Monster Hunter [UHD Blu-ray]
Monster Hunter. Ein Paul W. S. Anderson Film. Und der wahrscheinlich beste Paul W. S. Anderson Film seit Die drei Musketiere und Resident Evil Extinction. An dieser Einordnung merkt ihr wahrscheinlich, dass Paul W. S. Anderson insgesamt eher mittelmäßige Filme macht.

Ausgenommen dem kultigen Event Horizon - wie er den zustande bringen konnte, verstehe ich bis heute nicht.
Monster Hunter würde ich wie gesagt sogar zu seinen spaßigeren Produktionen zählen. Nach dem unpassenden US Army Einstieg entwickelt er sich zu einem ganz okayen Monster-Movie, bevor ich zu meiner eigenen Überraschung tatsächlich das Videospiel wiedererkennen konnte. Ja, es gibt seltene Momente, in denen man wirklich das Gefühlt hat, dass sich da jemand wenigstens mal einen Trailer zu Capcom's Monster Hunter angeschaut hat, bevor er drei Seiten des Drehbuchs verfassen und dann aber auch ganz schnell wieder gehen durfte, damit Anderson noch ein bisschen mehr US Army Blödsinn reinschreiben konnte.
Die Monster an sich sind auch ordentlich animiert und die dazugehörige Action ist ebenfalls okay. Ist natürlich beileibe kein Pacific Rim oder Battleship. Die würde ich alleine schon wegen der geilen Action empfehlen. Einwandfreie guilty pleasure Filme. Alleine für die Monster oder Action würde ich Monster Hunter jetzt aber nicht schauen. Aber wenn er schon mal läuft, kann man ihm auch zugestehen, dass das ganz brauchbar umgesetzt ist.
Ansonsten ist es ein Paul W. S. Anderson wie man ihn kennt: quälend uff-ige Dialoge, fehlzündende Witze und eine Ausstattung, die eher an Fan-Filme als großangelegte Hollywood Produktionen erinnern. Wo kriegt der Mann eigentlich immer das Geld für seine Filme her? Hier wird es wahrscheinlich Tencent gewesen sein, die ja sogar namentlich im Vorspann erwähnt werden und wahrscheinlich dachten, dass der wegen der IP und Tony Jaa bestimmt auch ganz gut in Asien ankommt, aber sonst?
Muss übrigens eine große Spinnen-Trigger-Warnung aussprechen. Es gibt einige fiese und explizite Riesen-Spinnen-Szenen. Leute mit Arachnophobie sollten den Film also besser meiden!
Genau so wie Leute mit Millanophobie! Es ist halt wieder die typische Milla Jovovich One-Woman Show, in der sie von ihrem Ehemann und Regisseur zur coolen Superheldin stilisiert wird. Tony Jaa darf zwischendurch ein bisschen mit übergroßem Pfeil und Bogen schießen und Ron Perlman sieht aus als hätte er die Maske bzw. Perücke aus seiner Die Schöne und das Biest TV-Serie nie abgelegt. Hat was von einem ungepflegten Super-Saiyajin.
Klingt nun alles ziemlich mies und wirklich gut ist Monster Hunter auch nicht, aber wie eingangs erwähnt hat Anderson schon ganz andere (meiner Meinung nach tatsächlich noch schlechtere) Filme gedreht. Der hier ist wenigstens irgendwo, auf eine sehr stumpfe Art und Weise unterhaltsam. Wobei ich nicht ausschließen kann, dass mir beim Schauen ein oder zwei Hirnzellen abhanden gekommen sind.
Wer also zur sehr merkwürdigen Zielgruppe derer gehört, sie keine gescheite Umsetzung der Vorlage erwarten und sich mit Milla Jovovich als zentrales Filmelement zufrieden geben (Master-Dan?

), darf einen vorsichtigen Blick riskieren. Allen anderen sollte der Name Paul W. S. Anderson eigentlich Warnung genug sein.
5/10 Doppelklingen mit Feuerschaden