straikar schrieb:
Zerfikka schrieb:
Ich würde maximal ne 6/10 geben. Aber nach Wall-E sehe ich Animationsfilme eh mit anderen Augen.
Wenigstens einer hier im KT hat noch ein wenig Geschmack. Der Ja-Sager war lustig aber Bolt doch kein bisschen. Ich fand sogar den Hamster schlecht.
Vielleicht bin ich in meinem Inneren auch nur jung geblieben und ihr "alten Säcke" könnt euch nicht mehr an simplen, aber sympathischen Disneygeschichten erfreuen.
Gerade geschaut und mit Begeisterung festgestellt, dass sich der Blindkauf gelohnt hat:
XIII - Die Verschwörung
XIII - Die Verschwörung ist eine kanadische Mini-Serie, bestehend aus 2 Folgen mit jeweils 87 Minuten Laufzeit, welche auf den gleichnamigen Comics von William Vance und Jean Van Hamme basiert und 2003 sogar schon eine Videospielumsetzung spendiert bekommen hat.
Die Handlung wurde fast 1:1 aus den Comics übernommen und handelt von einem Mann ohne Gedächtnis (im Film verkörpert von Stephen Dorff), der anscheinend mit dem Attentat auf die Präsidentin der Vereinigten Staaten in Verbindung steht.
Der einzige Hinweis auf seine Identität ist die Tätowierung "XIII" an seinem Hals. Bei den Nachforschungen zu seiner Vergangenheit wird er in eine weit verzweigte Verschwörung hineingezogen und daraufhin, sowohl von der amerikanischen Regierung, als auch von verschiedenen Geheimdiensten gejagt. Was hat "XIII" mit dem Mord an der Präsidentin zu tun und wer ist er wirklich?
Die Handlnug ist eindeutig das Beste an
XIII und erinnert in ihren Grundzügen an die "Bourne Trilogie". Der Zuschauer wird schon in den ersten Filmminuten von der intelligenten und spannende Story gepackt und wird durch viele Wendungen, verschiedene Charaktere und mehrere Handlungsstränge bei Laune gehalten. Vor allem die erste Episode bzw. die erste Filmhälfte, wenn man
XIII als einen 175 minütigen Thriller bezeichnen möchte, weiß durch das rasante und geheimnisvolle Voranschreiten der Spurensuche zu überzeugen. Man fiebert zu jeder Zeit mit dem, zu Beginn noch namenlosen, Hauptcharakter mit, da man selber genau so unwissend ist, wie er, bis Folge 1, mit einer überraschenden Wendung und einem hohen Spannungslevel, endet. Das erste Drittel der zweiten Episode verläuft, im Gegensatz dazu, schon fast schleppend. Hier hat die Storys einen kleinen Durchhänger und kommt nur langsam wieder in Fahrt. Zum Glück fängt sie sich aber noch und leitet ein brachiales Ende der Geschichte ein... Moment! Ende? Nein, denn gerade hier liegt ein großes Problem von
XIII. Es gibt kein Ende. Ein zwar nicht uninteressanter, aber verhältnismäßig kleiner Handlungsstrang wird beendet, die eigentliche Story fängt aber jetzt erst richtig an. Wäre
XIII hier nicht abgeschlossen, hätte ich hier auch nichts zu kritisieren und würde mich einfach auf die nächsten Folgen freuen. Leider wurden offiziell noch keine weiteren Episoden angekündigt, was es wirklich schwer macht das "Ende" auch als solches anzunehmen. Ich hoffe, ach was, ich bete dafür, das
XIII fortgesetzt wird und ich irgendwann die nächsten 2 Episoden in meinen Händen halten kann. Denn gerade, wo der Film richtig aufdreht und mit einer großen Wendung punktet, beginnt der Abspann.
Naja, diese ernüchternde Tatsache ändert aber nichts daran, dass
XIII ansonsten ein gelungener Politthriller geworden ist. Vor allem die Inszenierung finde ich, für TV-Verhältnisse, überraschend gut, auch wenn sich das geringe Budget teilweise deutlich zu erkennen gibt. Die Action wurde beispielsweise, durch schnelle Schnitte und Wackelkamera, versucht der "Bourne Trilogie" nachzuempfinden, doch die meist handelsüblichen Schläger- und Schießereien können einfach nicht mit den großen Hollywoodproduktionen mithalten. Dazu kommen einige konstruierte, sowie unglaubwürdige Momente (wie ein "Schwertkampf" mit zwei übergroßen Glasscherben) und eine Hand voll langatmiger Dialogszenen. Im Großen und Ganzen ist die Umsetzung aber filmwürdig, vor allem im Bereich Schnitt und Kamera, und lässt nicht wirklich auf eine TV Serie schließen.
Zu guter Letzt noch ein paar Worte zur Besetzung. Mit Val Kilmer, Stephen Dorff oder Greg Bryk (bekannt aus der kanadischen Serie "ReGenesis" und einigen Nebenrollen in großen Filmen) gibt es einige durchaus bekannte Gesichter zu sehen. Diese machen ihre Sache auch sehr gut. Vor allem Stephen Dorff überzeugt von der ersten Sekunde an. Enttäuscht bin ich jedoch sehr von Val Kilmer, was weniger an seinem Schauspiel, sondern vielmehr an seiner Screentime liegt. Vielleicht 10 Minuten, der stolzen 3 Stunden Gesamtlänge, ist er im Bild. Hier habe ich mir etwas mehr versprochen. Ansonsten gibt es nur wenig an den Schauspielern auszusetzten. Hier findet man sicherlich keine Oscar-Anwärter und manche Charaktere bleiben bis zum Schluss verhältnismäßig eindimensional, aber daran ist einfach das Drehbuch schuld und nicht unbedingt die Personen vor der Kamera. Ich kann es aber nur nochmal betonen: für eine TV-Produktion haben wir es hier mit wirklich vielen bekannten und guten Darstellern zu tun.
XIII - Die Verschwörung bekommt von mir die Auszeichnung
Geheimtipp. Dieser Thriller bzw. diese Mini-Serie ist nicht perfekt, aber überraschend spannend und vor allem überdurchschnittlich gut inszeniert. Die Handlung fesselt, lässt man die paar Durchhänger mal außer Acht, bis zum Schluss, die Schauspieler überzeugen (bis auf die undankbare Rolle von Kilmer) und die gelungene Umsetzung lässt die TV-Herkunft fast vollständig vergessen. Die wohl größte Enttäuschung ist das "Ende", das diese Bezeichnung eigentlich garnicht verdient. Ich hoffe, dass die Gerüchte wahr sind und weitere Episoden folgen. Wäre nämlich schade um die vielversprechende Story. Wer einen guten Politthriller im Stil der "Bourne" Filme sehen möchte und sich nicht an einer, im Vergleich zu Hollywoodfilmen, mittelmäßigen Umsetzung stört, kann hier ohne Bedenken zugreifen.
Handlung: 8/10
Darsteller: 6/10
Inszenierung: 6/10
Unterhaltungswert: 7/10
Action (max. 3 Sterne)
: *
Spannung: ***
Humor: -
Gefühl: *
Anspruch: **
Gesamtwertung: 6.75/10 Punkte