Oh mein Gott, was war das denn? Da stimmt ja so gut wie gar nichts. Der Film ist einfach langweilig, unlustig, vorhersehbar und strotzt nur so vor Logiklöchern. Das Problem hatten zum Teil auch Teil 2 und 3, aber noch nicht in diesem Ausmass.
Johnny Depp zieht einfach sein Ding durch wobei es hier zum Teil eher gezwungen und nicht mehr so unbekümmert wie in den Vorgängern wirkt. Ian McShane als Blackbeard wird dem Ruf als "Pirat vor dem sich sogar die Piraten fürchten" in keinster Weise gerecht. Vor dem sollen alle erzittern??? Da wirkte Davy Jones und auch ein Barbossa im Erstling um ein vielfaches bedrohlicher. Und wenn wir schon bei Barbossa sind, Geoffrey Rush sieht man die Spielfreude wirklich an. Die Szenen in denen er sich bei King George einschleimt sind einfach nur herrlich komisch. Und seine Wortgefechte mit Johnny Depp machen auch immer mal wieder Spass. Ein weiterer wirklich positiver Punkt ist Penelope Cruz als Angelica, und das nicht nur optisch.

Sie schafft es problemlos sich neben Johnny Depp zu behaupten und wirkt mit ihrer Figur auch nicht deplaziert. So eine starke und glaubwürdige Frauenfigur hat in den Vorgängern gefehlt. Dafür wirkt das neue Liebespaar einfach nur deplaziert. Man wollte wohl einfach ne neue Elizabeth Swann / Will Turner Geschichte im Film unterbringen. Nur wirkt das Ganze absolut nicht glaubwürdig sondern nur noch konstruiert damit die Geschichte funktioniert. Und auch wenn Gibbs wieder im Film auftaucht... mir hat die Crew aus den Vorgängern irgendwie gefehlt. Die gehören für mich einfach zu den Filmen dazu.
Auch enttäuscht war ich vom Soundtrack. Es werden zwar die bekannten Stücke gespielt... aber irgendwie wirkte das Ganze nicht mehr so harmonisch wie in den Vorgängern. Wenn ich da z.B. an Teil 1 denke... da hat die Musik wirklich perfekt zu den Filmszenen gepasst. Hier wirkt es eher so, als müsse man einfach die bekannten Stücke runterleiern... egal was gerade passiert.
Ein paar positive Dinge gibt's dann neben Geoffrey Rush und Penelope Cruz doch noch. Wie auch bei den Vorgängern ist auch hier die Kameraarbeit wirklich ausgezeichnet. Die Bilder sind zum Teil wirklich atemberaubend schön und lassen wirklich Karibikflair im heimischen Wohnzimmer entstehen. Und auch wenn man unter den Beibooten die Meerjungfrauen kreisen sieht, sieht das absolut grandios aus. Und da wären wir auch schon bei einem weiteren Highlight. Der Angriff der Meerjungfrauen vereint eigentlich alles was die Vorgänger auch gut gemacht haben. Humor, "Horror", Spannung und Inszenierung wirken hier wie bei keiner anderen Szene des Films wie aus einem Guss und lassen Erinnerungen wach werden an Highlights wie z.B. den Angriff der untoten Piraten auf das englische Schlachtschiff. Schade, dass das eine Ausnahme im Film war. Ansonsten werden einfach nur Szenen an Szenen gehängt, ohne sich gross Gedanken über den Filmfluss zu machen. Das ist wirklich Schade. Denn eigentlich war die Intention der Macher löblich sich von der Inszenierung her wieder am Erstling zu orientieren. Leider haben sie irgendwie komplett aus den Augen verloren was diesen ausgemacht hat.
Da Fremde Gezeiten aber auch fast wieder die Milliardenmarke geknackt hat werden wir sicher noch einen oder zwei weitere Teile der Franchise sehen dürfen. Das Ende deutet ja auch darauf hin. Hoffe nur, dass das Endprodukt besser ist als hier. Denn auch wenn ich das vorher nicht gedacht hätte... "Fremde Gezeiten" ist der bisher schwächste Teil der Reihe... leider.