Die beiden Spiele hatten aber noch etwas, was sie abhebt: Emotionen
Gerade auch Beyond war in jeder Szene so gestrickt, wie man es aus keinem anderen Spiel kannte.
Ich freue mich ja auf Detroit, aber ich hoffe inständig, dass David Cage sich talentierte Autoren zur Unterstützung mit ins Boot holt.
Bei Beyond fand ich das Emotionale nicht selten ziemlich over the top.
Diese Überinszenierung tat dem Ganzen IMHO nicht gut. Klar, während dem Spielen hat mich die ein oder andere Szene wirklich bewegt, aber alles in allem war das Geschehen für mich alles andere als rund. Die Geschichte (selbst wenn man sich die Episoden in chronologischer Reihenfolge vergegenwärtigt) lässt einen roten Faden vermissen, verliert sich zu oft in irgendwelchen Actionorgien, deren Sinnhaftigkeit oft genug fragwürdig ist, und kann sich dabei nicht entscheiden, welches Genre hier eigentlich bedient werden soll. Mir fehlen die leisen Töne, die bei mir oftmals viel größere, noch lange nachwirkende Emotionen auslösen als die von Herrn Cage genutzte Holzhammermethode.
Szenen wie in Telltale's The Walking Dead S1 zwischen Lee und Clem, zwischen Lee und Kenny, sowas bewegt mich noch Jahre danach.
Wo sind bei Beyond Dialoge, die nachhallen, einen lange beschäftigen und mitnehmen? Mir sind keine hängengeblieben. Da können Ellen Page und Willem Defoe noch so gut aufspielen.
Heavy Rain verstand es noch wesentlich mehr, so etwas zu bewerkstelligen, die leisen Töne einzufangen, mit der Prämisse zu spielen und den Spieler emotional mit auf die Reise zu nehmen. Das hier Erlebte fand ich wesentlich runder. Auch wenn ich die Story im Nachhinein nicht nur voll mit Logiklöchern (da muss man wirklich nicht erst nach suchen), sondern gerade die Auflösung als enttäuschend empfinde. Der Weg zum Ziel war gut, z.T. grandios und sehr bewegend. Aber als ich dann im Ziel war, bekam selbst hier das Erlebte nach einer Weile einen schalen Nachgeschmack.
David Cage ist ein Enthusiast in dem, was er tut. Er hat wundervolle Ideen und kann tolle Momente kreieren. Aber er ist meiner Meinung nach kein guter Autor.
Gerade in den letzten Jahren, in denen die Zahl storybasierter Spiele kontinuierlich gestiegen ist und dabei einige Perlen auf den Markt gebracht wurden, wird dies immer offensichtlicher.