The Kill Point
Kurzweilige, gut geschriebene Mini-Serie, welche in acht Episoden die Geschichte eines gescheiterten Banküberfalls, inkl. anschließender Geiselnahme und Verhandlungen mit der Polizei, erzählt und sich dabei an Genregrößen wie etwa Heat orientiert.
Dabei kommt The Kill Point leider nie ganz an seine Spielfilm-Vorbilder heran. So ist die Handlung zwar spannungsreich und routiniert umgesetzt, innovativ oder anders ist hier jedoch rein gar nichts. Selbst die gut gemeinten Wendungen dürfte der geneigte Thriller-Fan schon Stunden vorher kommen sehen. Immerhin überzeugen die Charaktere mit überraschender Vielschichtigkeit, auch wenn sich die meisten, wegen zu vieler Nebenhandlungsstränge, nie wirklich entfalten können. Die Schauspieler - darunter auch einige bekannte Gesichter wie John Leguizamo (Collateral Damage, The Happening), Donnie Wahlberg (Saw II - IV) oder Tobin Bell (Jigsaw) - machen dabei hervorragende Arbeit und bringen ihre Figuren glaubwürdig und emotional rüber. Weniger glaubhaft ist jedoch das Handeln mancher Personen bzw. einige Storyentscheidungen, welche teilweise an gewohnt merkwürdiger Hollywood-Klischee-Logik leiden. Dennoch gibt sich die Handlung, betrachtet man sie in ihrem beschränkten Serien-Universum, insgesamt sehr durchdacht, spannend und plausibel. Ein wenig mittelmäßig-solide Action und coole One-Liner dürfen zwischen der ganzen psychologischen Dramatik natürlich auch nicht fehlen.
The Kill Point ist eine spannende und kurzweilig-unterhaltsame Mini-Serie. Eine kleine, aber feine Mischung aus Heat, Inside Man und etwas 24. Natürlich nicht so perfekt und vielleicht ein wenig zu geradlinig, aber toll gespielt, mitreißend erzählt und einwandfrei produziert. Fühlt sich jedenfalls besser ausgearbeitet an, als so mancher Low Budget-Spielfilm. Für Freunde spannender Wortgefechte und Thriller-Geschichten, die auf echte Wendungen und Überraschungen verzichten können, genau das Richtige.
7/10 Tage ohne Wasser in der Abstellkammer