Na, so unglaublich wie der Titel und der lustige Trailer vermuten lassen, ist
Der unglaubliche Burt Wonderstone dann leider doch nicht. Im Grunde handelt es sich hier um die altbekannte, schon unzählige Male verfilmte Story vom großen, selbstverliebten Star, der auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird und schlussendlich Freunde und Familie zu schätzen lernt.
In diesem Fall ist es das, seit Kindertagen befreundete, Magierduo Wonderstone (Herrlich eingebildet: Steve Carell) und Anton (Gewohnt hässlich: Steve Buscemi), das sich nach zehn Jahren ausverkaufter Las Vegas Zaubershows nur noch gegenseitig angiftet und ihre Zaubereinlagen gelangweilt runterspult. Als dann auch noch Extremmagier Steve Grey (Ekelerregend-grandios: Jim Carrey) mit seinen fiesen Straßentricks den alten Magierhasen das Publikum ausspannt, bekommen die einstigen Freunde die Schattenseiten des Showbiz zu spüren.
Wie gesagt: Das ist kein bisschen neu. Kennt man alles, tut aber auch nicht weh und wurde hier zudem in ein erfrischendes Setting gepackt. Eine Schenkelklopferparade à la Will Ferrell-Komödien sollte man jedoch nicht erwarten.
Der unglaubliche Burt Wonderstone ist eher ein gut verdauliches Gute-Laune-Filmchen, mit einigen gelungene Zoten, etwas Drama, überraschend viel Herz und sympathischen Schauspielern. Carell und Buscemi sind ein wundervoll verkitschtes Zauberergespann, Jim Carrey darf als Criss Angel-Verschnitt aufspielen wie schon lange nicht mehr (Sein erster Trick... *ekel*

) und Olivia Wilde ist einfach nur eine sexy-bezaubernde (höhö, be-zaubernd in einem Zauberfilm...) Frau, die jeden Film bereichert. Außerdem darf der Sopranos-Fan hier Abschied von einem gut aufgelegten James Gandolfini (Gott hab ihn seelig!) nehmen und Michael "Bully" Herbig in seiner ersten, peinlichen Hollywoodrolle erleben.
Insgesamt bleibt
Der unglaubliche Burt Wonderstone, vor allem humortechnisch, leider etwas schwach auf der enthaarten Magierbrust. Die vorhandenen Gags zünden zwar, werden aber durch erstaunlich viel Reue und Moral unterbrochen. Das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes, wurde so, mal abgesehen vom Magiermilieu, aber schon häufig in Film und Fernsehen verwurstet. Von daher würde ich sagen: Runde Wohlfühlkomödie mit charmanten Stars, jedoch ohne echte Höhepunkte. Von Carreys zwei, drei grandiosen Kurzauftritten mal abgesehen - die waren wirklich spitze und erinnerungswürdig!