Vorne ist verdammt weit weg
Was dem Urgs sein Kurt Krömer ist mir mein Erwin Pelzig.

Bei "Vorne ist verdammt weit weg" handelt es sich um eine Komödie von und mit Frank-Markus Barwasser, dessen Alter Ego die Kunstfigur Erwin Pelzig (bekannt vornehmlich aus "Pelzig unterhält sich") ist.
Ich war dem Film zugegeben mehr als skeptisch gegenüber gestellt, weil 90 Minuten Spielfilm auf die Leinwand zu bringen ist etwas anderes als Situationskomik im Gespräch mit Prominenten oder auch politisches Kabaret. Daran sind schon ganz andere Kaliber gescheitert.
Mich hat hier schon "Immer nie am Meer" enttäuscht. Oder der unsäglich schlechte Heinz Becker-Film (dessen Fan ich aber ohnehin nicht bin). Auch Harald Schmidts Ausflüge auf die Leinwand waren zu genüge regelrechte Rohrkrepierer. Diese Liste könnte man fortführen.
"Vorne ist verdammt weit weg" gehört aber definitv nicht zu dieser Kategorie.
Erstens weil man Pelzig auf der Leinwand sieht, nicht Barwasser.
Daraus ergibt sich Zweitens: Pelzig kommt vom politischen Kabaret also hat auch sein Film diesen Anspruch.
Thematisch behandelt die Komödie die Krankungen unseres geliebten, kapitalistischen Wirtschaftssystems - einem deutschen, mittelständischen Unternehmen droht durch Intrigen und Stellenabbau der Garaus gemacht zu werden, Pelzig versucht zu intervenieren - und trifft so voll meinen Nerv.
Pelzig pointiert durchgängig spitzfindig die pervertierten Ausgeburten eines kränkelnden Wirtschaftssystems.
(Nicht nur aber besonders) für Fans von Erwin Pelzig Pflichtprogramm!
8/10