"Iron Man 2" macht nahezu alles richtig und steht, meiner Meinung nach, auf einer Stufe mit dem grandiosen Vorgänger. Diesmal gibt es mehr Action, mehr Witz und noch mehr Coolness. Im Gegensatz zu Filmen, wo diese Formel nach Hinten losgegangen ist (beispielsweise "Transformers 2" oder "Spider-Man 3"), funktioniert es in "Iron Man 2" fast perfekt. Es gab nur sehr wenige Szenen, die vielleicht ein bisschen zu viel des Guten waren (Stichwort: Geburtstagsparty, wo der Humor fast ins Lächerliche abgerutscht wäre).
Sehr gut gefallen haben mir die neuen Charaktere. Vor allem Sam Rockwell als Justin Hammer fand ich klasse. Mit seinen spitzzüngigen Dialogen konnte er sogar Robert Downey Jr. das Wasser reichen. Don Cheadle ist ein grandioser Rhodes, Gwyneth Paltrow wie immer bezaubernd (ja, ich finde sie sexier als Scarlett Johansson) und Regisseur Jon Favreau ist einer der lustigsten Sidekicks, die ich seit geraumer Zeit gesehen habe. Auf seine Kosten gehen einige hervorragende Gags ("Mit dem hier wäre ich fertig!" - da gab es sogar Szenenapplaus

). Mickey Rourkes Charakter war ein wenig enttäuschend. Rourke spielt zwar souverän, bleibt aber leider etwas blass und wird am Ende überraschend schnell abgewatscht. Schade drum.
Ansonsten bin ich schwer begeistert. Der Actionanteil hat deutlich zugelegt, macht insgesamt aber trotzdem nur wenige Minuten Film aus, sodass sie nie ausgelutscht wirkt. Warmachine ist einfach badass und endlich packt Iron Man auch mal ein paar seiner Waffen aus. Die bissigen Dialoge und der treffsichere Humor sind mindestens genau so gut wie im ersten Teil. Die Darsteller machen einen guten Job und das Tempo ist sehr angenehm. War wirklich überrascht, dass die zwei Stunden so schnell rum waren.
Kritisieren kann man eigentlich nur, dass nun der "Überraschungshit-Faktor" wegfällt. Man weiß wie Tony Stark tickt und somit auch wie der Hase läuft, was einigen Szenen ein bisschen ihren Reiz nimmt. Auch krankt der Film ein wenig am "Spider-Man 3"-Syndrom. Es wurden fast schon zu viele neue Charaktere eingeführt. Vor allem die Story rund um die Rächer-Initiative wirkt etwas aufgesetzt. Aber naja. Irgendwie muss man ja den Bogen zu "The Avengers" spannen. In diesem Zusammenhang gibt es übrigens noch eine nette Szene nach dem Abspann.
"Iron Man" habe ich damals 9 Punkte gegeben. Vieles wurde verbessert (mehr Action, mehr interessante Figuren, mehr Witz), manches jedoch auch verschlimmbessert (einige aufgesetzte Szenen, (zu) viele Handlungsstränge). Daher gibts für "Iron Man 2" einen Punkt weniger. Trotzdem ein grandioser Popcornfilm.
8/10 Ex-Frauen 