin. Könnte auch sein, dass ich es einfach unkommentiert stehen lasse. Lachen würde ich vermutlich nicht, das stimmt.
Es sei denn der Witz ist ironisch gebrochen und spielt genau mit den Stereotypen, die durch typische "Frauenwitze" üblicherweise transportiert werden.
Bzgl. Chancengleichheit: Meine Chefin hat mir beim Einstellungsgespräch gesagt, dass sie sich nie eine junge Frau als Verkäuferin holen würde. Die kommt mit Mitte 20 und dann besteht jederzeit die "Gefahr", dass sie schwanger wird und erstmal ausfällt. Was in Betrieben mit 500 Mitarbeitern kompensiert werden kann, ist im Mittelstand ein echtes Problem, gerade bei langen Einarbeitungszeiten.
Ja, damit ist deine Chefin Teil des Problems. Es behauptet ja zum Glück niemand (oder zumindest niemand, den oder die man ernst nehmen müsste), dass Sexismus (und der ganze Rattenschwanz) nur von Männern ausgehen würde.
Und wenn ich weiss, dass mein Arzt eine Ärztin ist, dann wird sie auch so genannt. Wobei ich auch immer dachte, es würde die Berufsbezeichnung genannt und nicht das Geschlecht...
Ja, und wenn ich nicht weiß, ob es sich um Arzt oder Ärztin handelt, dann wird das ebenso benannt.
Man schreibt ja auch in einem Anschreiben an Unbekannt "Sehr geehrte Damen und Herren...".
Und fragen Feministinnen eigentlich andere Frauen, ob sie in ihrem Namen sprechen dürfen?
Fragen Menschenrechtler ihre Mitmenschen, ob sie im Namen der Menschheit sprechen dürfen?
Aber: aus Sharon wurde Adam. Aus Frau wurde Mann. Warum nicht so nennen? Es gibt bestimmt Menschen, die sich mal mehr als Mann, mal mehr als Frau fühlen, die sich nicht sicher sind. Oder sonstwas. Aber muss es für alles eine allgemeingültige Lösung geben?
Ein Mensch hat sich zum radikalen Schritt der Geschlechtsanpassung entschieden. Anpassung. An ein Geschlecht. Und zwar aus dem Grund, weil wir als Gesellschaft davon ausgehen und es radikal so leben, dass es nur diese zwei Geschlechter gibt: Mann und Frau. Und an eins dieser zwei Geschlechter passt man sich an, notfalls chirurgisch.
Gibt es noch stärkere Argumente um die Geschlechterdichotomie in Frage zu stellen?
Weil ich unsere Sprache so mag, wie sie ist. Und weil ich denke, dass man JEDEN damit adäquat und korrekt ansprechen kann.
Kann man. Man kann z.B. Lehrer*innen sagen bzw. schreiben und damit sowohl weibliche als auch männliche Lehrer ansprechen (durch das Sternchen sogar noch weitere Geschlechter miteinbeziehen).
Du sagst, du magst unsere Sprache weil man damit alle und jede*n gleichermaßen ansprechen kann und weigerst dich gleichzeitig genau das zu tun.
Diesen Widerspruch verstehe ich nicht.