The Good, The Bad, The Weird (UK Blu-ray: koreanische Sprache, englische Untertitel)
The Good, The Bad, The Weird ist ein Wirbelwind von Film, ein koreanischer Abenteuer-Action-Kracher, der schon in den ersten Filmminuten zeigt, was den Zuschauer, im Verlauf der nächsten 130 Minuten, erwartet: brachiale Shootouts, bunte, schrille Kostüme, aufwändige Sets, viel Witz und coole Typen, alles verpackt in grandiose Aufnahmen, sowie einem stimmigen Soundtrack.
Aber fangen wir Vorne an, bei der Handlung:
Manchuria (China), irgendwann in den 1930ern: "The Weird" (Kang-ho Song) ist im Besitz einer vermeintlichen Schatzkarte, die er zuvor einem japanischen Beamten während eines Eisenbahnüberfalls entwendet hat. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste war, dass diese Karte nicht nur von der japanischen Armee und einigen Gaunerbanden, sondern auch von "The Bad" (Byung-hun Lee), dem wohl härtesten Banditen im Land, sowie "The Good" (Woo-sung Jung) gesucht wird, einem Kopfgeldjäger, der eigentlich nur auf die Belohnung der beiden genannten Verbrecher aus ist...
Zugegeben, das klingt nicht unbedingt innovativ, trotzdem weiß die Story, über die gesamte Laufzeit, zu unterhalten und zum Schluss sogar noch mit einer, nicht wirklich großen, aber doch überraschenden Wendung zu begeistern.
Das eigentliche Herzstück dieses Genremischlings (Action, Abenteuer, Komödie) ist aber ganz klar die aufwändige Inszenierung. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier eine atemberaubende Western Welt erschaffen. Imposante Kostüme und Kulissen, rasant choreographierte Actionsequenzen (das Highlight ist hier ganz klar das 20 minütige Finale, in dem sich geschätze 200 Pferde, Motorräder und Jeeps eine waghalsige Verfolgungsjagt durch die Wüste liefern), sensationelle Aufnahmen, welche für mich zu den besten gehören, die ich seit geraumer Zeit bestaunen durfte (sowohl im asiatischen, als auch im amerikanischen Film), und nicht zuletzt der hervorragende Soundtrack sorgen dafür, dass es zu jeder Sekunde etwas neues für Auge und Ohr zu entdecken gibt. Nun kann ich auch nachvollziehen, weshalb der Film, nicht nur einmal, verschoben und das Budget bis zur Schmerzgrenze überzogen wurde. Einen ähnlich hohen Schauwert findet man nicht häufig.
Neben der, ich kann es nur nochmal betonen, annähernd perfekten Inszenierung, besticht der Film aber auch durch seine grandiosen Darsteller. Zwar neigen diese, fast schon typisch für das asiatische Kino, zu utopischem Overacting, was in diesem Fall jedoch hervorragend zu dem eh schon überzeichneten Drehbuch und seinen Charakteren passt. Lediglich "The Good" bleibt, für einen Hauptcharakter, erstaunlich eindimensional. Das haben die Macher aber wohl sofort gemerkt und ihm die kürzeste Screentime verpasst. Ist zwar etwas schade, tut dem Vergnügen aber auch keinen Abbruch.
So, nun aber schluss mit all dem Lob. Schließlich gibt es auch bei
The Good, The Bad, The Weird einige, wenn auch nur kleine, Kritikpunkte. Zum Einen wären da vereinzelte Längen im Mittelteil. Versteht mich nicht falsch, dieser Film wird nie langweilig und macht die vollen 2 Stunden und 10 Minuten ordentlich Spaß, aber es gibt Szenen, die gerne etwas kürzer hätten ausfallen dürfen. Zum Anderen ist da der verhältnismäßig schnelle Schnitt. Mich persönlich stört das nicht, aber es gibt genug Leute, denen die flotten Actionsequenzen nicht ganz so gefallen dürften, da häufige Cuts Unruhe in diese Szenen bringen. Auch die Handlung ist, wie oben schon kurz angesprochen, nicht wirklich spektatkulär. Sie hat ihre Höhepunkte, welche wegen kleiner Twists auch nicht zu verachten sind, aber dadurch werden die vielen Logiklöcher und unglaubwürdigen Momente auch nicht beseitigt.
The Good, The Bad, The Weird ist brachiales Actionkino aus Fernost, das eindeutig einer der besten Western und Abenteuerfilme der letzten Zeit ist. Die moderne Aufmachung, mit ihrem rasanten Tempo, den häufigen Schnitten und überzeichneten Figuren, wird vielleicht nicht Jedem gefallen, trotzdem hat dieser Film Kultpotenzial. Die Ausstattung, die Umsetzung, der Soundtrack - hier stimmt (fast) alles. Jeder, der auch nur annähernd etwas mit diesem Genre anfangen kann sollte sofort die UK DVD/Blu-ray kaufen oder auf den deutschen Kinostart Ende Juli warten.
Handlung: 7/10
Darsteller: 9/10
Inszenierung: 10/10
Unterhaltungswert: 9/10
Action (max. 3 Sterne)
: ***
Spannung: *
Humor: **
Gefühl: -
Gesamtwertung: 8.75/10 Punkte
Die UK Blu-ray bietet übrigens nur koreanische Sprache mit englischen Untertiteln.
Bild ist spitze. Extrem scharf, viele bunte, kräftige Farben, schöner Kontrast und somit ein wunderbar plastischer Eindruck. Der Ton hat einige hübsche Surroundeffekte zu bieten (während den Shootouts hört man jeden einzelnen Splitter im Hintergrund zu Boden fallen), wirkt dadurch auch schön räumlich. Dafür sind die Stimmen viel zu leise geraten. Ok, Koreanisch verstehe ich eh nicht, aber es klingt dadurch einfach etwas falsch abgemischt.
Den Soundtrack habe ich mit ebenfalls zugelegt. Es befinden sich ganze 40 Songs auf dem Silberling, die alle sehr atmosphärisch sind. Das Highlight ist hier ganz klar eine neue Version von "Don't Let Me Be Misunderstood".
